Fahrbericht

Opel Combo: Platz wie im Wohnzimmer

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Die Zusammenarbeit zwischen Opel und der französischen Konzernmutter PSA trägt Früchte: Die mittlerweile fünfte Generation des Opel Combo ist seit Kurzem auf dem Markt und bildet gemeinsam mit dem Citroën Berlingo und dem Peugeot Rifter ein (un)vergleichliches Trio. Wir haben den Combo Life, der Konkurrenten wie dem VW Caddy, dem Renault Kangoo, Dacia Dokker oder Ford Tourneo die Stirn bietet, Probe gefahren.

Über eines muss man sich bei der Auswahl eines Hochdachkombis im Klaren sein: Designpreise stauben die praktischen Familienkutschen im Vergleich zu sportlich-flachen Kombis oder bulligen SUVs wahrscheinlich nicht ab. Doch auch, wenn das Aussehen bei den kastigen Pkw nicht im Vordergrund steht: Rein optisch profitiert der Opel Combo schon einmal von der französischen Basis. Während die Heckpartie vor allem riesengroß ist, haben die Designer durch eine eigenständige Front mit kurzer Schnauze und dreieckigen Fenstern dem Modell einen eigenen Stempel aufgedrückt. Wirklich ansprechend sah der Combo ohnehin erst seit der letzten Generation aus – damals war der Hochdachkombi einer Kooperation mit Fiat entsprungen. In den Jahren zuvor war der Combo als Kastenwagen für Handwerker geplant worden, der Pkw-Markt stand nicht im Vordergrund.

Das ist heute anders: Laut ADAC-Motorwelt präsentiert sich der Combo Life als „derzeit modernster Hochdachkombi auf dem Markt“. Und das stimmt: Im Inneren des Combo, das man in der zweiten Reihe über zwei große und leichtgängige Schiebetüren erreicht, bietet sich in unserem Testwagen das „volle Programm“: Unter dem Pa-noramaglasdach verläuft von vorne bis hinten eine transparente Ablagefläche, die für alle Mitfahrer schnell zu erreichen ist. Tische an den Vordersitzen, Schubladen unter den Sitzen, Ablagen direkt unter dem Dachhimmel im Kofferraum und weitere Fächer bieten ausreichend Platz.

Manchmal wirkt die Anordnung dieser Ablagen schon etwas zu wild drauf los geplant: So versteckt sich hinter dem aufgesetzten, großen Touchscreen ein weiteres Fach, das kaum zu erreichen ist. Familien mit Kindern werden sich freuen über die Flut von Unterbringungsmöglichkeiten, zumal auf die Rückbank jetzt auch drei Kindersitze nebeneinander passen. Die Sitze der Rückbank lassen sich zudem einzeln versenken, was für einen flexiblen Laderaum mit bis zu 2126 Liter Ladevolumen sorgt – in der Langversion sind 2693 Liter möglich.

Was die Technik angeht, befindet sich der Combo auf dem aktuellen Stand der Pkw-Technik: Insgesamt 19 Fahrassistenzsysteme stehen zur Verfügung, ein herausfahrendes Head-Up-Display zum Beispiel bietet die Möglichkeit, sich ganz auf den Verkehr zu konzentrieren. Viele Systeme gibt es bereits serienmäßig. Und auch die Anbindung des Smartphones – per Apple Car Play oder Android Auto – ist mit dem leicht zu bedienenden System kein Problem. Zumal direkt unter dem Bildschirm eine Matte mit induktiver Ladefunktion positioniert ist.

Das vorherrschende Material im Cockpit und im gesamten Fahrzeug ist Kunststoff. Das ist in diesem Fall auch die richtige Wahl: Wer sich und die jungen Mitfahrer auf langen Urlaubsfahrten mit Brötchen und Keksen bei Laune hält, weiß die Vorteile beim „Großreinemachen“ zu schätzen.

Dreizylinder ist spritzig genug für den Alltag

Auf der Straße macht sich der Combo ebenfalls gut: Der 110-PS-Benziner mit Turboaufladung und drei Zylindern klingt beim Beschleunigen zwar etwas rau, sorgt aber für zügiges Mitfahren im Stadtverkehr und auf der Autobahn. Wer den Combo zu stark fordert, muss allerdings mit erhöhtem Spritverbrauch von knapp 8 Litern im Stadtverkehr rechnen. Wenn man es ruhiger angehen lässt, kommt der Opel mit 7 Litern aus. Auf dem Land sank bei uns der Verbrauch auf 5,5 bis 6 Liter.

Der Combo Life, der ab 19.995 Euro kostet, dürfte vor allem für Familien interessant sein: Er ist eine geräumige Alternative zu Vans wie dem Zafira – und bietet in seiner fünften Generation schon fast Wohnzimmeratmosphäre.

è Daten und Fakten

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