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Was hat der Peugeot e-208 auf dem Kasten? Wir haben es getestet.

Fahrbericht

Der neue Peugeot e-208: Kampfflugzeug mit Elektroantrieb

Das absolute Erfolgsmodell von Peugeot, den 208 , gibt es nun auch in der umweltverträglichen Flüstervariante. Wir sind ihn gefahren und können verraten: Das ist E-Mobilität einer anderen Dimension.

Und so fährt sich der Elektro-Peugeot: Rund 310 Kilo schwerer als die Modelle mit herkömmlichem Antrieb, die Batterien im Boden unter den Vordersitzen und der Rückbank untergebracht, weist er von vornherein einen besseren Schwerpunkt auf als die Verbrenner. Noch knackiger, noch strammer liegt der e-208 dadurch auf der Straße.

Das Mehr an Gewicht merkt man dabei gar nicht, das überspielt das satte Drehmoment und die Kraft der 150 Pferdestärken. Wählen kann man zwischen fünf Fahrmodi. Eco, Normal und Sport und bei Letzterem kann man die Rekuperationstärke, also die Energie-Rückgewinnung beim Bremsen, auch noch in zwei Stufen einstellen.

Peugeot e-208: Ist nur einmal pro Woche tanken realistisch?

Geschont haben wir bei der Testfahrt Auto und Batterie nicht, aber wir wollten ja auch die tatsächliche Reichweite testen. Nach dynamischer 65 Kilometer langer Fahrt, blieben von ursprünglich 300 Kilometern nur noch 180 Kilometer Rest-Reichweite übrig. Bei einem Verbrauch von 17,6 Kilowattstunden und damit leicht über den angegebenen Werten. Bon! Das ist nicht gut, aber auch nicht schlecht.

Dass man bei einer täglich zurückzulegenden Distanz von unter 50 Kilometer und bei einer Gesamtreichweite von 340 Kilometern ergo nur einmal in der Woche tanken muss, wie von Peugeot angepriesen, können wir uns somit leider nicht vorstellen.

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Peugeot e-208: Ladezeiten zwischen fünf und elf Stunden

Es sei denn man legt den Spaßfaktor beiseite und behandelt das Gaspedal ein wenig vorsichtiger als wir. Oder der Fahrer bevorzugt im Normalbetriebe die höchste Rekuperationsstufe, denn dann lädt der e-208 ordentlich nach. Es macht sogar Riesen-Spaß, wenn man nur mit dem Gaspedal fährt und versucht, fast ganz ohne die Bremsen auszukommen. Es geht. Eine ganz neue Art der automobilen Fortbewegung.

340 Kilometer soll der Peugeot e-208 mit einer Batterieladung schaffen.

Noch ein Wort zu den Ladezeiten, hier liegt bei einer Kaufentscheidung ja auch der Hase im Pfeffer. Wer über eine eigene Garage verfügt, kann herkömmlich aufladen, an einer 220-Volt-Steckdose, braucht dazu aber knapp 24 Stunden. Mon Dieu, das ist viel zu lang! Mit Wallboxen, je nach Ladestärke, kommt man auf Werte zwischen fünf und elf Stunden. Ein 100-kw-Schnelllader pumpt 80 Prozent Leistung in 30 Minuten in die Batterie. Die soll immerhin acht Jahre oder 160.000 Kilometer lang halten. Zumindest bis zu 70 Prozent Restkapazität.

Peugeot e-208: Elektromobilität als Chance für Autokonzerne

So wichtig ist das Modell für den PSA-Konzern, dass sogar deren Chef bei der Fahrpräsentation vorbeischaut. Obwohl gebürtiger Portugiese gibt sich der Peugeot-Citroen-Opel-Boss Carlos Tavares (61) durch und durch Französisch. "Freie Mobilität ist die Grundlage der Demokratie" formuliert er beim Tischgespräch kämpferisch und es weht ein Hauch von "vive la révolution" durch den Korkeichenwald in der Nähe des portugiesischen Städtchens Comporta, wo er den e-208 aus der Taufe hebt.

