Fahrbericht

525d: Edel-Touring lässt kaum Wünsche offen

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Marl - Der bajuwarische Edel-Touring bietet viel Komfort, hat allerdings auch seinen Preis. Doch fangen wir direkt mit dem Fazit an: Es gibt kaum etwas zu meckern beim neuen 5er aus dem Hause BMW. Die Luxus-Limousine (wobei wir zwei Wochen lang das Kombimodell „Touring“ gefahren sind) ist ausgereift, sieht schick aus, bietet tolle Fahreigenschaften und jede Menge Platz.

Selbst der Verbrauch überrascht positiv. Wenn da nur nicht der Preis wäre. Unser Testfahrzeug kostet (zugegeben mit einer recht luxuriösen Ausstattung) rund 87.000 Euro. Doch der Reihe nach. Rein äußerlich muss man beinahe schon BMW-Experte sein, um die Veränderungen auf den ersten Blick zum Vorgänger zu erkennen. Das ohnehin schon stimmige Erscheinungsbild ist lediglich im Detail verbessert worden. Niere und Scheinwerfer sind optisch nicht mehr voneinander getrennt, sondern gehen direkt ineinander über. Zudem sind die Scheinwerfer „stylischer“ geworden, wirken schmaler. Die Hecklichter laufen spitzer zu als beim alten Modell, und aus den runden Auspuffrohren sind eckige Endrohre geworden, die beidseitig platziert sind. So wirkt der 5er als Kombi weiterhin sportlich-elegant, ohne allzu sehr protzen zu wollen.

Diesel läuft sehr ruhig

Das gilt auch auf der Straße. An den Außengeräuschen ist der Diesel kaum erkennbar, so ruhig läuft er über den Asphalt. Selbst Tempo 210 und mehr macht den Wagen nicht nervös. Er liegt mit seinen gut 1,7 Tonnen Leergewicht sicher auf der Straße.

100 Kilogramm leichter

Dank leichter Materialien bringt der „BMW 5er-Touring“ der fünften Generation bis zu 100 Kilogramm weniger Gewicht auf die Waage als sein Vorgänger. Und wer dann in den Sport-Modus wechselt, der bekommt die 500 Newtonmeter bereits bei 2000 Umdrehungen zu spüren – und das macht einfach nur Spaß. Zur Wahl stehen aber auch der Standardmodus „Comfort“ und der auf Effizienz ausgerichtete „Eco-Pro“-Modus. Dort geht es in puncto Beschleunigung und Abstimmung dann etwas gemächlicher zu. Überrascht hat uns der Verbrauch. 6,6 Liter Diesel waren es am Ende im Durchschnitt über alle gefahrenen Kilometer – und das bei wenig Landstraße und mehr Autobahnabschnitten mit hohem Tempo sowie Stadtverkehr.

Bei den Assistenzsystemen bietet BMW alles, was notwendig ist, um sich nahezu automatisch kutschieren zu lassen: Spurhalteassistent, Querverkehrs- und Vorfahrtswarnung und eine aktive Geschwindigkeitsregelung sind an Bord. Wer einsteigt, muss eigentlich nur noch die Hände ans Lenkrad legen – schon kann es losgehen. Und das bei Geschwindigkeiten von bis zu 210 km/h. Die Auffahr- und Personenwarnung mit City-Bremsfunktion sowie die Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion gibt es übrigens serienmäßig. Der aktive Tempomat kostet jedoch extra.

Fahrwerk zeigt sich ausgewogen

Luftfederung und automatische Niveauregulierung an der Hinterachse gehören ebenfalls zur Serienausstattung. Dementsprechend modern und ausgewogen präsentiert sich das Fahrwerk. Ob Rüttelstrecke oder enge Kurven, Probleme kennt das Vorzeigemodell aus München nicht.

Motor/Getriebe:

Verbaut ist ein 2,0 Liter Vierzylinder- TwinPower Turbo mit Start-Stopp-System, der satte 231 PS und serienmäßig wie alle 5er-Touring-Modelle eine Steptronic- Achtgang-Automatik bietet. Maximales Drehmoment:500 Nm bei 2000 Umdrehungen. CO2: 142 g/km, Abgasnorm: Euro 6c.

Leistung:

Höchstgeschwindigkeit 245 km/h. Von 0 auf 100 km/h: 6,8 Sek. Angegebener Verbrauch: ca. 5,4 Liter Diesel (kombiniert). Wir haben während des Tests 6,6 Liter im Mix verbraucht – und das recht sportlich gefahren. Selbst in der Stadt kamen wir mit gut sieben Litern aus (6,2 Liter angegeben). Beide Werte sind in Ordnung. Anhängelast bis zu 2000 Kilogramm.

Karosserie:

Länge 4,94, Breite 1,87 (2,13 Spiegelbreite), Höhe 1,50 Meter. Gepäckraumgröße 570 bis 1700 Liter. Leergewicht EU 1765 kg.

Preise:

In der Grundausstattung gibt es den 5er Touring ab 51.100 Euro. Als 525d kostet das Fahrzeug ab 57.200 (Schaltgetriebe). Unser Testwagen lag inklusive der Ausstattungsvariante Luxury Line sowie diversen Extras wie dem adaptiven Fahrwerk, elektrischen Komfortsitzen vorne, den diversen Assistenzsystemen, Navigation und Head-up-Display bei 83.670 Euro.

Und wie sieht es innen aus? Die Ausstattungsvariante „Luxury Line“ lässt bereits vermuten, wohin die Reise geht. Das serienmäßig 8,8 und optional gegen Aufpreis 10,25 Zoll große Display hat BMW im neuen Modell als freistehenden Touchscreen platziert. Darüber bzw. damit lassen sich alle Einstellungen und Bedienfunktionen von Navigation über Kommunikation bis zum Radio steuern. Einmal damit angefreundet, geht es dies recht einfach und komfortabel. Ebenfalls recht komfortabel ist die 70 Prozent vergrößerte Projektionsfläche des neuen Head-Up-Displays. Das Ganze hat allerdings auch (leider) seinen Preis. Mit mindestens 51.100 Euro lassen sich die Bajuwaren das Einstiegsmodell kosten. Natürlich müssen es keine Ledersitze sein, die sich elek-trisch verstellen lassen. Auch einige andere Extras unseres Testwagens müssen nicht sein. Am Ende dürfte man jedoch auch beim kleinen Benziner schnell bei mindestens rund 55.000 Euro landen.

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