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Der neue Kia Niro verbindet Elektro- und Verbrennungsmotor in einer ansprechenden Verpackung.

Fahrbericht

Kia Niro: Raus aus der Hybrid-Nische

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In der Diskussion um alternative Antriebe geht es häufig um rein elektrische Fahrzeuge. Die sind jedoch aufgrund ihrer Reichweite und hoher Einstiegspreise für viele Autofahrer noch keine Alternative. Eine Nische zwischen den Welten besetzen Hybride – Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor. Genau in diesem Segment bekommt Platzhirsch Toyota nun Konkurrenz: Kia hat mit dem Niro einen Crossover auf den Markt gebracht, der die Vorzüge eines kompakten SUV mit denen eines sparsamen Hybridantriebs paart.

Über viele Jahre war der Prius von Toyota der Vorzeigehybrid. Er glänzte mit guten Abgaswerten und geringem Verbrauch, leistete sich aber auch ein, sagen wir mal extravagantes, Äußeres. Da kommt der Niro aus Korea schon viel weltoffener daher: Die Mischung aus Familienkutsche und Freizeit-SUV erfüllt allein optisch schon die aktuellen Ansprüche potenzieller Käuferschichten. Erhöhte Sitzpositionen, eine geräumige Rückbank und der mit 427 Liter Volumen durchaus großzügig dimensionierte Kofferraum entsprechen ebenfalls den Modellen der Konkurrenz.

Ruhiges Gleiten ohne Nebengeräusche

Was den Niro tatsächlich von seiner benzin- und dieselgetriebenen Konkurrenz unterscheidet, ist das Fahrverhalten: Beim Umdrehen des Schlüssels tut sich nämlich erstmal gar nichts, vorausgesetzt, die Akkus des 44 PS starken Elektromotors sind geladen. Auch das Anfahren auf den ersten Metern geschieht vollelektrisch: Außer einem leisen Surren ist nichts zu hören, erst bei einem beherzten Tritt aufs Gaspedal oder einer Steigung schaltet sich fließend der Verbrennungsmotor zu. Gemeinsam kommen die Motoren auf eine Leistung von 141 PS bei einem maximalen Drehmoment von 265 Newtonmeter. Sobald man mit dem Niro auf ebener Strecke unterwegs ist, schaltet sich der Elektromotor zu. Wenn mehr Leistung gefragt ist, übernimmt der Benziner dank eines stufenlosen Doppelkupplungsgetriebes die Hauptarbeit. Diese Kombination sorgt laut Herstellerangaben für einen Rückgang des CO2-Ausstoßes auf 88 g/km – ein echter Spitzenwert.

Den dafür zugrunde liegenden Normverbrauch von 3,8 l auf 100 Kilometer haben wir in unserem Alltagstest allerdings nicht erreicht: Hier lag der Verbrauch im Mix aus Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn zwischen 5,8 und 6 Liter. Aber auch das ist für ein etwa 1,3 Tonnen schweres SUV respektabel und macht den verbreiteten Dieselaggregaten Konkurrenz.

Auf Wunsch sogar mit Anhängerkupplung

Ein Vorteil des Kia Niro gegenüber den meisten anderen Hybridautos: Auf Wunsch gibt es eine Anhängerkupplung. Aber auch ohne bereitet der Niro Freude am Fahren – vorausgesetzt, man bringt ein wenig Gelassenheit mit und gibt dadurch dem Elektromotor Gelegenheit zum Einsatz. Auch die Tatsache, dass schon bei knapp 162 km/h die Höchstgeschwindigkeit erreicht ist, muss der Hybridfahrer klaglos akzeptieren. Bis zu diesem Tempo erledigt der Niro, der schon in der kleinsten Ausstattung (Edition 7) ab 24 990 Euro viele Extras vom Tempomat bis zur Bluetooth-Unterstützung serienmäßig bietet, seinen Job ohne zu murren. Die geringen Fahrgeräusche sorgen für entspanntes Reisen.

Mit der guten Ausstattung, den sieben Jahren Garantie auf Fahrzeug und Batterie sowie dem sparsamen Verbrauch ist der Niro durchaus geeignet, um dem Hybrid endlich aus der Nische zu helfen.

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