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Der Mazda MX-5 als Ganzjahresvariante: Das stabile Metalldach öffnet in nur 13 Sekunden, dann wird aus dem Targa ein klassischer, offener Roadster.

Fahrbericht

Mazda MX-5 RF: Maximaler Fahrspaß auf dem Asphalt

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Marl - Er ist weder praktisch noch besonders bequem für große Menschen, hat einen winzigen Kofferraum und kann keine Fahrräder transportieren. Trotzdem gehört er zu den beliebtesten Fahrzeugen auf dem deutschen Automarkt: Der Mazda MX-5 RF ist alles andere als ein „vernünftiges Auto“ – dafür hat das Cabriolet mit elektrischem Stahldach andere Qualitäten.

Wir durften den sportlichen Roadster zwei Wochen fahren und haben – auch dank des Sonnenscheins – die Stärken des kleinen Flitzers kennengelernt. „RF“ steht übrigens für „Retractable Fastback“ – was soviel heißt wie „versenkbares Fließheck“. Damit wird auch klar, wohin die Reise mit dem MX-5 RF geht. Aus dem reinen Cabrio-Roadster mit Stoffdach wird dank des elektrisch versenkbaren Metalldachs im geschlossenen Zustand ein Targa. Dabei wurde der Stoffdach-Variante nicht einfach ein Hardtop verpasst – der Stadtflitzer wurde komplett überarbeitet, das neue Design überzeugt durch fließende Linien und erinnert an frühere Sportwagen.

Durch den unteren Teil des Dachs und die seitlichen Finnen, die auch im geöffneten Zustand als eine Art Windschot stehen bleiben, geht zwar etwas vom puren Cabrio-Feeling verloren. Dafür reduzieren sich die Wind- und Fahrgeräusche im geschlossenen Zustand deutlich im Vergleich zum Stoffdach. Der MX-5, von dem im vergangenen Jahr das millionste Exemplar ausgeliefert wurde, wird zum Ganzjahreswagen: Regen, Schnee und Frost müssen draußen bleiben. Das Schließen des Dachs, das während der Fahrt bei bis zu 10 km/h möglich ist, dauert 13 Sekunden.

Die 131 PS reichen uns vollkommen

Der RF wurde 2017 vorgestellt, in seinem ersten Jahr erreichte er im Verkauf bereits Bestwerte: Ende 2017 waren 40 Prozent der verkauften MX-5 Versionen mit elektrischem Metalldach – trotz eines Aufpreises von rund 2600 Euro. Auch für den RF stehen zwei Motorvarianten mit Sechs-Gang-Getriebe zur Verfügung: ein drehfreudiger und gleichzeitig sparsamer 1,5-Liter-Benziner mit 131 PS sowie der stärkere 2,0-Liter-Benziner mit 160 PS. Uns reichte auf der Testfahrt der „kleine“ Motor vollkommen aus: Er entwickelt bei nur 1090 Kilo Leergewicht des MX-5 ausreichend Kraft. Richtig sportlich fährt man den Saugmotor dabei jenseits der 3500 Umdrehungen. Dabei macht sich auch bemerkbar, dass der RF noch ein wenig sanfter abgestimmt ist als der klassische Roadster mit Stoffdach. Der war vor allem in den Kurven manchmal schwer zu bändigen, das Fahrwerk des RF verzeiht Fahrfehler großzügig.

Im Innenraum gibt sich der MX-5 gewohnt klassisch: runde Instrumente mit klaren Kontrasten, gut verarbeitetes Leder, keine überladene Elektronik. Die niedrigen Sitze und der begrenzte Fußraum könnten Fahrer oberhalb der 1,90 Meter auf längeren Strecken als störend empfinden – allerdings handelt es sich beim MX-5 RF nun mal um einen echten Sportwagen. Und der muss so eng sitzen wie ein Fußballschuh. Bei sportlicher Fahrt zahlt sich das nämlich aus: In engen Kurven fühlt man sich wie auf der Kartstrecke, der kernige Motorsound trägt dazu bei.

Überzeugt hat der RF aber nicht nur optisch und fahrerisch: Auch in Sachen Verbrauch, bei Sportwagen sonst eher ein vernachlässigtes Thema, setzt der Japaner neue Maßstäbe. Angegeben ist er mit einem kombinierten Verbrauch von 6,1 Liter. Unser Testverbrauch lag mit 6,2 Liter unwesentlich darüber – und das bei rund 75 Prozent Stadtverkehr. Auf Autobahnen und Landstraßen lässt sich der MX-5 leicht auf unter 6 Liter bringen. Damit dürfte der Zweisitzer in seinem Ganzjahreskleid ein interessanter Kandidat für alle diejenigen sein, die einen alltagstauglichen und zugleich sportlichen Stadtflitzer suchen. Die Preise für den RF starten bei 28.490 Euro.

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