Den Kampf um die freie Mobilität hat der als knallhart eingestufte Manager angenommen wie auch schon andere Herausforderungen. Zum Beispiel die Umsatzrendite des angeschlagenen Konzerns innerhalb weniger Jahre wieder auf 7,7 Prozent zu bringen. "Wir" - und damit meint er die Autokonzerne, "müssen Lösungen bringen. Das ist auch eine Chance für uns." Elektromobilität sei die Antwort, um die immer schärfer werdenden Umweltauflagen zu erfüllen und den Kampf gegen die CO2-Emissionen aufzunehmen. Aber er will den Kunden die Liberté, also die Freiheit der Entscheidung, überlassen. "Kaufen Sie einen Peugeot und wählen Sie dann ihren Antrieb", sagt er.

Zwar ist der Peugeot e-208 in der Anschaffung teurer als klassische Antriebe, aber die Wartung ist günstiger.

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Und der darf beim Megaseller 208 gerne elektrisch sein. Ab nächstem Jahr beginnt die Auslieferung, bei den Franzosen rechnet man mit einem Marktanteil von zehn Prozent. Warum nicht mehr? Fehlende Lademöglichkeiten - und natürlich auch der Preis. Denn zwischen dem günstigsten Modell, dem Pure-Tech-Benziner mit 75 PS in absoluter Basisausstattung, und dem e-208 in der Aktive-Ausführung liegen Welten. 15.490 Euro kostet der eine, der andere startet erst bei 30.450 Euro.

Peugeot e-208 in der Anschaffung teurer, aber im Unterhalt günstiger

Um es noch deutlicher auszudrücken: Für ein E-Auto bekommt man zwei herkömmliche Modelle. Damit hat man aber die Rechnung ohne den (Betriebs-)Wirt gemacht. Zwar liege der Anschaffungspreis eines E-Autos höher, man müsse aber, um zu einem reellen Ergebnis zu kommen, die Wartungs-, Ersatzteil- und Betriebskosten mit einbeziehen, sagen die Franzosen.

Weniger Wartung trifft zum Beispiel auf die Kupplung zu, die es in einem E-Auto ja nicht gibt. Auch bei Verschleißteilen, etwas bei den Bremsen, fahre man finanziell besser. Und die Energiekosten seien im Betrieb auch geringer. So ergäbe sich laut Peugeot ein Nullsummenspiel. Ein e-208 sei genauso teuer wie ein herkömmlicher Verbrenner. Ob die Kunden die frohe Botschaft auch so annehmen wie verkündet - das wird man noch sehen.

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Peugeot e-208: Klassisches Design

Apropos sehen: Im Gegensatz zu anderen E-Autos merkt man dem Elektro-208 tatsächlich nicht gleich an, dass er über einen alternativen Antrieb verfügt. Außer seinerfast lautlosen Fortbewegungsart, einem kleinen e auf der C-Säule und natürlich den fehlenden Auspuffrohren unterscheidet sich der Elektro-Peugeot äußerlich kaum vom herkömmlichen Verbrenner. Auch das ist durch und durch Französisch und auch das mag man als Spätfolge der Revolution von 1789 ansehen. Ein Ziel davon war ja die Egalité die Gleichheit.

Äußerlich unterscheidet sich der Peugeot e-208 nicht von seinen Verbrenner-Brüdern.

Das steckt unter der Haube des Peugeot e-208

Aber nun zu den Modellen mit den herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Wir haben das 101-PS-Triebwerk und das Spitzenmodell mit 130 PS ausprobiert. Basis ist immer ein 1,2-Liter großer Reihen-Vierzylinder, der in der 101-PS-Variante wahlweise mit einem 6-Gang-Handschalter oder mit der neuen 8-Gang-Wandler-Automatik ausgestattet ist. Den 130er gibt es nur mit Automatik. Wir würden in jedem Fall zu Letzterem raten, weil der Handschalter leider nicht mit dem sportlichen Anspruch des neuen 208 mithalten kann.

