Toyota Hilux
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Ein Pick-Up für jede Art von Gelände. Der Toyota Hilux fühlt sich auf Straßen genauso wohl wie auf Hohlwegen, Schotter, Kies oder Sand.

Fahrbericht

Quantensprung für den Kult-Pick-Up: So gut fährt sich der neue Toyota Hilux

Er ist in über 100 Ländern zu Hause. In der Wüste genauso wie in der Arktis. Jetzt kommt der Kult-Pick-Up Toyota Hilux ganz neu auf die Straßen. Aber nicht nur dort macht er eine gute Figur. Der erste Test.

  • 18 Millionen Mal wurde der Pritschenwagen aus Japan schon verkauft.
  • Vor allem bei Motor und Fahrwerk haben die Entwickler nachgeschärft.
  • Als Invincible-Edition fordert er jetzt den Ford Raptor heraus.

Über 18 Millionen verkaufter Exemplare – der Toyota Hilux* ist auf fast allen Straßen und fast überall auf der Welt zu Hause. Ein praktischer Pritschenwagen, dem selbst die TV-Kult-Show „Top Gear*“ nichts anhaben konnten. Auch nach brutalster Behandlung (Abrissbirne, Salzwasser, Feuer) startete der Motor des Unkaputtbaren nach nur wenigen Umdrehungen. Wie will man so ein Kult-Auto noch besser und erfolgreicher machen? Nichts ist unmöglich, dachte sich Toyota und schaute sich den Markt genauer an. Abgesehen davon, dass das europäische Pick-Up-Segment insgesamt wächst (Prognosen sprechen von einem Plus von 35 Prozent bis 2023), entwickelt sich laut Toyota das Interesse an schicken Pritschenwagen mit mehr Leistung besonders stark. Und genau in diese Lücke preschen die Japaner jetzt mit der neuen Hilux-Generation.

Toyota Hilux im Fahrtest: Nur dicke Hose bei der Optik genügt nicht

Das Top-Modell trägt den Anspruch von Toyota schon im Namen. Invincible, also unbesiegbar, heißt der Hilux mit dem besonders bulligen Markengesicht und dem stämmigen Auftritt. Eine schon optische Kampfansage in Richtung Ford. Der Ranger Raptor hat ab sofort Konkurrenz aus Fernost. Nur eine dicke Hose genügt da freilich nicht, deshalb haben die Entwickler als erstes einen Blick unter die Motorhaube geworfen und festgestellt, dass bei den Pferdestärken unbedingt nachgebessert werden muss. 204 PS stecken in den neuen 2,8-Liter-Diesel. 54 mehr als in dem alten Reihenvierzylinder. Das reicht immerhin für eine Beschleunigung von 10,7 Sekunden von 0 auf 100. Entscheidend ist jedoch das 500 Newtonmeter (Nm) starke Drehmoment. Mit dem kann man im wahrsten Sinn des Wortes beim Tritt auf das Gas richtig Aufdrehen. 

Mächtige Spangen zieren die Front des Sondermodells Invincible. Damit tritt der Toyota Hilux gegen Konkurreten wie den Ford Raptor an.

Toyota Hilux: Mehr Turbo-Power durch größere Lader

Optimiert wurden Zylinderblock und Kühlung, aber vor allem der neu entwickelte und größere Turbolader sorgt für mehr Musik im Motorgehäuse. Sowohl Turbinen- als auch Verdichter-Rad sind um mehr als 20 Prozent gewachsen und können so mehr Ladeluftvolumen in die die Brennkammern schaufeln. Mit anderen Worten: Der neue Diesel hat eine größere Lunge bekommen und leistet deshalb mehr. Wer es gemütlicher haben will, kann es auch beim 2,4 Liter großen Selbstzünder mit 150 PS bewenden lassen. Der lässt sich mit einem Drehmoment von 400 Nm beim Spurt auf 100 etwas mehr Zeit. 2,1 Sekunden um genau zu sein. 

In der Ausstattungsvariante Invincible ist das Design auch im Heckbereich nachgeschärft. Ziehen kann der Pick-Up bis zu 3,5 Tonnen.

Auch beim Fahrwerk wurde der Hilux aufgerüstet

Aber auch beim Fahrwerk hat Toyota nachgelegt. Puristen müssen jetzt nicht gleich das Schlimmste befürchten. Der Hilux behält auch weiterhin sein Leiterrahmen-Fahrgestell. Verbessert wurde neben der Dämpferabstimmung vor allem die Hinterradaufhängung. Die Blattfedern sind um sechs Prozent gewachsen, die Reibungskräfte wurden minimiert. Und auch die geschwindigkeitsabhängige Servo-Lenkung wurde in Richtung Komfort überarbeitet. Das heißt sie spricht beim Manövrieren noch leichter an, bei höherem Tempo sorgt sie mit einem größeren Widerstand für sicheres Fahrverhalten. 

Toyota Hilux: 800 Watt aus der JBL-Anlage

Nach so viel Theorie die Praxis. Die Testfahrt führt auf die Autobahn. Wohlwollend ruht der Blick zunächst auf dem neuen Interieur. Kaum mehr eine Spur von grobschlächtiger Nutzfahrzeug-Optik. Hier und da glänzen schwarze Lack-Oberflächen, der Cockpit-Träger wirkt schmal und leicht, in der Mitte thront der 8 Zoll große Infotainment-Bildschirm wie ein edles Tablet. Wer will kann sein Handy jetzt sogar mit AppleCarPlay und Android verbinden. Gipfel des Lifestyles: Die neue 800 Watt starke Soundanlage von JBL.

