Beamtendasein
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Das Beamtendasein hat einige Vorteile zu bieten.

Beamtenstatus oder freie Wirtschaft – Wo arbeitet es sich am besten?

Klar abgesteckte Arbeitszeiten und überschaubare Aufgaben, dafür ein üppiges Gehalt und eine sichere Anstellung bis zur Pensionierung – so stellt man sich häufig das Berufsleben eines Beamten im öffentlichen Dienst vor. Doch so rosig sieht es in der Realität längst nicht mehr aus. Grund genug, um Zweifel anzustellen, ob es nicht sogar besser ist, in der freien Wirtschaft zu arbeiten. Der folgende Vergleich gibt Aufschluss darüber, in welchem Bereich mehr rauszuholen ist. 

Das Gehalt im Staatsdienst und in der freien Wirtschaft

Eine Frage stellt für viele den entscheidenden Faktor dar, wenn es darum geht, sich für oder gegen einen Job in der freien Wirtschaft zu entscheiden: die Frage nach dem Gehalt. Die Antwort darauf ist immerhin wichtig für die persönliche finanzielle Situation. Die Allgemeinheit geht oftmals davon aus, dass Beamte in der Regel deutlich mehr Geld verdienen als Angestellte in der freien Wirtschaft. Das stimmt so aber nicht ganz.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass Beamte kein Gehalt bekommen, sondern eine sogenannte Besoldung. Das Besoldungsniveau hängt vom Bundesland ab, liegt bei einfachen und mittleren Tätigkeiten aber durchaus über dem Gehaltsniveau derjenigen, die in der freien Wirtschaft beschäftigt sind. Das liegt vor allem daran, dass im öffentlichen Dienst eine Besoldung nach Tarif üblich ist, grundsätzlich möglich ist das aber auch in der freien Wirtschaft.

Allerdings haben ausgerechnet die Beamten, die Spezialisten oder Führungskräfte sind, im Vergleich zur freien Wirtschaft in Bezug auf ihr Einkommen einen Nachteil. In diesem Punkt schneidet man in der freien Wirtschaft besser ab, sprich: zumindest die oberen zwei Drittel liegen mit ihrer Bezahlung über der Besoldung der Beamten im gehobenen Dienst. Vor allem in den gut bezahlten Branchen gibt es leicht höhere Gehälter, in der Regel deutlich höhere Tarifrunden sowie eine vom Arbeitgeber geförderte Altersvorsorge.

Doch abseits der Führungspositionen und Top-Branchen sieht das Bild schon viel mehr nach dem aus, wie man es sich vorstellt: In diesem Vergleich schneiden die Angestellten in der freien Wirtschaft in der Regel schlechter ab als die Beamten.

Da Beamte eine Pension und keine Rente erhalten, zahlen sie während ihrer Dienstzeit keine Beträge für die Rentenversicherung. Auch die Pflichtanteile für die Krankenversicherung entfallen, weil sich Beamte selbst krankenversichern müssen. Noch dazu müssen Beamte keine Sozialabgaben zahlen. Sie haben insgesamt also deutlich höhere Nettobeträge und dementsprechend mehr Geld zur Verfügung.

Lohnverhandlungen oder Tarifzahlungen?

Wie steht es um Lohnerhöhungen? Beamte werden in der Regel nach Tarif bezahlt. Dementsprechend erhalten sie parallel zu den Tariferhöhungen in gewissen Abständen Lohnerhöhungen, ohne etwas dafür tun zu müssen. Allerdings kann es sein, dass man im öffentlichen Dienst im späteren Berufsleben Abstriche machen muss: Zunächst gibt es alle zwei Jahre mehr Geld, dann steigen die Abstände auf drei, später auf vier Jahre an.

In der freien Wirtschaft orientiert sich das Gehalt nach den für die Branche üblichen Zahlungen, kann aber nach Vorgaben und Möglichkeiten des Arbeitgebers von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich hoch ausfallen. Gerade bei langjährigen Mitarbeitern spielen allerdings auch die erbrachten Leistungen eine Rolle bzw. bilden eine gute Grundlage für erfolgreiche Lohnverhandlungen.

So sind individuelle Gehaltserhöhungen „außer der Reihe“ möglich. Sie können zudem mit gutem Verhandlungsgeschick deutlich höher ausfallen, als dies bei einer typischen Tariferhöhung der Fall wäre.

