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Kostenfalle Gebrauchtwagen

Vorschäden und hohe Unterhaltskosten beim Gebrauchtwagen - wenn das vermeintliche Schnäppchen zur Kostenfalle wird

Der niedrige Anschaffungspreis eines Gebrauchtwagens kann manchmal negative Folgen haben. Wenn nämlich ein Vorschaden besteht oder es sich um einen Unfallwagen handelt, werden die Mängel schnell offensichtlich. Hier geht es darum, welche möglichen Kosten die Käufer von Gebrauchtwagen erwarten und wie man diese kann.

Nötige Reparaturen

Ein Gebrauchtwagen überzeugt mit niedrigen Preisen, die oft zu gut sind, um wahr zu sein. Außerdem garantiert der jeweilige Händler, dass der Wagen generalüberholt und in einem guten Zustand ist. Leider kommt es manchmal vor, dass es sich hierbei um eine Täuschung handelt und dass es das Auto schon einen schweren Unfall hatte, obwohl der Verkäufer Unfallfreiheit versichert. Manchmal ist es in diesen Fällen möglich, den Autokauf rückgängig zu machen. Dabei kommt es auch darauf an, ob es sich um einen privaten oder gewerblichen Verkäufer handelt. 

Dennoch spricht der günstige Anschaffungspreis dafür, die nötigen Reparaturen selbst zu übernehmen. Wenn diese sich im Rahmen bewegen, wird dies von vielen Käufern hingenommen. Ein schlecht lackierte Stelle, eine kleine Delle oder ein Fehler an den Scheinwerfern zum Beispiel ist nicht allzu kostspielig. 

Manchmal sind die benötigten Reparaturen aber so teuer, dass sie sich im mittleren 4-stelligen Bereich bewegen. Wer diesen Betrag nicht mal eben locker machen kann (denn schließlich wollte man ja mit dem Kauf eines Gebrauchtwagens Geld sparen), muss unter Umständen nach einer Alternative suchen. Inzwischen gibt es viele günstige Kreditanbieter, die selbst ohne Schufa und auf Wunsch schon am nächsten Tag Kredite in dieser Höhe verteilen. Dabei ist es natürlich immer wichtig, die Bedingungen ganz genau durchzulesen. 

Hohe Unterhaltskosten beim Gebrauchtwagen 

Es muss nicht immer ein Schaden sein. Auch, wenn der Gebrauchtwagen hohe Unterhaltskosten hat, da ihm zum Beispiel aufgrund seines Alters immer wieder Teile abhandenkommen oder verschleißen, muss der Käufer mit wesentlichen Investitionen rechnen. Auf die lange Sicht ist es sogar oft günstiger, einen neuen Wagen zu kaufen. Zwar hat dieser deutlich höhere Anschaffungskosten, aber es fällt kaum Unterhalt an. 

Ein weiteres wichtiges Kriterium für den Kauf eines gebrauchten Autos ist die Effizienz. Diese lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen und selbst eine Probefahrt gibt nicht unbedingt Aufschluss darüber, wie viel Diesel oder Benzin das Auto verbraucht. Hier ist es sinnvoll, anhand der Modellnummer des Wagens und des Alters online nachzuschauen, mit welchen Tankkosten zu rechnen ist. 

Je älter der Gebrauchtwagen ist, desto weniger effizient arbeitet er und desto höhere Unterhaltskosten muss der Besitzer erwarten. Leider kommt es immer wieder vor, dass private oder gewerbliche Händler mit der Kilometeranzeige pfuschen, sodass dort eine viel zu niedrige Zahl steht. Es kann also sein, dass der Gebrauchtwagen schon weit über 100.000 Kilometer auf dem Buckel hat. Hier hilft ein Experte dabei, die korrekte Zahl zu ermitteln. Laien können oft nicht erkennen, ob an den Zahlen gedreht wurde.

Vorschäden vermeiden: Einen Unfallwagen erkennen 

Um sich diesen Ärger zu sparen, ist es am besten, sich vor dem Kauf des Gebrauchtwagens damit zu beschäftigen, wie man einen Unfallwagen erkennen kann. Denn häufig sind es genau diese Fahrzeuge, die für teure Reparaturen sorgen. Fehler, die erst nach einiger Zeit auftreten oder auffallen, sind bei einem Gebrauchtwagen besonders fatal. Die folgende Checkliste hilft dabei, einen Unfallwagen schon im Gebrauchtwagenladen zu erkennen:

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Farbe und Textur des Lacks

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Dellen und Beulen

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Rostige Stellen

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Spalten zwischen den verschiedenen Autoteilen

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Erneuerte Teile im Motor

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Zustand von Rädern und Felgen

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Funktion von Airbags und Sitzgurten


Eventuelle Unregelmäßigkeiten oder Auffälligkeiten sind häufig ein Hinweis dafür, dass das entsprechende Teil mindestens einmal ausgetauscht wurde. Dann kann es gut sein, dass es sich um einen Unfallwagen handelt, der durch den Aufprall eventuell noch weitere Schäden verbirgt. Der Verkäufer hat die Pflicht, bei einem ernsthaften Unfall den Käufer des Gebrauchtwagens aufzuklären. Kratzer und kleinere Beulen zählen hier allerdings nicht.

