Der Fiat 500X Cross Plus.
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Der Fiat 500X Cross Plus.

Fahrbericht

Fiat 500X Cross Plus: Allradler mit Kompaktmaßen

  • Tobias Ertmer
    vonTobias Ertmer
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Bereits seit 2015 auf dem Markt ist der Fiat 500X. Angepriesen wurde der Italiener, der über die gleiche Basis des Jeep Renegade verfügt, als „Wunderwerk der Technik“. Wie sich die Mischung aus Cityflitzer und SUV im Alltag schlägt, haben wir getestet. Das Ergebnis ist dann doch ernüchternd.

Der vom Hersteller zur Verfügung gestellte Fiat 500X verfügt über satte 170 PS – das ist die erste Überraschung. Denn die werden in einem Motor geleistet, der gerade einmal über 1,4 Liter Hubraum verfügt. Der Multi-Air-Motor mit Turbolader und Neungangautomatik verspricht von den Daten her viel Freude auf und abseits der Straße.

Design ist typisch italienisch

Denn immerhin ist der 500X in der Version Cross Plus ein echtes, kompaktes 4x4-SUV. Optisch kann der geländetaugliche Flitzer durchaus überzeugen: Zumal die Anlehnung an den kleinen 500er auch im Innenraum zu finden sind. Runde Bedienelemente und Knöpfe, formschöne Sportsitze und ein dunkles Interieur verleihen dem 500X einen edlen Anstrich. Bequem sitzt man ebenfalls – solange man als Erwachsener vorne Platz nehmen kann. Nach hinten wird es deutlich enger im 500X, was natürlich dem hohen Aufbau und dem kurzen Heck geschuldet ist. Was uns gefällt, sind die vielen kleinen Staufächer: So gibt es im Kofferraum gleich zwei Zwischenböden, mit der Möglichkeit, Kleinkram rutschsicher unterzubringen. Auch im „Cockpit“ wirkt alles recht aufgeräumt: Ohne langes Einlesen in die Bedienungsanleitung ist das Multifunktionsdisplay mit Touchscreen zu bedienen, die Navigationssoftware aus dem Hause TomTom leistet gute Arbeit.

Automatik eher ruckelig

So weit, so gut. Nach dem Anlassen des Motors allerdings schwindet die Begeisterung etwas: Laut macht das Aggregat auf sich aufmerksam. Noch lauter wird es, wenn man den kleinen Drehknopf auf „Sport“ dreht. Dann werden die Gänge noch länger in den höheren Drehzahlbereich gezogen, was natürlich der Beschleunigung zugute kommt. Die ist gar nicht so stark, wie bei 170 PS zu vermuten wäre. Im Stadtverkehr bewegt sich der Fiat 500X eher etwas träge, zudem sorgt die Automatik vor allem direkt nach dem morgendlichen Start für verspätete Schaltvorgänge. Ruckelnd geht es dann über die Piste. Auf der Autobahn sorgt die straffe Federung in Kombination mit dem hohen Aufbau bei Unebenheiten für ein unangenehmes Aufschaukeln. Als Reisemobil taugt der 500X – auch aus Platzgründen – daher weniger.

Auch aus einem anderen Grund ist der rund 31.000 Euro teure Fiat 500X Cross Plus eher etwas für die Kurz- und Mittelstrecke: Schon nach knapp 400 gefahrenen Kilometern springt die Reserveleuchte an – und das bei einem 48-Liter-Tank. Der Blick auf die Verbrauchsanzeige bestätigt: Im Mix aus Stadtverkehr und Landstraße hat sich der 170-PS-Motor überdurchschnittliche 9,3 Liter genehmigt. Das ist leider alles andere als zeitgemäß. Schade, denn mit seinen vielen technischen Finessen wie dem aktiven Spurhalteassistenten und dem außergewöhnlichen Design hat der 500X auch positive Seiten zu bieten. Diese treten beim Stopp an der Tankstelle dann aber etwas in den Hintergrund.

Daten und Fakten zum Fiat 500X:

Motor: Der Vierzylinder in unserem Testfahrzeug ist ein Multi-Air-Motor mit 1,4-Liter Hubraum und Abgasturbolader. Die Neungangautomatik ist in diesem Modell serienmäßig verbaut, ebenso wie der 4x4-Antrieb.

Leistung:

Trotz seiner satten 170 PS (125 kW) leistet das Aggregat „nur“ 250 Newtonmeter, das allerdings schon bei 2.500 Umdrehungen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Von 0 auf 100 benötigt der Crossover aber nicht so ganz flotte 9,8 Sekunden.

Karosserie:

4,27 m lang, 1,80 m breit und 1,62 m hoch ist der Fiat 500X in der Cross Plus Variante. Der Kofferraum bietet zwischen 350 und 1 045 Liter Volumen. Leergewicht: 1 505 kg.

Preise:

Das Einstiegsmodell Fiat 500X Pop gibt es bereits ab 16 990 Euro, das Testmodell mit 170 PS kostet 31.790 Euro (Cross Plus mit Allradantrieb).

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