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Der Renault Scénic wirkt sportlich durch seine großen 20-Zöller.

Fahrbericht

Renault Scénic: Ein Van gegen die Langeweile

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Marl - Seien wir mal ehrlich: Das Image des klassischen Familienvans ist nicht das beste. Schließlich sind die Vorreiter dieser Zunft wie VW Touran, Opel Zafira oder einst der Toyota Picnic zwar vielseitig und geräumig – aber keineswegs Hingucker. Das galt auch einmal für den Renault Scénic. Mit der vierten Generation allerdings haben die Franzosen endlich einen Van produziert, der auch optisch Schritt halten kann. Ob das auch für die inneren Werte gilt, haben wir in einem zweiwöchigen Test herausgefunden.

Der kleinere Bruder des Grand Scénic wurde komplett überarbeitet und ist optisch näher an die Designlinie des Espace herangerückt. Seit 2018 ist der Kompaktvan, der maximal fünf Insassen beherbergt, zu einem Preis ab 23.690 Euro zu haben. Dafür gibt es unter anderem serienmäßig mächtige 20-Zoll-Räder, die dem Van ein frisches, kraftvolles Äußeres verleihen.

In Kombination mit einer weit nach vorne gezogenen Windschutzscheibe und den nach hinten verengten Seitenscheiben wirkt der Franzose im Vergleich mit der Klassenkonkurrenz schon fast futuristisch. Das Design entstammt tatsächlich einer bereits auf dem Genfer Autosalon von 2011 vorgestellten Konzeptstudie, die nun für immer mehr Modelle eingeführt wurde. Auch die vergrößerte Spurbreite von 1,602 Metern (vorne) verstärkt den sportlichen Eindruck. Auch die zweifarbige Lackierung – das Dach unseres Testwagens ist schwarz, der Rest silber – passt in das Gesamtbild.

Klang beim Einsteigen lässt sich deaktivieren

Im Innern hat Renault dem Scénic, den wir als Blue dCi 150 mit Ausstattungslinie Bose-Edition und diversen Sonderpaketen fahren, das nahezu komplette Techniksortiment spendiert. Gelungen ist dabei vor allem hochformatige Touch-Display als zentrale Steuerungseinheit. Hier lassen sich unter anderem der etwas nervige Willkommensklang beim Einsteigen ausschalten sowie die farbigen Lichteffekte anpassen. Die zahlreichen Assistenzsysteme lassen sich ebenfalls über das Display regeln, zudem noch über die Renault-typischen Lenkradknöpfchen. Als hilfreich hat sich im Test zum einen die aktive Einparkhilfe erwiesen, zum anderen auch das Head-Up-Display, das mit dem Start des Motors oberhalb der Armaturen nach oben klappt. Hier werden während der Fahrt die wichtigsten Informationen inklusive Navigationshinweisen angezeigt.

Während man bei der Fahrt in der ersten Reihe bequem sitzt, wird es in der zweiten Reihe gerade für große Menschen ab 175 cm etwas unkomfortabel: Hier macht sich der leicht geschrumpfte Innenraum bemerkbar. Die Sitzflächen sind unserer Meinung nach etwas zu kurz geraten. Vorteil der kompakten Rücksitze: Sie lassen sich einzeln per Knopfdruck umlegen und versenken. Das sorgt für viel Stauraum, falls einmal größere Gegenstände transportiert werden müssen.

Viel Kraft durch den 150-PS-Turbodiesel

In Sachen Motorisierung hat Renault dem Scénic gerade erst neue Diesel mit Euro 6d-temp-Norm spendiert: Die 150 PS lassen unseren Testwagen auch bei kraftraubenden Überholvorgängen am Berg noch gut aussehen, ein Turboloch ist kaum zu spüren – zumal das manuelle Sechsganggetriebe kurze Schaltwege bietet. Der Blue dCi 150 ist dabei besonders für die Langstrecke geeignet: Bei einem Tempo von 120 km/h auf der Autobahn hat sich unser Testwagen mit 5,6 Liter Diesel begnügt, im Mix waren es 6,2 Liter.

Unser Fazit: Der Spagat zwischen sportlichem Komfort und Familientauglichkeit gelingt Renault mit dem Scénic weitgehend gut. Wer auf viel Platz im Fonds und im Kofferraum angewiesen ist, sollte sich aber lieber den Grand Scénic anschauen.

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