Wer gute Leistungen erbringt, hat in der freien Wirtschaft Chancen auf eine Gehaltserhöhung.

Unterm Strich kann man als erfolgreicher Beschäftigter in der freien Wirtschaft im späteren Berufsleben also mehr Geld verdienen. Dafür müssen sich Beamte keine Strategie für etwaige Vertragsverhandlungen zurechtlegen, weil Gehaltserhöhungen für sie aufgrund der Tarifverträge entfallen bzw. auf höherer Ebene entschieden werden – und so automatisch erfolgen.

Unterschiedliche Möglichkeiten für Privatleben und Freizeit

Einige Beamtenberufe bestechen durch eine deutlich bessere Work-Life-Balance. Die Arbeitszeitmodelle sind hier oftmals flexibler, was den öffentlichen Dienst vor allem für Frauen, die Kinder haben (wollen), ein wichtiger Punkt ist. Die Regel ist eine 40-Stunden-Woche, wobei sich viele Beamten ihre Arbeitszeit frei einteilen können oder zumindest von einem Gleitzeitmodell profitieren und pünktlich den Feierabend genießen können.

Auf diese Weise lässt sich der Job viel einfacher mit dem Privatleben koordinieren. Zudem erlaubt das Beamtenrecht längere Auszeiten, die nicht automatisch zu Nachteilen führen. So bleibt mehr Zeit für Familie und Freizeit.

Beschäftigte in der freien Wirtschaft dagegen müssen – zumindest in einigen Branchen – oft oder sogar täglich Überstunden leisten. Dazu wird in einigen Jobs erwartet, dass man jederzeit über Handy oder E-Mail erreichbar ist, auch am Wochenende und schlimmstenfalls im Urlaub. Dadurch bleibt vergleichsweise wenig Zeit für das Privatleben, außerdem kommt die Erholung oft zu kurz.

Beamte haben oft flexiblere Arbeitszeiten und damit mehr Zeit für die Familie.

Beamte im öffentlichen Dienst haben hier außerdem einige finanzielle Vorteile: Sie bekommen beispielsweise einen Familienzuschlag. Davon profitieren verheiratet bzw. in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft lebende Beamte mit und ohne Kinder. Der Zuschlag wird zusätzlich zum Grundgehalt gezahlt. Die Höhe richtet sich nach dem Familienstand und der Zahl der kindergeldberechtigten Kinder.

Auch, wenn größere Anschaffungen anstehen, haben Angestellte im öffentlichen Dienst gegenüber anderen Arbeitnehmern einen Vorteil: Wer sich als Beamter ein neues Auto leisten oder ein Haus finanzieren will, profitiert von dem sogenannten Beamtenkredit. Es handelt sich dabei um einen gewöhnlichen Raten- oder Baukredit mit dem Unterschied, dass er Beamten besonders gute Rahmenbedingungen bietet. Sie erfüllen die Mindestanforderungen an Einkommen und an die Dauer der Beschäftigung allein schon wegen der Sicherheit des Arbeitsplatzes. Daher sind auch längere Laufzeiten und höhere Kreditsummen möglich, weil die Bank ausreichend Absicherung hat, dass der Kreditnehmer über die gesamte Laufzeit zahlungsfähig sein wird.

Sicherheit versus Karrieremöglichkeiten

Beamtenjobs gelten als besonders sicher: Beamte müssen weder Wirtschaftskrisen noch die zunehmenden Automatisierungen vieler Arbeitsbereiche fürchten. Doch das bedeutet nicht, dass sie völlige Narrenfreiheit genießen. Zunächst einmal muss man eine zweijährige Vorbereitungszeit (Beamter auf Widerruf) und anschließend eine Probezeit von mindestens zwei Jahren (Beamter auf Probe) überstehen, bevor eine Verbeamtung auf Lebenszeit möglich ist. Wie lange die Probezeit dauert, hängt vom jeweiligen Dienstherrn ab. Generell wird die Verbeamtung auf Lebenszeit heute nicht mehr so häufig vergeben wie früher. Stattdessen gibt es auch für die Beamten oftmals nur befristete Arbeitsverträge.

