Mercedes GLB - so gut schlägt sich der Siebensitzer im Feld der Familientaxis
+
Der neue Mercedes-Benz GLB und Mercedes-AMG GLB 35 4MATIC.

Vergleichstest

Mercedes GLB - so gut schlägt sich der Siebensitzer im Feld der Familientaxis

Kein Hersteller hat so viele verschiedene SUV´s wie Mercedes. Der neue GLB ist Nummer 8, mit Platz für 7. Damit drängt er in die Klasse der Familientaxis.

  • Platz für eine halbe Fußballmannschaft: So geräumig ist der GLB.
  • Aber wie gut schlägt sich der neue Mercedes in der Praxis?
  • Siebensitzer im Preisvergleich: bis zu 10.000 Euro Unterschied.

Am Morgen die Kinder in die Schule bringen. Nachmittags alle wieder abholen. Dann die Buben ins Fußballtraining, die Mädchen zum Ballett. Und am besten nimmt man noch Freunde und Nachbarskinder mit. Dafür brauchen die Eltern von heute viel Platz im Auto. Siebensitzer liegen voll im Trend, und zwar nicht nur bei den Luxuswagen, sondern auch bei den kostengünstigeren Kompaktautos. Das hat jetzt auch Mercedes erkannt und schickt den brandneuen GLB ins Rennen.

Mercedes GLB stellt sich einer starken Konkurrenz

Behaupten muss sich der SUV gegen mächtige Konkurrenten: Alleine der VW-Konzern fährt drei Modelle auf: Den Megaseller Tiguan als Allspace, den Seat Tarraco und den Skoda Kodiaq. Aus dem Fernen Osten kommen Kia Sorento, Mitsubishi Outlander und Honda CR-V. Und für Frankophile gibt es noch den Peugeot 5008 als Alternative.

Über Stock und Stein. Der GLB ist wie alle SUVs von Mercedes-Benz auch ein Fahrzeug fürs Gelände.

Vom Aussehen her hat der Mercedes GLB von allem etwas: Hier ein bisschen G-Klasse, dort ein wenig GLE-Optik. Gebaut wird er auf der Plattform des neuen GLA* und der B-Klasse. Aber schaut man sich die Außenmaße an, ist der GLB alles andere als kompakt. Den kleinsten Sterne-SUV, den GLA, übertrifft er mit seiner Länge von 4,63 Meter um mehr als 20 Zentimeter und ist damit nur drei Zentimeter kürzer als der höher platzierte GLC. Dazu noch ein Radstand von 2,83 Metern - und schon streckt sich das Auto derartig, dass im Kofferraum noch zwei zusätzliche Sitze untergebracht werden können.

Sieben Sitze auf einen Streich. Damit bietet der Mercedes GLB mehr als alle anderen im Kompakt-Segment.

Wer größer als 1,68 Meter ist, passt hier allerdings nicht mehr rein - vorausgesetzt er hat sich an der Rücksitzbank vorbei geschlängelt, ohne sich den Kopf oder andere Gliedmaßen anzuhauen. Da darf man sich einfach nichts vormachen: Die dritte Reihe ist nur für die Jüngsten geeignet. Damit auch lange Fahrten bewältigt werden können, gibt es rechts und links Auflademöglichkeiten für Smartphones oder Tablets.

Für Passagiere bis zu einer Größe von 1,68 Metern sind die zwei Notsitze ganz hinten gedacht.

Wenn eine halbe Fußballmannschaft im GLB untergebracht ist, schmilzt auch der Kofferraum. Hochkant hinter den Notsitzen lässt sich dann nur noch das Nötigste verstauen. Wenn die dritte Reihe im Boden versenkt ist, steht dann wieder der eher normale 560-Liter-Stauraum zur Verfügung. Dabei erweist sich das Ladekonzept als extrem praktisch - weil flexibel. Denn auch die Rückbank kann man um bis zu 14 Zentimeter verschieben, um wahlweise mehr Beinfreiheit oder mehr Platz im Kofferraum zu schaffen. In der passagierfreundlichen Stellung reist man hinten wie in einer Luxus-Limousine. Da hat der GLB schon fast die Qualifikation zu einem Chauffeursauto.

