Fahrbericht

BMW 2er Grand Tourer: Van geht auch sportlich

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Marl - Fast 400.000 Fahrzeuge hat BMW aus seiner 2er-Tourer-Baureihe in den Jahren zwischen 2014 und 2017 verkauft. Damit zählen die kompakten Vans zu den Bestsellern im Portefeuille der Bayern – und das allen Unkenrufen zum Trotz, die seinerzeit durch die gesamte Republik hallten. BMW ist erst spät auf den Van-Zug aufgesprungen – doch das dann überaus erfolgreich. Wir sind 14 Tage lang die Neuauflage des „2er“ als Grand Tourer, also mit der verlängerten Karosserie, gefahren.

Das sanfte Facelift ist vor allem durch die größere Niere in der Frontpartie erkennbar. Etwas dynamischer geht es optisch am Heck zu. Ansonsten hat sich BMW eher zurückgehalten, gleichwohl aber um eine sportliche Linienführung bemüht. Wobei es die kompakten Vans in puncto Design naturgemäß nicht leicht haben. Da geht es mehr um Praktikabilität denn um Design – siehe VW Touran oder Opel Zafira.

Doch wie sieht es mit den praktischen Dingen und aktiv auf der Straße aus? Das neue Instrumentendisplay bietet auf jeden Fall die sportliche BMW-Anmutung, wie man sie kennt, und ist typischerweise zum Fahrer hin ausgerichtet. Neu ist der elektronische Gangwahlhebel beim Steptronic-Getriebe – auch das passt zum BMW-Image. Ein klares Bild vermittelt der zwischen 5,7 und 6,5 Zoll große Bildschirm, der sich per Touch oder mit dem Bedienrad zwischen den Vordersitzen steuern lässt. Weniger kundenfreundlich sind die in ihren Proportionen doch eher kleinen Getränkehalter.

Optionale Sportsitze

Freude haben uns die optionalen Sportsitze bereitet. Diese sind straff gepolstert und sorgen seitlich wie am Rücken für optimalen Halt. Auch auf längeren Strecken waren sie bequem. Das Extra gegen Aufpreis sollte man sich gönnen. Gleiches gilt für das Advantage-Paket.

Wer weiter in die optionale Zusatzausstattung investiert, kann seinen Tourer teilautonom fahren lassen. Denn dank „Active Cruise Control“ mit Stop-and-go regelt der 2er bis 140 km/h die Geschwindigkeit im Verkehr selbst – beschleunigt, bremst selbstständig und hält den Sicherheitsabstand ein.

Sitze lassen sich auch hinten verschieben

Im Fond lassen sich die Sitze nach vorn und hinten verstellen. Das sorgt für mehr Platz im Kofferraum, ohne die Lehnen umzuklappen. Weiter hinten zeigt sich die Ladekante durch ihre Höhe sehr bedienfreundlich. Und darunter befindet sich ein Staufach, das den Namen auch wirklich verdient hat und in das nicht nur Zeitschriften oder flache Gegenstände hineinpassen, sondern ordentlich Platz bietet. Apropos Platz: Sollen mehr als fünf Personen mit in den 2er? Kein Problem – auf Wunsch gibt es das Modell auch als Siebensitzer.

Frontantrieb

BMW Grand Tourer Advantage 218i

Motor/Getriebe:

Verbaut ist der neue 1,5 Liter Dreizylinder mit vier Ventilen und Turbolader, der 140 PS leistet. Wir fuhren im Testwagen ein Sieben-Gang-Doppel-Kupplungsgetriebe samt Start-Stopp-System. Maximales Drehmoment: 220 Nm bei 1480 bis 4200 Umdrehungen. CO2: 137 g/km, Abgasnorm: Euro 6.

Leistung

: Höchstgeschwindigkeit 205 km/h. Von 0 auf 100 km/h: 9,8 Sek. Angegebener Verbrauch: ca. 6,0 Liter Super (kombiniert). Wir haben während des Tests 7,3 Liter Liter im Mix verbraucht. Über Land waren es 6,0 Liter (5,3 Liter angegeben). Beide Werte sind in Ordnung. Anhängelast bis zu 1500 Kilogramm.

Karosserie:

Länge 4,57, Breite 1,80, Höhe 1,61 Meter. Gepäckraumgröße 645 bis 1905 Liter. Leergewicht DIN: 1440 kg.

Preise:

In der Grundausstattung gibt es den 2er Grand Tourer ab 29.100 Euro. Als 218i kostet das Fahrzeug ab 30.650 (Schaltgetriebe). Unser Testwagen lag inklusive der Ausstattungsvariante Advantage, Extras wie zum Beispiel Navigation Plus, Driving Assistent Plus, Steptronic-Doppelkupplungsgetriebe, Sportsitze etc. bei 47.530 Euro.

Der ungewohnte Frontantrieb tut dem sportlichen Fahrgefühl keinen Abbruch – auch der Tourer lässt sich spritzig und zügig durch die Kurven lenken, behält seine Straßenlage bei. Da ist nichts schwammig oder zu weich abgestimmt. Mittlerweile verfügen alle Benziner über einen Rußfilter und erfüllen damit die aktuell strengen Abgasnormen. Einzig der hohe Einstiegspreis liegt etwas schwerer im Magen und ist ambitioniert. Doch wer einen Van im deutschen Premium-Segment fahren möchte, der muss auch etwas tiefer in die Tasche greifen als bei einem anderen Hersteller.

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