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Der Honda Civic Type R bietet Fahrspaß pur.

Fahrbericht

Honda Civic Type R: Adrenalin pur

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Marl - Der Honda Civic Type R ist ein Kompaktsportler, der polarisiert. Doch wer Spoiler, Ecken und Kanten mag, hat mit dem Japaner mächtig viel Spaß auf dem Asphalt.

Japan, das Mutterland aller Spielkonsolen, hat eine Vorliebe für extravagante Optik, für leuchtende Displays und digitale Spielereien. Und so fühlt man sich im Honda Civic Type R der fünften Generation, einem der stärksten Sportkompaktwagen seiner Klasse, hineingezogen in ein modernes Autorennspiel. Wir haben den Boliden mit 320 Pferdestärken für unseren Test über diverse Autobahnen gejagt.

Eines ist jedem Type-R-Fahrer gewiss: Die Blicke der anderen Verkehrsteilnehmer. Wer sich für den Honda entscheidet, der wird aber die vielen Spoiler, Luftein- und auslässe, Kanten und Ecken des Fließheck-Sportlers kennen und wahrscheinlich sogar lieben. Wirkt der Civic Type R von vorne noch recht konventionell, bietet spätestens das Heck mit drei (!) Auspuffrohren und dem massiven Heckspoiler Grund zu Diskussionen über das Design. Aber: Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und daher haben wir uns auch lieber den inneren Werten des Japaners gewidmet.

Alcantara und Carbon

Wer sich in die roten Hartschalensitze fallen lässt, kann die neuen, größeren Dimensionen der fünften Generationen genießen: Hier stimmt einfach alles. Eine niedrige Sitzposition ermöglicht auch größeren Menschen das bequeme, sportliche Fahren, die Abstände zwischen Rückenlehne und Frontscheibe entsprechen schon eher denen einer Limousine. Die Verarbeitung ist - typisch für Honda - erstklassig. Alcantara-Leder auf den Sitzen und an der Mittelkonsole sowie im Bereich der Türverkleidung, kombiniert mit Carbonelementen, sorgt für edle Haptik. Wer sich auf dem Fahrersitz umdreht, wird überrascht sein von der Aussicht: Der Type R bietet als Fließheck viel Platz nach hinten, selbst auf den Rücksitzen sitzt es sich gut - und Platz im Kofferraum bleibt auch noch.

Das Herz schlägt dann zum ersten Mal höher, wenn man den 2,0-Liter-Turbomotor mit 320 PS per Startknopf in Gang setzt: Ein ruhiges Dröhnen ist zu vernehmen, das beim Fahren selten lauter wird. Per Einstellwippe in der Mittelkonsole kann zwischen drei verschiedenen Fahrmodi gewählt werden: Comfort, Sport und +R. Dabei verändern sich u.a. das Lenkverhalten und die Abstimmung des Fahrwerks. Ab dem Sportmodus gibt der Type R auch automatisch Zwischengas beim Runterschalten. Ohnehin ist das manuelle Sechsganggetriebe das Herzstück des Sportlers, der immer noch den Rundenrekord für Fronttriebler auf der Nordschleife hält. Der runde Aluminium-Schaltknauf gleitet durch die kurzen, exakten Gänge und vermittelt ein direktes Schaltgefühl. Ab 2500 Umdrehungen spürt man den Vortrieb, die 400 Nm drücken die Insassen förmlich in die Sitze. Auf seinen 20-Zoll-Reifen liegt der japanische Konkurrent zum VW Golf R, Ford Focus RS und Audi RS3 sicher in den Kurven. Beeindruckend auch, dass selbst bei Tempo 200 noch locker im sechsten Gang beschleunigt werden kann. In unserem Test war bei 245 km/h Schluss - verkehrsbedingt. Laut Honda schafft es der Type R auf 273 km/h Spitze.

Wer sich mit der außergewöhnlichen Optik des Civic anfreunden kann, bekommt hier ein sportliches und vor allem erschwingliches Kraftpaket: Der Type R fängt bei 36.490 Euro an und bietet dafür eine Menge Extras serienmäßig, darunter der Touchscreen mit Apple Car Play und Android Auto sowie Rückfahrkamera. Eines aber muss angesichts dieser fahrenden Adrenalinspritze noch gesagt werden: Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Autohändler ...

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