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Mit einer Akkuladung schafft der Hyundai Kona Elektro laut Hersteller 449 Kilometer - kann er das auch im Test einhalten?

Testfahrt

Hyundai Kona Elektro: Wie alltagstauglich ist der Stromer?

449 Kilometer. Mit einer Akkuladung. Diese Reichweite wäre vor zwei Jahren noch eine Sensation gewesen. Inzwischen ist es immer noch ein Top-Wert, den kein deutscher Hersteller bisher auf den Markt gebracht hat. Der Hyundai Kona Elektro ist der erste Kompakt-SUV mit dieser E-Ausdauer.

Das zweite Elektroauto im Angebot der Koreaner nach dem Ioniq ist in zwei Leistungsstufen zu haben. Mit 136 und 204 PS. Sprich: Mit Batteriekapazitäten von 39,2 oder 64 kWh. Während die kleinere Variante rund 280 Kilometer in sich hat, sind es bei der größeren Variante eben jene 449 Kilometer. Sagt Hyundai.

Reichlich übertrieben ist das nicht, wie wir im Test erfahren haben. Zwar kann die Reichweite bei sportlicher Fahrweise auf unter 350 Kilometer sinken. Doch wir kamen bei durchschnittlicher Fahrt knapp 400 Kilometer weit. Wer sehr zurückhaltend fährt, kann die Hyundai-Marke eventuell erreichen.

So macht sich der Hyundai Kona Elektro im Test

Der Hyundai Kona fährt sich wie ein klassisches E-Auto. Sehr agil im Anzug – sogar fast zu agil für den Fronttriebler: Wer beim Anfahren kräftig Gas gibt, bringt die Vorderreifen schnell zum Durchdrehen. Speziell auf nasser Fahrbahn wäre ein Allrad-Antrieb wünschenswert. Schließlich steht ab der ersten Umdrehung ein maximales Drehmoment von 395 Nm zur Verfügung. Speziell in der Einstellung "Sport" reagiert der E-Motor sportlich direkt. Der Sprint von 0 auf Tempo 100 dauert nur 7,6 Sekunden, der Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h ist in 4,8 Sekunden erledigt. Laut Tacho endet der Vordrang erst bei knapp 180 km/h – stets bei E-typischer Laufruhe. In der Einstellung "Comfort" geht es in puncto Beschleunigung etwas zurückhaltender zu, bei "Eco" noch etwas behäbiger mit Rücksicht auf den Stromverbrauch. Die Rekuperation ist im Vergleich zu anderen E-Autos nicht sehr stark, die Federung komfortabel. Insgesamt fährt sich der Kompakt-SUV recht weich und handlich, was auch an der leichtgängigen Lenkung liegt. Die Platzverhältnisse sind gut, inklusive Kopffreiheit. Auch im Fond gibt es ausreichend Kniefreiheit, beachtlich für einen weniger als 4,2 Meter langen Pkw. Weil die Batterien im Unterboden verstaut sind, bleibt auch der Kofferraum im Vergleich zum "normalen" Kona nahezu gleich. Während bei Benziner oder Diesel ein 361 bis 1143 großer Kofferraum zur Verfügung steht, sind es bei der E-Variante mit 332 bis 1114 kaum weniger.

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Hyundai Kona Elektro: Das müssen Sie beim Laden der Batterie beachten

Der Stromverbrauch lag in unserem Test bei rund 17,3 kWh auf 100 Kilometer. Um die 64-kWh-Batterie vollzuladen, dauerte es an der normalen 230-V-Haushaltssteckdose sehr lange, gut 30 Stunden. Wer zu Hause oder/und bei der Arbeit eine Auflademöglichkeit besitzt, dürfte dennoch im Alltag nie in Reichweitenprobleme kommen. Ein Ladekabel für die Haushaltssteckdose (Schuko) ist serienmäßig dabei. Das Typ-2-Ladekabel kostet 389 Euro. Die Kabel können in einer Tasche unterhalb des Kofferraumbodens verstaut werden – nicht der praktischste Verstauungsplatz, speziell, wenn sich im Kofferraum Taschen oder Einkaufstüten befinden, die vorerst ausgeladen werden müssen.

Mit einer normalen Haushaltssteckdose dauert das Laden gut 30 Stunden.

An einer Wallbox dauert die Vollladung rund elf Stunden. Noch deutlich schneller geht's mit Gleichstrom über CCS, hier akzeptiert der Kona bis zu 100 kW: In weniger als einer Stunde sind 80 Prozent aufgeladen. Der "Tankdeckel" befindet sich vorne im Frontgrill.

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Im Test: Der Innenraum des Hyundai Kona Elektro lässt etwas zu wünschen übrig

Der Innenraum ist Geschmackssache. Zumindest im Farbton grau, den unser Testwagens trug, strahlt der Kona wenig Wärme und Ambiente aus. Das Plastik wirkt nüchtern. Aber: Mancher Beobachter mag darin etwas futuristisches sehen, was zum Trend der heutigen Zeit passen könnte. Zudem sind die Instrumente übersichtlich angeordnet, das Cockpit wirkt aufgeräumt. Analoge Instrumente gibt es nicht. Alle Anzeigen sind digital.

Der Innenraum des Hyundai Kona Elektro ist Geschmackssache.

Einen Schalthebel gibt es nicht, in der Mittelkonsole befinden sich lediglich vier Schalter: P, D, R und N. Die Bedienung hat uns gefallen. Mit der kleinen Einschränkung: Bevor ein Gang eingelegt wird, muss erst die Bremse betätigt werden.

Die Preise beginnen bei 34.400 € für den kleinen Kona Elektro mit 136 PS  und bei 41.600 für das 204-PS-Variante.

Unser Fazit zum Hyundai Kona Elektro

Mit dem Kona Elektro debütiert das nächste alltagstaugliche E-Auto – wenn da nicht dieser hohe Kaufpreis wäre. Auch die lange Ladezeit stört mitunter etwas, schränkt aber die Mobilität im Alltag nicht ein.

Hyundai Kona Elektro: Technische Daten

Motor und Getriebe:

Permanentmagnet-Synchronmotor, Leistung 204 PS, Drehmoment 395 Nm ab 1 U/min, Frontantrieb

Fahrleistungen:

0-100 km/h in 7,6 Sek., 167 km/h Spitze

Stromverbrauch:

15,4 kwh/100 km (kombiniert)

17,3 kwh/100 km (Test)

395 km Reichweite (Test)

Batterietyp:

Lithium Polymer

Batterie-Kapazität:

64 kWh

CO2-Emission:

0 g/km

Maße und Gewichte:

Länge/Breite/Höhe 4180/1800/1570 mm, Kofferraumvolumen 332 bis 1114 Liter, Gewicht 1725 kg, Zuladung 445 kg

Preis

41.400 Euro

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joi 

Warnleuchten im Auto und was sie bedeuten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
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