Fahrbericht

Der neue VW e-Up: So gut und günstig kann ein E-Auto sein

Größerer Reichweite - kleinerer Preis. VW hat den Kleinstwagen Up elektrisch aufgerüstet. Der e-Up ist um 1000 Euro billiger als sein Vorgänger und schafft bis zu 260 Kilometer emissionsfrei. Wir haben den kleinen Stromer bei einer ersten Ausfahrt getestet.

Jetzt gibt es wirklich keine Ausreden mehr. Wer ein umweltfreundliches Auto für die City oder ein flüsterleises Pendler-Auto für stadtnahe Bezirke sucht, der ist beim e-Up genau richtig. Die Umweltprämie abgezogen kostet der kesse Kleine je nach Ausstattung ab rund 17.000 Euro. Weniger geht auch, wenn man auf die baugleichen Konzernbrüder Seat Mii electric und Skoda Citigo electric zurückgreift, die noch um einen Tausender billiger sind.

Schön leise mit dem VW e-Up

Aber bleiben wir beim e-Up, der vom Design her der schönste des umweltfreundlichen Trios ist. Reinsetzen, Schüssel umdrehen - Stille. Nur beim Anfahren und bis Tempo 22 gibt der kleinste Volkswagen ein paar Töne von sich, ein leichtes Brummen, das in feines Fauchen übergeht. Schließlich wollen Fußgänger und Radfahrer akustisch gewarnt werden, wenn sich das eigentlich lautlose Elektro-Auto nähert.

Diese Ruhe beim Fahren! Himmlisch. Da entspannt man ganz automatisch, auch im hektischstem Großstadtverkehr. Und souverän fährt der e-Up auch noch. Der 81 PS starke Strom-Motor braucht zwar fast 12 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Aber nur auf dem Papier. Gefühlt hat man eine kleine Rennsemmel unter dem Hintern. Liegt natürlich auch am Drehmoment von 212 Nm, das für diese Klasse schon bärenstark ist. Auch weil es - typisch für einen elektrischen Antriebsstrang - sofort voll anliegt und sich nicht erst über die steigenden Drehzahlen aufbauen muss.

An der Ampel jedenfalls lassen wir den ein oder anderen dicken Verbrenner zur Verblüffung des jeweiligen Fahrers stehen. Das macht Spaß. Genauso wie das Rekuperieren. An diesen Ausdruck sollte man sich besser schnell gewöhnen im Elektro-Zeitalter. Rekuperieren heißt nichts anderes als Energierückgewinnung beim Bremsen. Dabei werden E-Motoren als Strom-Generatoren eingesetzt, wenn man vom Gas geht.

Rekuperieren beim e-Up

Den Grad der Energierückgewinnung kann man dabei selbst bestimmen. Insgesamt vier Stufen stehen dem Fahrer beim e-Up zur Verfügung. Bei Stufe 1 bremst der E-Motor nur leicht, bei Stufe vier greift er so stark in das Geschehen ein, dass man fast ohne die eigentlichen Bremsen und nur mit der Bedienung des Gaspedals auskommt. Der e-Up rekuperiert so gut, dass wir bei unserer Testfahrt in der Stadt nur geringe Energie-Verluste haben und die Reichweite deshalb nur ganz langsam sinkt. Erst bei höheren Geschwindigkeiten verliert die Batterie deutlich an Ladung. Deshalb wird die Höchstgeschwindigkeit auch bei Tempo 130 abgeregelt.

Schafft der VW e-Up die vorgegebene Reichweite und Ladezeit?

Rund 70 Kilometer waren wir mit dem e-Up hauptsächlich in der Stadt und auf City-Autobahnen unterwegs. Nach unserer Erfahrung erscheint uns die von VW angegebene Gesamt-Reichweite von bis zu 260 Kilometern durchaus realistisch. Möglich macht das die auf 32,3 kwH gewachsene Batterie, die je nach Lademöglichkeit in weniger als 60 Minuten wieder 80 Prozent Leistung hat (Gleichstrom). An einer 7,2 kW- dauert es zwischen vier und fünf Stunden. An der Haushaltssteckdose sollte man über 16 Stunden einkalkulieren.

Abhängig von der Fahrweise liegt der durchschnittliche Verbrauch bei rund 13 Kilowattstunden. Im Schnitt bezahlt man in Deutschland zur Zeit knapp 30 Cent pro kW. Das heißt: 100 Kilometer Fahrt kosten rund vier Euro - ein Wert der mit einem Verbrenner derzeit nur schwer zu erreichen ist. Damit ist der e-Up vom Preis her das ideale Pendler-Auto. Auch Reichweiten-Ängste muss man mit diesem Auto keine mehr haben. Denn ein durchschnittlicher Pendler fährt in Deutschland täglich nur rund 35 Kilometer. Da sollte eine volle Batterie-Ladung dann tatsächlich die ganze Woche über halten. Platz bietet der e-Up für vier Personen, mehr als eine gut gefüllte Damen-Handtasche jeweils, passt dann aber nicht mehr in den Kofferraum. Der fasst im normalen Zustand rund 250 Liter, wenn die Rückbank umgeklappt ist, stehen 959 Liter zur Verfügung. Groß genug für die Wochenend-Einkäufe eines Single- oder eines Zwei-Personen-Haushalts.

Der Kofferraum umfasst 250 Liter.

Unser Fazit zum VW e-Up

Mit einer wirklich realistischen Reichweite von bis zu 260 Kilometern, einem Betriebspreis von nur vier Euro pro 100 Kilometer und Anschaffungskosten von rund 17.000 Euro dürften e-Up und seine Konzernbrüder auch die letzten Elektro-Skeptiker überzeugen. Spätestens dann, wenn man selbst am Steuer sitzt und die moderne Art der lautlosen Fortbewegung spürt, fährt man voll darauf ab: Das ist mehr als Autofahren, das ist Wellness auf vier Rädern.

Auch interessant: Weltpremiere: Das kann der neue VW Golf 8.

Datenblatt zum VW e-Up

Motor:

permanenterregte Synchronmaschine (PSM)

Max. Leistung:

83 PS

Max. Drehmoment:

212 Nm

Getriebe:

1-Gang-Automatik

Leergewicht:

1160 Kilo

Zul. Gesamtgewicht:

1530 Kilo

Stromverbrauch:

12,9 kW/h pro 100 km

Batterie:

32,3 kW/h

Ladedauer AC bis 100 %:

16 h 12 min

Ladedauer AC (7,2 kW) bis 80 %:

4 h 15 min

Ladedauer DC (50 kW) bis 80 %:

1 h

0 auf Tempo 100:

11,9 s

Höchstgeschwindigkeit:

130 km/h

Länge/Breite/Höhe:

3,60/1,91/1,49 m

Kofferraumvolumen (geklappt):

251 (959) l

Wendekreis:

9,8 m

Lesen Sie auch: Elektroauto laden: Über diese Dinge sollten Sie unbedingt Bescheid wissen.

Rudolf Bögel

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