Fahrbericht

Renault Clio: Kleiner Kombi ganz groß

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Marl - Ein Kombi zum Preis eines Kleinwagens: Klingt wie die eierlegende Wollmilchsau. Im Fall des Renault Clio Grandtour, der in seiner Klasse gegen Konkurrenten wie den Skoda Fabia oder Seat Ibiza antritt, trifft das auch weitgehend zu. Allerdings erlaubt sich der geräumige Franzose ein paar Schwächen und erhält im Test dafür Abzüge in der B-Note.

Ganz klar: Mit großen Kombis oder gar Vans kann auch ein Clio Grandtour nicht mithalten. Aber darum wird es den Käufern der Mini-Kombis auch nicht gehen. Der Vorteil an Kompakten dieser Art liegt auf der Hand. Hier erhält man zum Einstiegspreis von 13.290 Euro einen alltagstauglichen Pkw, der auch mal Kinderwagen, Einkauf oder das Reisegepäck schluckt. Und diese Aufgabe löst der Renault hervorragend. Vier Kästen Wasser, ein Kasten Bier und ein Kasten Saft passen ohne Probleme in den Kofferraum. Zwar sorgt die angeschrägte Klappe für eine kleinere Öffnung, dafür aber erleichtert die recht tiefe und flache Ladekante das Beladen.

Aufgeräumtes Cockpit im kleinen Kombi

Im Innern des Clio sieht es aufgeräumt aus: Fahrer und Beifahrer haben ausreichend Platz, die Instrumente sind allesamt durchdacht positioniert. Renault-typisch ist die Schlüsselkarte, die zum Starten benötigt wird. Erfreulich auch das Vorhandensein einer echten Handbremse – das Leben kann so einfach sein. Auf den hinteren Plätzen erst merken die Mitfahrenden, dass man eben doch in einem Kleinwagen sitzt: Die Sitzhöhe geht in Ordnung, mit langen Beinen wird es schon etwas eng. Alles in allem macht der Clio Grandtour aber auch hier seine Sache gut.

In unserem nahezu komplett ausgestatteten Testfahrzeug werkelt ein Selbstzünder: Der 90-PS-Diesel gehört wohl zu den zuverlässigsten und meistverbauten Aggregaten und macht auch im Clio eine gute Figur. Im Stadtverkehr wirkt er teilweise etwas schwerfällig, dafür arbeitet er ruhig und konstant auf Landstraße und Autobahn. Lediglich die Getriebeabstimmung ist nicht immer gelungen: Fährt man nach der Schaltempfehlung, wird der dritte Gang zum Allroundgang – die Gänge zwei und vier dagegen werden fast übersprungen. Großer Vorteil des gutmütigen Diesel-Motors: Im vorwiegend städtischen Mix verbrauchen wir knapp 5,3 Liter Diesel, über eine weitere Strecke auf der Landstraße mit Tempo 80 bis 90 kommen wir sogar auf einen Verbrauch von knapp 4,2 Liter. Das liegt zwar über den Herstellerangaben, ist aber dennoch gut.

Schwächen leistet sich der kleine Kombi leider bei der Verarbeitung und den Fahrgeräuschen: Das Hartplastik im Armaturenbereich fühlt sich nicht so wertig an wie bei der Konkurrenz, Blinker- und Scheibenwischerhebel wirken etwas wackelig. Zudem setzen bei Tempo 80 deutliche Windgeräusche in Höhe der Außenspiegel ein: Offenbar handelt es sich dabei um ein Problem mit den Tür- oder Fensterdichtungen. Insgesamt ergeben die kleinen Schwächen allenfalls Abzüge in der B-Note, denn das Gesamtpaket des Clio Grandtour überzeugt. Wer auf der Suche nach einem geräumigen Zweitwagen für die Familie ist, sollte den Renault auf seinem Zettel haben.

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