Lange Schaltwege, lasche Führung - knackig ist hier rein gar nichts und so leidet das Fahrvergnügen beträchtlich. Schade, denn das Fahrwerk ist fein abgestimmt, nicht zu hart, aber nicht zu weich. Die winzigen Kurven im südlichen Hinterland von Lissabon fordern Motor, Lenkung und Stoßdämpfer wirklich heraus. Aber der neue 208er beweist, dass er ein echter Kerl ist. Exakt und mit viel Bravour flitzt der kleine Racker durch die Kurven, dass es eine wahre Freude ist. Ob als Benziner, Diesel oder als Elektro.

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Peugeot e-208: Ein Cockpit wie aus einem Sci-Fi-Film

Überzeugend ist auch das neue iCockpit, das dreidimensional daherkommt. Dabei werden verschiedene Ebenen so übereinander gelegt, dass ein Hologramm entsteht. "Eine Optik wie im Kampfflugzeug" klopfen sich die Franzosen stolz auf die Brust. Und sogar zurecht. Denn abgesehen davon, dass die verschiedenen Displays die Informationen übersichtlich, klar und schnell rüberbringen, ist die Optik schlichtweg cool.

Das iCockpit des Peugeot e-208 könnte direkt aus einem Avengers-Film entstammen.

Das iCockpit sieht so aus, als stamme es aus dem neuesten Star-Wars- oder Avengers-Streifen. Es ist farblich gestaltbar (grün, blau oder feuerrot), man verfügt über unterschiedliche Layouts und kann sich bei Bedarf gerade benötigte Daten wie Navi-Informationen vom Zentraldisplay herüberholen.

Oh là là, Design und Mode - das können die Franzosen. Auch außen. Die Klauen-Optik an Front und Heck, typisch für die Marke mit dem Löwen, wirkt dynamisch, frech und macht auch ein kleines Auto ganz groß. Auf dem Laufsteg der mobilen Eitelkeiten erntet der 208 damit mindestens ein Raunen, wenn nicht sogar Beifallsstürme.

Unser Fazit zum Peugeot e-208

Wer suchet, der findet beim neuen Franzosen natürlich auch den ein oder anderen Makel. Den Handschalter haben wir schon erwähnt, die Verbräuche sind bei den Benzinern mit deutlich über sieben Litern auch nicht unbedingt heldenhaft. Alles Petitessen im Vergleich zum autonomen Fahren der Stufe 2, das der Peugeot angeblich beherrschen soll.

Nach einem Test auf der Autobahn kann man nur sagen: Wenn man das System machen lässt, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Polizei relativ schnell im Rückspiegel auftaucht. Das Auto pendelt erst wie ein wildgewordener Kuhschwanz zwischen den Straßenmarkierungen, um dann den durchgezogenen Strich zu ignorieren und stur auf das Geländer der Vasco-Da-Gama-Brücke zuzuhalten.

Da müssen die Ingenieure noch üben. Dabei dürfen sie sich ruhig Zeit lassen. Denn das Selberfahren ist beim neuen 208 einfach zu schön, um es dem Computer überlassen.

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Peugeot 208: Technische Daten

Länge / Breite / Höhe in Metern:

4,05 / 1,96 / 1,43

Motor:

Dreiphasen-Synchronmotor mit Permanentmagnet

Getriebe:

Automatik-Elektroantrieb mit fester Getriebeübersetzung

Batteriekapazität:

50 kWh

Leistung:

136 PS bei 5.500 U/min

max. Drehmoment:

260 Nm

0 - 100 km/h:

8,1 s

Spitze:

150 km/h

Reichweite:

340 km (WLTP)

Normverbrauch (kombiniert):

16,9 kWh

CO2-Emissionen:

Keine

Effizienzklasse:

A+

Preis:

ab 30.450 Euro

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Rudolf Bögel

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