Im Volksmund heißt es, Beamte sind unkündbar. Damit haben sie die denkbar größte Sicherheit, die man sich auf dem Arbeitsmarkt nur wünschen kann. Das gilt allerdings nur für Beamte auf Lebenszeit. Sie können weder kündigen noch gekündigt werden, weil bei ihnen kein vertragliches Arbeitsverhältnis besteht.

Bis zu diesem Status müssen sich die Beamten-Anwärter erst einmal beweisen. Das bedeutet: Während der Ausbildung können Beamten-Anwärter kurzfristig aus dem Dienst entlassen werden, wenn Zweifel an ihrer Eignung bestehen. Im Ernstfall können auch Beamte auf Lebenszeit gekündigt oder ihnen der Beamtenstatus entzogen werden. Das geht aber nur, wenn der Betroffene ein schwerwiegendes Vergehen wie etwa Bestechung oder arglistige Täuschung begangen hat.

Angestellte in der freien Wirtschaft haben weitaus weniger Jobsicherheit, selbst bei unbefristeten Arbeitsverträgen. Das liegt allein an der langen Liste an Gründen, aus denen eine Kündigung erfolgen kann:

§ Das können betriebsbedingte Gründe sein, etwa, weil der Arbeitgeber die Stelle nicht länger finanzieren kann.

§ Auch personenbedingte Gründe kommen in Frage. Diese greifen, wenn ein Mitarbeiter aus fachlichen, charakterlichen oder vergleichbaren Gründen für seine Tätigkeit nicht mehr geeignet scheint.

§ Eine dritte Kategorie sind verhaltensbedingte Gründe. Dazu gehören Verstöße gegen die Auflagen im Arbeitsvertrag, eine unerlaubte Nebentätigkeit oder unzulässiges Verhalten wie sexuelle Belästigung oder Mobbing am Arbeitsplatz.

§ In schwerwiegenden Fällen ist auch eine außerordentliche Kündigung möglich.

Unterschiedlich gute Karrieremöglichkeiten

Generell hat man im öffentlichen Dienst viele gute berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Vor allem Lehrer, Verwaltungsfachkräfte, Mediziner, IT‑Fachkräfte und weitere Branchen, denen ein Nachwuchsmangel bevorsteht, bieten gute Karrierechancen. Dennoch ist die Karriere eines Beamten im Vergleich zu der eines Beschäftigten in der freien Wirtschaft recht festgefahren und vorbestimmt. Es ist vorgezeichnet, nach wie vielen Jahren Berufserfahrung Aufstiege möglich sind – sofern der Dienstherr mitspielt und den betreffenden Beamten für geeignet hält.


Als Angestellter hat man die Möglichkeit, sich zu beweisen und durch gute Leistungen statt allein aufgrund von festgelegten Berufslaufbahnen die Karriereleiter weiter aufzusteigen. So kommt es hier auf die eigenen Anstrengungen an, ob und wie schnell die Karriere vorangeht.

In der freien Wirtschaft kann man sich beweisen und wird für gute Leistungen belohnt.

Nicht zu vergessen ist auch, dass man als Angestellter im Grunde jederzeit die Möglichkeit hat, den Job zu wechseln und mit der gleichen Qualifikation in völlig verschiedenen Branchen zu arbeiten. Das eröffnet viel mehr Optionen, den beruflichen Werdegang zu gestalten und den Job auszuüben, der aktuell zum Leben und zur Persönlichkeit passt.

Als Beamter, etwa als Lehrer, hat man oft kaum Möglichkeiten, den Beruf zu wechseln, ohne den Beamtenstatus aufzugeben und einen Job in der freien Wirtschaft anzunehmen.

Standortzwang versus freie Wahl

Die Arbeitsbedingungen für Beamte lassen im Allgemeinen keine Wünsche offen. Einen Nachteil hat es jedoch, wenn man beim Staat angestellt ist: Der Dienstherr kann anordnen, dass man an einen anderen Standort versetzt wird. Dieser unfreiwillige Jobwechsel kann einen Umzug inklusive Job- und Schulwechsel für die anderen Familienmitglieder bedeuten.

Widerspruch gegen die Versetzung ist nur in wenigen Ausnahmefällen erfolgreich. Ansonsten kann man höchstens versuchen, sich wegzubewerben oder einmal pro Jahr einen Antrag zu stellen, den Standort wieder wechseln zu dürfen.