Die hintere Rücksitzbank lässt sich um 14 Zentimeter verschieben. Für mehr Gepäck oder mehr Beinfreiheit.

Mercedes GLB: Großer Komfort beim Fahren

Großzügig ist der SUV-Bus auch vorne. Bequem und komfortabel - wie geschaffen für weite Reisen. Unterstützt wird man dabei vom vorbildlichen Infotainment-System, dem MBUX - Mercedes Benz User Experience bedeutet dieses Akronym. Vorbildlich ist nicht nur die Bildschirmlandschaft, die sich aus zwei Screens zusammengesetzt von Links bis zur Mitte des Cockpits zieht, sondern auch die einfache und wirklich intuitive Bedienung. Wer zu faul ist, den Touchscreen zu berühren, spricht einfach mit der Digitalassistentin.

Das digitale Infotainment-System MBUX mit der durchgehenden Bildschirmlandschaft kostet zwar rund 3000 Euro Aufpreis, rentiert sich aber.

Die hat sich im Lauf ihrer zweijährigen Karriere in der Tat gemausert. Gab es in früheren Versionen noch echte Verständigungsschwierigkeiten („Motordaten bitte.“ „Ich kenne ihre Mutter gar nicht.“), so kann man sich nun schon fast unterhalten. Wer höflich „Danke“ sagt, der wird mit „Bitte, keine Ursache“ belohnt. Auch sonst muss man sich nicht wie bei anderen Herstellern an vorgefertigte Sätze wie „Navigiere nach...“ und ähnliches halten. Es genügt schon: „Hey Mercedes, bitte in die Rivastraße 1 nach Unterföhring fahren!“, und los gehts.

So fährt sich der Mercedes GLB

Das Fahrverhalten ist dabei jederzeit gutmütig, ein Kurvenräuber wird aus dem GLB auch im Sportmodus nicht. Und so ist man eher vernünftig und fast schon chillig unterwegs. Der Tankwart wird dabei nicht zum besten Freund, sondern ist eher eine Zufallsbekanntschaft. Auch wenn es derzeit keiner hören will - beim Verbrauch gilt nach wie vor die alte Regel: Nichts schlägt einen Diesel. Mit 6,1 Litern auf 100 Kilometern lag der Testwert nur um einen Liter höher als der angegebene Normverbrauch. Dabei waren wir nicht gerade im Schongang unterwegs, sondern drückten auf der Autobahn von München nach Salzburg gehörig auf die Tube.

Knapp 1.800 Liter Ladung passen in den Mercedes GLB hinein. Ein Auto mit Umzugsqualitäten.

Auf die Tube drücken ist in diesem Fall relativ. Mit einem Gewicht von 1,7 Tonnen, das mit drei weiteren Passagieren und Reisegepäck dann knapp über zwei Tonnen liegt und den 150 Pferdestärken unter der Haube macht man natürlich keine großen Sprünge. Der 2,0-Liter Diesel ist mächtig in den unteren Drehzahlbereichen, im Sport-Modus zieht er mit seinen 320 Newtonmetern Drehmoment auch ordentlich an. Das war´s dann schon. Um auf Tempo 150 zu kommen braucht man Geduld. Aber: Mehr Power braucht dieser Typ von Auto auch nicht. Wer den Tritt aufs Gaspedal mit der entsprechenden Reaktion beim Abzug haben will, auch dem kann geholfen werden. Den gleichen Dieselmotor gibt es auch mit 190 PS oder man greift gleich zum 250er Benziner mit 224 PS.

Schöne Aussichten verspricht der Mercedes GLB, mit Allrad und einem speziellen Offroad-Programm kan er auch Gelände.

Wenn es ein bisschen mehr sein darf, dann helfen bei Mercedes wie immer die drei Großbuchstaben AMG weiter. Mit 306 Pferdestärken kriegt der GLB dann sicher einen standesgemäßen Aufgalopp hin. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Familien-SUV auch im Gelände betrieben werden kann. Dazu gibt es den Vierradantrieb 4matic und ein spezielles Offroad-Programm mit Bergabfahrthilfe.