Das Cockpit des Hilux kommt dem näher, warum der Toyota so heißt. Hilux kommt von high luxury. Luxuriös ist das Innere zwar nicht aber es genügt höheren Ansprüchen.

Hätte man die bloß schon früher gehabt, um von den lauten Fahrgeräuschen des Hilux abzulenken! Die neue Generation ist zwar kein Leisetreter geworden, hat sich aber deutlich gebessert. Bei Geschwindigkeiten bis zu Tempo 130 kann man sich im Fond mittlerweile recht gut unterhalten ohne Schreien zu müssen. Zusammen mit dem Sechsgang-Automatik-Getriebe lässt sich der Invincible recht flott fahren. Auf der Autobahn schnürt er sogar mit Tempo 180 vor sich hin. Seltsames Gefühl - ein Pritschenwagen als Donnervogel.

Pick-Up sagt man heute, Pritschenwagen hat man früher zu so eine Auto gesagt. Der Toyota Hilux ist jedenfalls ein guter Packesel für Arbeit, Sport und Spiel.

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Auf der Autobahn wird der Toyota Hilux richtig durstig

Natürlich erweisen sich die Brennkammern dann auch als besonders aufnahmefähig. Nach dem rund 50 Kilometer langen Autobahnstück stehen 11,4 Liter Verbrauch auf der Anzeige, insgesamt liegt der Durchschnitt bei 10,4 Liter. Nicht gerade wenig, aber schließlich ist der Pick-Up mit seinem Gewicht von knapp 2,3 Tonnen auch recht schwer. Noch verblüffender als die Beschleunigung ist in der Tat das Fahrwerk. Schon fast komfortabel gleitet man mit der neuen Generation Hilux über den Asphalt. Spurrillen bringen den langen Pritschenwagen kaum mehr aus dem Takt. Die Federung bügelt auch größere Schlaglöcher sanft weg. Natürlich muss man am Lenkrad noch ordentlich werkeln, um die 5,33 Meter Stahl und Blech um die Kurven zu wuchten, aber auch das ist verglichen zum Vorgänger deutlich besser geworden.

Und ab in den Steinbruch mit dem Pick-Up

Auch so eine Schräglage bringt den Hilux nicht aus der Ruhe. Und das gilt auch für den Fahrer im Gelände. Nur die Ruhe bewahren und der Technik vertrauen.

Den Hilux deshalb jetzt gleich als Gentleman der Straßen zu bezeichnen wäre übertrieben, aber das hemdsärmelige Latzhosen-Image dürfte er damit endgültig abgestreift haben. Natürlich nicht im Gelände. Da lässt sich der Unkaputtbare von nichts aufhalten. Im Steinbruch von Langenaltheim, einem berühmt-berüchtigten Offroad-Park, bewegt sich auch der neue Hilux mit schlafwandlerischer Sicherheit. Sogar eine mit Gesteinsplatten übersäte Abfahrt absolviert der Pick-Up mit Bravour ohne zu rutschen. Dabei liegt die Bodenfreiheit bei 31 Zentimetern, der vordere Böschungswinkel beträgt 29 Grad, der hintere 26 Grad. Und wenn der Hilux ins Wasser soll, dann packt er immerhin eine Wattiefe von 70 Zentimetern

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Unser Fazit zum neuen Toyota Hilux

Genau solche Haudegen-Eigenschaften braucht der Hilux. Zumindest für die unwirtlicheren Gegenden außerhalb Europas. In kultivierteren Landstrichen legt man mehr Wert auf die angenehmen Dinge des Lebens. Und deshalb kann man das Rollo, das die Pritsche abdeckt, neuerdings auch per Knopfdruck auf- und zuziehen. Eins von rund 300 Zubehörteilen, die man für den Hilux ordern kann. Auch hier ist der Hilux König. König der Accessoires.

Jetzt auch vollautomatsich: Die Abdeckung über der Ladefläche lässt per Knopfdruck auf- und zuziehen.

Unser Gesamturteil: Als praktisches und robustes Arbeitstier war der Hilux schon immer eine Bank. Nun kann man den Pick-Up auch ziemlich kultiviert über die Straßen scheuchen. Und wer Wert auf Lifestyle legt, ist beim Sondermodell Invincible genau richtig. Das kostet natürlich. Mit rund 50.000 Euro ist man hier dabei, die Basis kostet aber nur vergleichsweise zivile 26.500 Euro. (Rudolf Bögel) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Der Toyota Hilux Invencible ist ein starker Typ. Findet mid Auto Rudolf Bögel, der den Pick-Up auf der Straße und im Gelände gestestet hat.

Technische Daten Toyota Hilux 2,8 D, Double Cab (Invincible)

Länge / Breite / Höhe:5,33 / 1,90 (ohne Spiegel) / 1,82 Meter
Motor:2,8 Liter-Diesel
Hubraum:2.755 ccm
Maximale Leistung: 150 kW/204 PS bei 3.400 U/min
Maximaler Drehmoment:500 Nm zwischen 1.600 und 2.800 U/min
Getriebe:Stufenlose Sechsgang-Automatik
Antrieb:Allrad
0-100 km/h:10,7 Sekunden
Spitze:175 km/h
Normverbrauch (WLTP):8,8 – 10,1 l/100 km
CO2-Emission (WLTP):233 – 266 g/km
Laderaumabmessung Länge / Breite / Höhe:1,53 / 1,54 / 0,48
Anhängelast:3,5 t
Gewicht / Zuladung:2,36 / -1,06 t
Preis:ab 49.497 Euro

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Warnleuchten im Auto und was sie bedeuten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

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