Test: Jaguar F-Pace

Nahe an der Perfektion ...

  • Randolf Leyk
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Marl - 380 PS, von null auf hundert in 5,5 Sekunden - Laufruhe pur, puristisches Design: Der neue Jaguar F-Pace ist nahe am perfekten Auto. Die Briten brauchen sich mit ihrem ersten SUV weder hinter Mercedes noch hinter Porsche zu verstecken. Einziges Manko: der hohe Verbrauch unseres Testmodells mit seinen sechs Zylindern.

Wer aber den Sound der sechs Zylinder in den Ohren klingen haben möchte und 380 PS im Grenzbereich ausreizt, den stört es nicht, wenn er nach 350 Kilometern wieder an die Tankstelle fahren muss. Deutlich bessere Verbrauchswerte verspricht da der Diesel. Doch zurück zum 3,0-Liter-Kompressor, der mit einer schier unbändigen Kraft über die Straßen rollt. Äußerlich erinnert er mit seiner markanten Seitenpartie an Jaguars Sportwagen F-Type. Trotz des bulligen Kühlergrills macht der F-Pace eine elegante Figur. Die sportliche Figur spiegelt sich auch beim Fahren wider. Die Torque Vectoring Technologie reduziert die Gefahr des Untersteuerns in Kurven und verleiht dem Wagen die Agilität eines Sportwagens, die sich mit dem „Drive Control“ fortsetzt. Dort bietet der Dynamic-Modus schnellere Gangwechsel und eine sportlichere Kickdown-Funktion, während im Eco-Modus früheres Hochschalten zur Steigerung der Effizienz und im Winter-Modus ein gedämpftes Ansprechverhalten bei rutschigen Straßenverhältnissen zum Tragen kommen. Auch sonst überzeugt der F-Pace zu jeder Zeit mit souveränem Fahr-Komfort, egal, auf welchem Untergrund und welchen Wetterverhältnissen.

Der Innenraum ist so gestaltet, wie man es von einem britischen Gentleman erwartet. Die Ausstattung ist sehr elegant und sportlich zugleich. Zudem ist der Bereich für den Fahrer nicht mit Bedienelementen überfrachtet. Ein Großteil aller Funktionen wird über das 10,2 Zoll große Touch-Display (serienmäßig 8 Zoll) geregelt – das wirkt übersichtlich und aufgeräumt, auch wenn die Bedienung nicht in allen Bereichen intuitiv ist. Im Fond gibt es reichlich Platz für drei Personen, die weder Angst um ihr Knie haben müssen, noch dass die Kopffreiheit nicht ausreichen könnte. Zudem konnten wir in unserem Testmodell die Rückenlehnen elektrisch verstellen. Die gut 1 200 Euro Aufpreis für das üppig bemessene Glasdach lassen den F-Pace S zudem im Innenraum weiter wachsen – natürlich nicht real, doch zumindest gefühlt wirkt der Jaguar noch geräumiger. Und 650 Liter Kofferraum-Volumen machen den F-Pace familien- und urlaubstauglich.

Witziges Gimmick: Der Activity Key (367 Euro) ist ein wasserdichtes Armband, das zum Einsatz kommt, wenn der Schlüssel fehl am Platz wäre, wie zum Beispiel beim Sport. In diesem Fall ist der Schlüssel aus Sicherheitsgründen deaktiviert und der Activity Key dient zum Öffnen des Wagens.

Optional gehören natürlich die gängigen Assistenzsysteme zum Programm, die hier aber einmal vernachlässigt werden. Interessanter sind da die Fahrwerte, die das Herz eines sportlichen Fahrers höher schlagen lassen: die Kraft der 380 PS sind jederzeit abrufbar, und die Acht-Gang-Automatik schaltet dynamisch, schnell und harmonisch. Höher schlägt das Herz auch bei den Verbrauchs- und Emissionswerten. Die angegebenen 8,9 Liter/100 Kilometer im Mix konnten wir nicht ansatzweise erreichen. Wir lagen bei knapp 13 Litern. Die CO2-Emission liegt 209 g/km – das ist ebenfalls reichlich, bei 380 PS, Zylindern und AWD sind diese Werte aber zu erwarten.

Unsere Noten: - Äußere Werte: Der F-Pace nimmt teilweise die Linien des F-Type auf. Vor allem seitlich und von hinten wirkt der erste SUV aus der Jaguar-Schmiede sportlich-schick. Trotz „Crossover“ bleibt das Auto optisch ein Jaguar. Note: 2

- Innere Werte: Man sitzt sehr bequem. Vor allem im Fahrerbereich sind die Instrumente sehr übersichtlich angeordnet. In unserem Testmodell ist die englische Handschrift unverkennbar. Zudem verlaufen die Linien sehr harmonisch. Das Leder ist hochwertig und top verarbeitet. Note: 2+

- Raumangebot: Das Raumangebot ist mehr als ausreichend. Vor allem im Fond haben Mitfahrer reichlich Platz. Auch der Kofferraum bietet jede Menge Ladevolumen, das zwischen 650 und 1740 Litern (bei umgeklappten Sitzen) liegt und damit deutlich höher als beispielsweise beim Porsche Macan. Note: 2+

- Fahreigenschaften: Viel mehr Kraft geht nicht. Der F-Pace hält alles, was der Motos verspricht. Die Automatik sorgt dabei für reibungslose Beschleunigung ohne Ruckeln. Note: 1-

Motor:

Zur Verfügung stehen zwei Dieselmotoren (180 oder 300 PS) und zwei Benzinmotoren (340 oder 380 PS). Diese können mit Heckantrieb, Allrad, Schaltung oer Automatik gewählt werden. Unser Testwagen verfügte über einen 3,0-Liter-Benziner V6, Allrad (AWD) und Automatik-Getriebe.

Leistung:

280 kW (380 PS) leistet der Benziner. Das maximale Drehmoment von 450 Newtonmeter erreicht der Wagen bei 4 500 Umdrehungen. Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, von 0 auf 100 km/h in 5,5 Sekunden.

Karosserie:

4,73 Meter lang, 1,65 Meter hoch und 1,94 Meter breit. In den Kofferraum passen 650 Liter. Leergewicht: 1 861 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2 500 kg.

Preise:

Das Testmodell liegt bei 97 227 Euro inklusive Extras (ohne 76 350 Euro). Die Grundversion des F- Pace gibt es ab 43 500 Euro (180 PS, Diesel).

- Verbrauch: Unser Testmodell ist alles andere als sparsam. Mit dem Einsteiger-Diesel würde das sicherlich anders aussehen. Bei schneller und sportlicher Fahrweise knackte die Verbrauchsanzeige recht schnell die 20-Liter-Marke. Auch bei kurzen Strecken lagen wir deutlich über Herstellerangabe. Note: 3-

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