Kameras beobachten für den Fahrer das Gelände. So wird Offroadfahren zum Kinderspiel.

Mercedes GLB: Das kostet der SUV im Vergleich zu Konkurrenz

Wo steht der GLB preislich im Vergleich mit der Konkurrenz? Als Basis haben wir die günstigsten Varianten mit der kleinsten verfügbaren Motorisierung hergenommen.

  • Beim GLB 180 mit 136 PS (Benziner) geht es ab 39.700 Euro los.
  • Der VW Tiguan Allspace mit 150 PS (Benziner) startet bei 35.520 Euro.
  • Die Konzern-Konkurrenz mit jeweils 150 PS (Benziner) liegt bei 31.700 Euro (Seat Tarraco) und 31.500 Euro (Skoda Kodiaq).
  • Beim Kia Sorento (200 PS Diesel) werden 36.650 Euro fällig.
  • Günstig ist der Mitsubishi Outlander (150 PS Benziner). Er kostet ab 31.100 Euro.
  • Knapp unter 40.000 Euro landet der Honda CR-V mit dem 173 PS-Turbobenziner.
  • Der Preisbrecher aber kommt aus Frankreich. Der Peugeot 5008 kostet in der Basisvariante mit sieben Sitzen nur 28.750 Euro. Dafür bekommt man aber nur den 130 PS starken 1,2-Liter-Benziner.

Unser Fazit zum Mercedes GLB

Wer Dynamik sucht beim GLB, der sollte sich von den Basismodellen 180 und 180 d (136 und 116 PS) fernhalten.

Mit den Worten, er sei ein einfacher und bescheidener Arbeiter im Weinberg des Herrn, kommentierte Bayern-Papst Benedikt seine Wahl zum obersten katholischen Kirchenoberhaupt. Ein einfacher Arbeiter ist auch der Mercedes GLB. Robust, praktisch, familienfreundlich. Bescheiden wohl kaum, denn schon als 200er Diesel kostet die Kreuzung aus SUV und Bus über 42.400 Euro. Und wer ein Auto auf der (technischen) Höhe der Zeit haben will, legt bei Mercedes noch gut und gerne die Hälfte vom Grundpreis drauf. (Rudolf Bögel) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Lesen Sie auch: Neuer Super-SUV von Alpina – das hat der XB7 wirklich drauf.

Datenblatt Mercedes GLB 200 D 4matic

Hubraum:

1.950 ccm

Leistung:

150 PS

Drehmoment:

320 Nm bei 1.400 U/min

Getriebe:

8-Gang-DCT

Antrieb:

Allrad

Länge/B/H:

4,63/ 2,02 /1,66 Meter

Leergewicht (zul):

1.735 (515) kg

Kofferraum:

560 - 1.755 l

0 auf 100:

9,3 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit:

201 km/h

Normverbrauch:

5,0 l/100 km*

Co2-Emission :

132 g/km*

Preis (ab):

42.400 Euro

Auch interessant: Oldtimer-Test: So fährt sich ein fast 100 Jahre alter Roadster.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Unterwegs mit dem Baumpfleger: Er hört, wo Brandkrustenpilz und Hallimasch wüten
Unterwegs mit dem Baumpfleger: Er hört, wo Brandkrustenpilz und Hallimasch wüten
Vierte Rundreise durch Marl: Tankstelle, Thai-Massage und viele Hunde
Vierte Rundreise durch Marl: Tankstelle, Thai-Massage und viele Hunde
Video
Straßen in Marl: Die Breddenkampstraße führt ins Grüne | cityInfo.TV
Straßen in Marl: Die Breddenkampstraße führt ins Grüne | cityInfo.TV
Transfer-Ticker zum S04: Jochen Schneider bestätigt Anfragen für Hamza Mendyl
Transfer-Ticker zum S04: Jochen Schneider bestätigt Anfragen für Hamza Mendyl
Mehr Staffeln, kein Westfalenpokal
Mehr Staffeln, kein Westfalenpokal

Kommentare