Der Kia e-Soul polarisiert beim Design.
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Der Kia e-Soul polarisiert beim Design.

Fahrbericht

Kia e-Soul: Elektro-Fahrzeug überzeugt bei der Reichweite und den Fahreigenschaften

  • Randolf Leyk
    vonRandolf Leyk
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Die einen mögen das Design, die anderen schütteln den Kopf. Auf jeden Fall präsentiert Kia mit dem e-Soul ein Elektro-Fahrzeug, das bei der Reichweite und den Fahreigenschaften überzeugen kann. Wie haben das ahrzeug getestet.

Die einen bezeichnen ihn liebevoll als übergroßen Rollschuh, für die anderen ist der e-Soul ein Schuhkarton, und für Kia selbst ist es eine futuristische Designikone. Eines ist aber unbenommen: Der koreanische Elektroflitzer polarisiert. Gerade das kantige Heck war und ist nach wie vor das Markenzeichen. Dazu passen die Rücklichter, die im Dunkeln wie große überdimensionale Bumerangs leuchten. Geschmack hin oder her – die kantige Form hat auf jeden Fall etwas für sich. 

Größere Batterie ist beim e-Soul empfehlenswert

Empfehlenswert ist auf jeden Fall der stärkere Antrieb mit der 64-kWh-Batterieleistung (ist aber rund 3700 Euro teurer). Denn nur diese schafft bis zu 452 km Reichweite, während die kleinere Variante (39,2 kWh) sich mit 276 Kilometer begnügen muss. Wobei das Versprechen des Herstellers wie bei allen e-Fabrikaten ambitioniert ist. Realistisch sind knapp 400 Kilometer. Mit der Schaltwippe Energie gewinnen. Während bei einem Automatik-Verbrenner die Schaltwippen am Lenkrad für manuelles Hinauf- oder Herabschalten bieten, lässt sich beim e-Soul die die Rekuperationsintensität variieren. Denn das regenerative Bremssystem wandelt beim Bremsen oder Ausrollen kinetische Energie in elektrische um und lädt so die Batterie ohne Steckdose auf. 

Der Kia e-Soul hat auch von hinten betrachtet eine kantige Form.

Verbrauch des Kia e-Soul im Bereich der Norm

Auf der Autobahn kamen wir mit rund 17 kw/h auf 100 Kilometer beim Verbrauch aus. Allerdings sollte die Tachonadel auch nicht allzu oft über der 120 stehen. Wer sich mit nur 90 km/h begnügt und in Kauf nimmt, von Lkw überholt zu werden, kommt sogar mit 14 kw/h aus. Besonders sparsame Fahrerinnen und Fahrer schaffen im Eco-Modus in der Stadt sogar unter 12 kw/h zu kommen. Insgesamt gibt es vier Fahrmodi: Der „Normal“-Modus ist auf das Alltagsfahren zugeschnitten, im „Sport“-Modus sprechen Motor und Lenkung leichter an und in den Modi „Eco/Eco+“ steht maximale Energieeffizienz im Vordergrund. 

Die Lademöglichkeit hat der Kia e-Soul vorne oberhalb der Schürze.

26-Zoll-Display lässt viele Konkurrenten neidisch werden

Im Innenraum gibt es zwar viele (typisch asiatisch) unterschiedliche Formen von rund über oval bis eckig – dennoch sieht der e-Soul ordentlich Qualität aus. Besonders ins Auge sticht das 26 Zoll große Display in der Mitte (auch als Touch). Da müssen selbst Fahrzeuge aus der oberen Mittelklasse mitunter schlucken. Die Sitze sind bequem, fest und vollständig. Da gibt es nichts zu meckern.

Das Display des Kia e-Soul lässt viele andere Hersteller neidisch werden.

Bequeme, vollständige Sitze im Kia e-Soul

Zudem schluckt der Soul auf unserer Rüttelstrecke jede Menge Unebenheiten, die so manchen SUV in der Kompaktklasse neidisch werden lassen. Neben den positiv aufgenommenen Sitzen bietet der Elektro-Kia innen genügend Platz für vier Mitfahrer/innen. Das ist sicherlich auch an dem um 30 Millimeter auf 2,60 Meter gewachsenen Radstand sowie den 5,5 Zentimetern mehr in der Länge zu verdanken.

Etwas größer könnte vor allem für Reisen der Kofferraum sein. Wie bei anderen Herstellern ist der elektrischen Kia etwas teurer als konventionelle Modelle (allerdings gibt es den Soul im Gegensatz zum z. B. Niro nur als e-Soul). Aber die Sieben-Jahre-Werksgarantie beziehungsweise 150.000-Kilometer-Garantie gilt hier auch für die Batterie.

Motor/Getriebe: Verbaut ist eine 64-kWh-Batterie. Das Modell bietet 150 kW (204 PS). . Drehmoment 395 Newtonmeter. Das Modell gibt es aber auch mit einer kleineren Batterie.

Leistung: Höchstgeschwindigkeit 167 km/h. Von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden. Angegebener Verbrauch: 15,7 kw/h je 100 km (kombiniert). Im Test zeigte der Bordcomputer sogar weniger: 14,5 kw/h waren es im Mix.

Karosserie: Länge 4,20 Meter, Breite 1,80 Meter, Höhe 1,61 Meter. Gepäckraumgröße 315–1.339 Liter. Leergewicht: 1.757 – 1.833 kg.

Preise: In der Grundausstattung (aber bereits mit Rückfahrkamera und adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage) gibt es den e-Soul mit der kleinen Batterie ab 33.133,11 Euro, in der Ausstattungsvariante „Spirit“ und der größeren Batterie (wie in unserem Testwagen) ab 42.101,18 Euro. Unser Wagen kostet am Ende inklusive der Zusatzausstattung 43.543,87 Euro und hat unter anderem eine Metallic-Lackierung, LED-Scheinwerfer, Leichtmetallfelgen und Ambientebeleuchtung an Bord.

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