Angestellte in der freien Wirtschaft haben dieses Problem nicht. Wer nicht gerade gekündigt wird oder der befristete Vertrag ausläuft, wechselt seinen Arbeitgeber bzw. den Standort in der Regel nur auf eigenen Wunsch hin. Etwa, wenn man sich auf eine andere Stelle beworben hat oder ein Stellenangebot annimmt.


Kurzum: Man hat im Grunde die freie Wahl, wo man arbeitet, und dementsprechend hoch ist die Flexibilität. Mit einem Stellenwechsel lassen sich beispielsweise Gehaltssprünge oft gut realisieren. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn in naher Zukunft ein Hausbau, eine Hochzeit oder ähnliche kostenintensive Projekte geplant sind.

Ein Stellenwechsel kann für die Karriere von Vorteil sein.

Doch unabhängig davon, ob ein Stellenwechsel aufgrund einer Anordnung oder aus der eigenen Entscheidung heraus vorgenommen wurde – es bieten sich dadurch immer auch Vorteile und neue Möglichkeiten. Beispielsweise bekommt man neue interessante Aufgaben zugeteilt, welche die Chance bieten, etwas Neues zu lernen und den beruflichen Horizont zu erweitern. Das kann sich wiederum positiv auf die Karriere auswirken.

Versicherungen: Unterschiedliche Verpflichtungen

Was den Versicherungsschutz angeht, gibt es deutliche Unterschiede zwischen dem Beamtenstatus und einem Job in der freien Wirtschaft. Das bedeutet knapp ausgedrückt: Beamte müssen mehr für Versicherungen aufbringen.

Krankenversicherung

Als Beamter muss man sich selbst krankenversichern, während die Krankenversicherung in der freien Wirtschaft im Angestelltenverhältnis zur Hälfte den Arbeitgeber abgedeckt wird – die andere Hälfte wird mit den Sozialabgaben abgeführt.

Dafür beteiligt sich der Dienstherr an den entstehenden Krankenhauskosten seiner Beamten. Die Höhe der Beteiligung hängt vom Bundesland und Familienstand ab und liegt zwischen 50 und 80 Prozent.

Berufsunfähigkeits- und Dienstunfähigkeitsversicherung

Für jede Berufsgruppe ist es sinnvoll, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen, um im Ernstfall finanzielle Unterstützung zu erhalten. Denn sollte man nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung arbeitsunfähig sein, wird es auf dem Konto schnell eng: Der Arbeitgeber zahlt 42 Tage ab bescheinigter Arbeitsunfähigkeit das Gehalt weiter. Danach übernimmt die Krankenkasse die Zahlungen eines Krankengeldes, aber nur für maximal 78 Wochen. Das muss nicht am Stück passieren, sondern es werden alle Fehlzeiten addiert.

Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung hat man Ansprüche auf Geldleistungen und steht damit im Notfall deutlich besser da. Ein Versicherter, der zu mindestens 50 Prozent seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, bekommt die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente.

Beamte brauchen zusätzlich eine Dienstunfähigkeitsversicherung, da das Beamtenrecht den Begriff der Berufsunfähigkeit nicht kennt. Beamte werden stattdessen dienstunfähig geschrieben. Allerdings müssen dafür weitaus weniger Kriterien erfüllt werden als für eine Berufsunfähigkeit. Daher sind dienstunfähige Beamte nicht zwingend auch berufsunfähig. Aus diesem Grund reicht eine normale BU für sie nicht aus. Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass Beamte ein viel größeres Risiko haben, ihren Arbeitsplatz aufgrund einer Erkrankung zu verlieren.

Dienst- und Privathaftpflichtversicherung

Dazu kommt, dass man im Beamtenstatus für Schäden, die man während der Dienstzeit verursacht, persönlich und in vollem Umfang selber haftet. Ganz im Gegensatz zu Angestellten in der freien Wirtschaft, bei denen der Arbeitgeber für solche Schäden aufkommt. Daher brauchen Beamte unbedingt eine Diensthaftpflichtversicherung.

Grundsätzlich sollte jeder eine Privathaftpflichtversicherung haben, um auch bei Schäden, die man privat bei jemandem verursacht, abgesichert zu sein.