Tipp: Nicht auf die Probefahrt verzichten

In jedem Fall ist es essenziell, den Wagen zu einer Probefahrt auszuführen. Denn so ist es möglich, den Gebrauch zu überprüfen. Wenn dabei zum Beispiel auffällt, dass das gebrauchte Auto nicht rund läuft, dass das Lenkrad sperrt oder dass komische Geräusche zu hören sind, ist das ein eindeutiges „No-Go“. Eventuelle Probleme sollten auf verschiedenen Terrains getestet werden, um das Fahrverhalten gründlich zu verstehen. 

Sollte der Gebrauchtwagenhändler es ablehnen, das Auto zu einer Probefahrt zu nutzen, ist dies ein rotes Licht für den Käufer. Der Händler sollte professionell genug sein, um eventuelle Mängel ehrlich von Anfang an aufzulisten. Die Probefahrt ist ein Muss, ohne das niemand ein Auto kaufen möchte. Wer also an einen Händler gerät, der sich aus unerklärlichen Gründen sperrt, der bestimmte Fragen nur ausweichend beantwortet, ein wenig herumdruckst und überhaupt keinen seriösen Eindruck macht, sollte sein Auto lieber woanders kaufen.

Tipp: Einen Experten als Gutachter mitbringen 

Vor allem für Laien ist es jedoch empfehlenswert, sich nicht auf Checklisten zu verlassen, sondern in einen Experten zu investieren. Denn wer sich nicht gut mit Autos auskennt, was der Händler schnell entdeckt, wird deutlich leichter übers Ohr gehauen, wenn es an den Kauf eines Gebrauchtwagens geht. Schon ab Kosten von unter 100 Euro ist es möglich, einen externen Gutachter um Hilfe zu bitten. Dieser kommt mit zum Gebrauchtwagenhändler, um dort den anvisierten Wagen zu inspizieren. So weiß der Händler von Anfang an, dass er sich keine Spielchen erlauben kann. 

Der Gutachter gibt Aufschluss darüber, wie der Zustand des Gebrauchtwagens ist und ob sich der verlangte Preis rechtfertigen lässt. Er hilft somit dabei, den Kauf abzusichern und das Auto für einen passenden Preis zu kaufen. Ein qualifizierter Gutachter schaut nicht nur auf den Lack, den Zustand der Räder und die Verarbeitung der Teile, sondern achtet auch darauf, wie es unter dem Auto und im Motor aussieht. Daher braucht er seine Zeit, um den Gebrauchtwagen von allen Seiten zu inspizieren. 

Tipp: Online-Bewertungen lesen 

Immer mehr Gebrauchtwagenhändler haben auch ihre eigene Seite im Internet. Dies ist für Kaufinteressenten besonders hilfreich, denn so kann man nach den Bewertungen anderer Nutzer schauen. Wenn schon mehrere Kunden Vorschäden oder hohe Unterhaltskosten beklagen, obwohl der Gebrauchtwagen im Laden gut aussah, ist das ein eindeutiges Zeichen, dass man sich lieber einen anderen Händler suchen sollte. Auch private Händler haben entsprechende Bewertungen, ohne die man den Kauf nicht wagen sollte. 

Darüber hinaus empfehlen wir, vor dem Kauf mehr über das Auto zu recherchieren. So können Kaufinteressenten ganz leicht herausfinden, ob es sinnvoll ist, von dieser Marke einen Gebrauchtwagen zu kaufen oder ob das Auto zum Beispiel schlecht altert. Wenn es sich um einen Wagen handelt, der seine Effizienz nicht verliert und bis zu einem hohen Alter zuverlässig läuft, wie es etwa bei Volvo oder Volkswagen der Fall ist, spricht nichts gegen den gebrauchten Wagen. Billigere Marken hingegen sind darauf ausgelegt, dass das Auto nicht viel mehr als 150.000 Kilometer erreichen kann und dass die Teile schneller verschleißen. Dann sollte man sich lieber für eine andere Marke entscheiden, um hohe Kosten zu vermeiden. 

Generell gilt also: Ein niedriger Anschaffungspreis bedeutet nicht, dass das Auto günstiger ist als ein neuer Wagen. Denn Unterhaltskosten und eventuell nötige Reparaturen führen schnell zu einem viel höheren Preis als gedacht.

Tipp: In eine gute Versicherung investieren 

Wie immer, wenn es sich um geschäftliche Transaktionen mit hohem Wert handelt, ist es empfehlenswert, sich die entsprechenden Dokumente schriftlich zu geben. Käufer dürfen beim Gebrauchtwagenhändler nach einer schriftlichen Bestätigung der Unfallfreiheit des Wagens fragen. Wenn dieser die Bestätigung ausstellt und sich später herausstellt, dass es doch entsprechende Vorschäden gab, sitzt man als Kunde vor Gericht am längeren Hebel. Außerdem ist es immer sinnvoll, in eine gute Versicherung für den Gebrauchtwagen zu investieren. Viele nötigen Reparaturen werden so wenigstens zum Teil abgedeckt, was für den Käufer eine deutliche Erleichterung bedeutet.

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