Nicht so hoch wie ein SUV, nicht so tief liegend wie eine Limousine: Mit dem CX-30 hat Mazda auch optisch eine neue Nische gefunden.
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Nicht so hoch wie ein SUV, nicht so tief liegend wie eine Limousine: Mit dem CX-30 hat Mazda auch optisch eine neue Nische gefunden.

Fahrbericht

Mazda CX-30 im Test: markant mit weichen Linien

  • Randolf Leyk
    vonRandolf Leyk
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Nun hat Mazda doch seine eigene Nische entdeckt. Mit dem CX-30 stößt der japanische Hersteller in einen Bereich, der für zahlreiche (Stamm-)Kunden interessant sein dürfte.

Wem die klassische Mazda-Limousine nicht mehr zeitgemäß oder zu tief liegend, ein SUV aber zu mächtig erscheint, der findet mit den fließenden Linien eines Coupés und der markanten Robustheit eines SUV in der CX-Reihe genau das Richtige. Umgangssprachlich gelingt Mazda mit dem neuen Modell gar ein regelrechter Quantensprung. In der Optik ist man sich zwar weitergehend von außen betrachtet treu geblieben – innen hat sich aber mächtig etwas getan. Das verspielte Cockpit gehört der Vergangenheit an. In der Selection-Ausstattung wirkt alles wie aus einem Guss – keine Kanten und Ecken mehr. 

Nicht so hoch wie ein SUV, nicht so tief liegend wie eine Limousine: Mit dem CX-30 hat Mazda auch optisch eine neue Nische gefunden.

Hochwertiger Fahrerbereich im CX-30

Das Headup-Display wird nicht mehr auf eine (doch etwas billig aussehende) Scheibe projiziert, sondern findet seinen direkten Weg auf die Windschutzscheibe. Das sieht deutlich hochwertiger aus. Der mittig platzierte Informationsbildschirm für Navigation, Radio, Telefon und Co. könnte zwar etwas größer sein, doch die Schärfe lässt kaum Wünsche offen. Mit einem Rad lässt sich auch in diesem Modell das Display steuern. Das ist deutlich angenehmer als beispielsweise bei anderen Herstellern, die nur über Touchdisplay verfügen. Zudem gibt es große Fortschritte bei der Geräuschreduzierung. 

Mit einem Rad lässt sich auch in diesem Modell das Display steuern.

Im Innenraum des Mazda CX-30 geht es gedämpft zu

Im Innenraum geht es selbst bei Fahrten über die Autobahn sehr gedämpft zu. Und auch die Lederausstattung wertet das Modell auf. Auf der Straße macht unser Testwagen eine gute Figur – gleichwohl würden ihm ein paar PS mehr als die 116 unter der Haube guttun. Denn beim Durchzug ist Luft nach oben. Nichtsdestoweniger schwimmt der Crossover ruhig und gelassen im Verkehr mit, auf der Autobahn genauso wie in der Stadt. Da ruckelt nichts, die Straßenlage ist deutlich fester als bei den höher gestellten SUV CX-3- und CX-5-Reihen. 

Mit der Schildererkennung nimmt es die Kamera hingegen nicht so genau. Da werden schon mal Tempolimits gesehen, die für andere Straßen gelten – so sollte der Alarm-Hinweiston lautlos gestellt werden, will man nicht permanent genervt sein.

Beim Verbrauch überzeugt der Mazda

Überzeugen kann der Japaner darüber hinaus beim Verbrauch. Wer mit Bedacht das Gaspedal tritt und vorausschauend unterwegs ist, der kann den Mazda äußerst sparsam fahren. Auf unserer Testrecke über Land kamen wir – wie vom Hersteller versprochen – mit vier Litern Diesel je 100 Kilometer aus. Lediglich bei reinem Stadtverkehr sind die angestrebten 5,1 Liter ambitioniert. Wir lagen rund 0,7 Liter darüber. Auf der Autobahn hat der CX-30 ordentlich Durst, wenn sich die Tachonadel jenseits der 160 einpendelt.

Elegantes Aussehen auf der Straße.

Ordentliches Platzangebot im Mazda

Wie sieht es mit dem Platzangebot aus? Da erfüllt der Hersteller die meisten Wünsche der potenziellen Käufer. Vorne gibt es nichts zu meckern, die Sitze sind straff, Bein- und Kopffreiheit reichen auch für größere Mitfahrer/innen aus. Ähnlich sieht es im Fond aus. Selbst auf längeren Strecken bleibt es bequem. Wünschenswert wäre in unserem Testfahrzeug lediglich eine optionale Sitzflächenverlängerung des Fahrer- und Beifahrersitzes.

Sehr aufgeräumt ist der Innenraum im Mazda CX-30.

Geschwindigkeitserkennung überzeugt beim CX-30 nicht

Weniger überzeugt hat die Geschwindigkeitserkennung. Gerade auf der Autobahn erkannte das System die Schilder nicht korrekt oder gar nicht, sodass eine falsche Höchstgeschwindigkeit über eine längere Strecke angezeigt wurde.

Alles in allem kann der CX-30 aber überzeugen. Der Japaner ist zwar kein Billig-Import-Auto – doch für sein Geld bekommt der Kunde ein Fahrzeug, das mehr als ordentlich ausgestattet ist.

Daten und Fakten zum Fahrzeug

Motor/Getriebe: Verbaut ist ein 1,8-Liter-Dieselmotor mit Turboaufladung und Start-Stopp-System, der 116 PS leistet. Sechsgang-Schaltgetriebe. Maximales Drehmoment: 270 Nm bei 1600 bis 2600 Umdrehungen. CO2: 135 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-TEMP.

Leistung: Höchstgeschwindigkeit 183 km/h. Von 0 auf 100 km/h: 10,8 Sek. Angegebener Verbrauch: ca. 4,4 Liter Diesel (kombiniert). Im Test zeigte der Bordcomputer am Ende 6,5 Liter im Mix. Anhängelast bis 1300 kg.

Karosserie: Länge 4,40 Meter, Breite 1,80 Meter (inkl. Spiegel 2,04m), Höhe 1,54 Meter. Gepäckraumgröße 430 bis 1406 Liter. Leergewicht: 1419-1509 kg. 

Preise: In der Grundausstattung gibt es den CX-30 ab 24.790 Euro. Unser Testfahrzeug kostet ab 28.290 Euro (darin enthalten sind z. B. bereits Einparkhilfen vorne und hinten mit Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung und Lenkrad- sowie Sitzheizung). In der gefahrenen Ausstattung (u. a. mit Ledersitze, Bose-Sound-System) liegt der Preis bei 34.639 Euro.

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