Private Unfallversicherung

Wie andere Arbeitnehmer, sollten sich auch Beamte privat gegen Unfälle versichern. Für sie greift für Unfälle während der Arbeit und auf dem direkten Arbeitsweg die gesetzliche Unfallversicherung, genauso wie für Angestellte in der freien Wirtschaft. Doch es ist für jeden wichtig und sinnvoll, sich gegen Unfälle im privaten Bereich abzusichern.

Was kommt danach – üppige Pension oder knappe Rente?

Die Unterschiede zwischen dem Beamtenstatus und dem Arbeiten in der freien Wirtschaft gehen über die Arbeitszeit hinaus und zeigen sich auch noch im Ruhestand. So viel vorab: Beamte stehen in diesem Punkt deutlich besser dar.

Der erste, recht offensichtliche Unterschied zeigt sich schon in der Begrifflichkeit: Als Angestellter in der freien Wirtschaft erhält man nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben eine Rente, Beamte bekommen eine Pension. Man spricht also von Renteneintritt und Pensionierung.

Dementsprechend zahlen Beamte auch keine Beiträge für die Rentenversicherung. Die Altersversorgung von Beamten ist in Deutschland im Gesetz über die Versorgung der Beamten und Richter des Bundes (BeamtVG) geregelt. Das bedeutet: Der Bund sorgt lebenslang für das Wohl der Beamten – auch dann, wenn der Beamte in den Ruhestand gegangen ist.

Entspannter Ruhestand versus Angst vor Altersarmut

Wenn man die Zahlen der Beamtenversorgung im Alter anschaut und mit denen der Rentner vergleicht, wird klar, dass Beamte ihrer Pensionierung sehr gelassen entgegenschauen können. Arbeiter in der freien Wirtschaft hingegen blicken eher mit wachsender Sorge auf ihre Rente. Sie müssen zusehen, wie sie mit ihrer Rente und einer privaten Altersvorsorge ihren Lebensstandard halten können, um nicht in die Altersarmut abzurutschen – und genau das ist leider keine Seltenheit.

In der freien Wirtschaft ist es außerdem so, dass die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung durch die Beitragsbemessungsgrenze nach oben hin gedeckelt sind. Das hat zur Folge, dass selbst diejenigen mit einem höheren Gehalt kaum eine bessere Rente bekommen als der Rest.

Denn Angestellte in der freien Wirtschaft bekommen für ihre Rente gerade einmal 48 Prozent ihres Gehalts, also nicht einmal mehr die Hälfte. Dazu kommt, dass sich der Prozentsatz auf den Durchschnitt des kompletten Lebenseinkommens bezieht.

Anders ausgedrückt: Die Höhe der Rente bemisst sich nach Dauer und Höhe Rentenbeiträge. Teilzeitarbeit, Arbeitslosigkeit oder krankheitsbedingte Ausfälle werden miteingerechnet und um den Mindestrentensatz zu bekommen, muss man in der freien Wirtschaft 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Beamte im öffentlichen Dienst verabschieden sich schon nach 40 Dienstjahren in den Ruhestand. Um den Mindestsatz für ihre Pension zu erhalten, müssen sie gerade einmal fünf Jahre lang im Beamtenstatus gearbeitet haben. Der große Unterschied zwischen Rente und Pension besteht darin, dass der Staat Pensionen an Gehälter koppelt.

Der Staat überträgt das Gehaltsplus, das er den Beamten gewährt, auch auf die Pensionen. Dadurch haben Beamte deutlich weniger Einbußen. In Zahlen ausgedrückt: Von dem Bruttogehalt, das sie während der letzten beiden Jahre vor dem Ruhestand bezogen haben, erhalten Beamte maximal 71,75 Prozent als Pension. Im Durchschnitt liegt das Pensionsniveau noch bei rund 68 Prozent.

Damit liegt die Pension der Beamten deutlich über dem Rentenniveau von Angestellten. Das räumt den Beamten eine maximale Planungsfreiheit bis ins hohe Alter ein, während die Rentner wegen der drohenden Altersarmut ihre Finanzen besonders gut im Blick behalten müssen. Immerhin: Rentner müssen noch bis 2040 nur einen Teil ihrer Bezüge versteuern, während die Ruhegehälter der Beamten schon jetzt voll versteuert werden müssen.

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