Fahrbericht

A-Klasse von Mercedes ist mehr als nur ein Kompaktwagen

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Marl - Rund ein Jahr ist die neue A-Klasse von Mercedes auf dem Markt und hat heute rein gar nichts mehr mit dem einstigen „Elch-Modell“, der Baureihe W168 aus dem Jahr 1997, gemein. Wir haben den A200 mit seinen 163 PS zwei Wochen lang fahren dürfen.

Der neue Einsteiger-Mercedes ist auf 4,42 Meter in der Länge gewachsen und damit satte zwölf Zentimeter größer als sein Vorgänger. Das macht sich im Innenraum vor allem für die Mitfahrer auf den hinteren Sitzen bemerkbar, die bisher eher ein wenig beengt gesessen hatten. Mehr Freiraum an den Schultern, mehr Platz für die Ellenbogen und mehr Luft am Kopf machen sich positiv bemerkbar. Zudem wirkt das Modell äußerlich deutlich bulliger als bisher.

Technik-Paket kostet 3500 Euro extra

Fahrtechnisch ist die A-Klasse mit der von uns getesteten Motorisierung ein recht knackiger Typ. Die Siebengang-Automatik greift beim Start zügig und aggressiv zu. Die optionalen AMG-Sportsitze sorgen dabei für den notwendigen festen Halt. Obwohl mehr Volumen als der Vorgänger hängt beim Kofferraumangebot der Mercedes im Vergleich zum Klassenprimus Golf etwas hinterher 370-1210 Liter gegen 380-1270 Liter (und der neue Golf 8 kommt erst noch in diesem Jahr auf den Markt.)

Radarsensor in der Kühlermaske

Das Multimediasystem bietet optional eine intelligente Sprachbedienung, die mit dem Schlüsselwort „Hey Mercedes“ aktiviert wird. Ob man das braucht, sei dahingestellt. Lohnenswert ist hingegen das Fahrassistenzpaket für rund 1800 Euro. In dem Paket bietet der integrierte automatische Abstandshalter seine aktive Funktion bis zu einer Geschwindigkeit von 200 km/h. Ein Radarsensor in der Kühlermaske überwacht dabei den Bereich vor dem Fahrzeug. Auch sonst bieten die Schwaben Assistenzsysteme, die bisher nur aus der oberen Mittel- oder Oberklasse bekannt sind – allerdings natürlich nur gegen Aufpreis. Dafür erhält man dann aber auch, wie schon erwähnt, die Möglichkeit, in bestimmten Situationen die Fahrt teilautomatisiert anzugehen. Das Multifunktionsportlenkrad gibt es übrigens genauso serienmäßig in der Grundausstattung dazu wie den aktiven Brems-Assistenten.

Ordentlich in die Tasche greifen müssen Käufer beim Technik-Paket. Gut 3500 Euro kostet es extra. Dafür gibt es aber auch unter anderem eine adaptive Verstelldämpfung, die ein Fahrerlebnis nach Wunsch ermöglicht. Das haben wir im Test in Kombination mit dem Dynamic-Select-Programm ausprobiert – und Spaß gehabt. Denn wer es sportlich mag, wird zwar ordentlich durchgerüttelt, bekommt aber ein dynamisches Gefühl zwischen komfortablem Kart und sportlichem Roadster. Die Comfort-Einstellung sorgt für Wohnzimmeratmosphäre: Kleinere Schlaglöcher, Brückenübergänge und Gullydeckel schluckt das System souverän. Und wer sparsam auf der Straße unterwegs sein möchte, der wählt den Eco-Modus.

Motor/Getriebe:

Verbaut ist ein 1,33-Liter-Zylinder-Turbomotor mit 7-Gang-Automatikgetriebe, der 163 PS leistet. Maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1620 Umdrehungen. CO2: 133 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-TEMP. Leistung: Höchstgeschwindigkeit 225 km/h. Von 0 auf 100 km/h: 8,2 Sek. Angegebener Verbrauch: ca. 6,1 Liter Super (kombiniert). Damit kamen wir beinahe hin. Im Test zeigte der Bordcomputer am Ende 6,4 Liter im Mix. Anhängelast bis zu 1600 Kilogramm. Karosserie: Länge 4,42, Breite 1,80 (ohne Spiegel) bzw. 1,99 Meter (mit Spiegel), Höhe 1,44 m. Gepäckraumgröße 370 bis 1210 l. Leergewicht: 1355 kg.Preise: In der Grundausstattung gibt es die A-Klasse mit dem kleinsten Motor ab 26.090,75 Euro. Der A200 als Benziner kostet ab 30.231,95 Euro . Unseres Testwagens kostet inklusive der zusätzlichen Ausstattungen wie das Fahraqssistenzpaket, elektrisch einstellbare Vordersitze, AMG-Linie, Head-Up-Display, Parkpaket mit Kamera und Technikpaket 52.395,70 Euro.

Beim Verbrauch mussten wir nicht erschrocken dreinblicken. Unser Testwagen kam bei sparsamer Fahrweise über Land laut Bordcomputer sogar knapp an die 5,0 Liter Super heran (laut Hersteller 4,8 Liter). Auch wenn die Werte sich sehen lassen können, lohnt sich beim Kauf gegen Aufpreis (60 Euro) zum größeren Tank zu greifen. Dann können 51 statt 43 Liter Benzin an der Zapfsäule in den Kraftstoffbehälter fließen. Der adaptive Fernlicht-Assistent Plus überzeugt in unserem Test. Egal, ob auf der Landstraße ohne Gegenverkehr oder auf der viel befahrenen Autobahn – die Ausleuchtung ist optimal, lässt keine Wünsche offen und bei den anderen Verkehrsteilnehmer keinen Ärger wegen möglicher Blendungen aufkommen. Übrigens bietet Mercedes seine A-Klasse auch mit einer AMG-Motorisierung an: Alle, die es etwas schneller mögen, können auf 306 PS und in der Beschleunigung von 0 auf 100 in 4,7 Sekunden zurückgreifen. Der der kleine Flitzer kostet dann allerdings auch mindestens 47.528,60 Euro.

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