Was bringt ein guter Vermögensberater für Vorteile?

Die Internetbanken wachsen wie Pilze aus dem Boden. Wir finden zahlreiche Finanzportale, auf denen wir uns schnell im Netz informieren können. Haben auch Sie schon ein Depot oder ein Girokonto im Online angelegt und dabei nahezu keine Gebühren und Preise bezahlt?

Viele Dirketbanken werben mit kostenlosen Girokonten, Depots mit geringen Transaktionskosten und Tagesgeldkonten, die Zinsen abwerfen, was in dieser Zeit eine Rarität darstellt. Schließlich leben wir in Deutschland und auch in vielen Staaten von Europa in der Welt der Nullzinspolitik.

Was bedeutet dies für den Anleger und warum sollte man überhaupt noch eine Bankfiliale aufsuchen, um sich beraten zu lassen? Wir gehen der Sache auf den Grund. Schließlich ist es keine Überraschung, dass im wilden Dschungel der Finanzen der ein oder andere Verbraucher kaum mehr klaren Durchblick an den Tag legen kann. In diesem kleinen Guide finden Sie viele wichtige Informationen zu dem Thema Vermögensberater, Filialbank und Co. Neugierig?

In der Welt ohne Zinsen zählen Erträge

Mehr denn je sinken die Erträge und Gewinne für die Filialbanken. Warum? Schon seit einigen Jahren ist die Zinsspanne (Unterschied zwischen Kredit- und Anlagezinsen) erheblich geschrumpft. Das ist im Sachverhalt der permanent fallenden Zinsen begründet. Man sieht also, dass die Kostenersparnis für die Filialbanken die logische Konsequenz darstellt, weil im Zinsunterschied an Gewinn für Banken kaum mehr große Summen übrig bleiben. Genau deshalb müssen Filialbanken an einer anderen Ertragsschraube drehen: An den Provisionen, Kontoführungsgebühren und Kosten für Depots, Kredite und Co, die nicht mit den Zinsen im Zusammenhang stehen. Was sollte ein Vorstand einer großen Bank sonst unternehmen, damit seine Mitarbeiter bezahlt werden können und selbst genug Gewinne für die Bank bleiben?

Kosten-Ersparnisse bei Banken

Natürlich wird bei Banken an allen Ecken und Enden gespart, was das Zeug hält. Das bedeutet, Gebäudekosten von vielen Filialen müssen, ebenso wie Personalkosten, deutlich reduziert werden. Leidet unter dem Aspekt der Kostenersparnis auch die Qualität des Bankers, der Sie vor Ort beraten soll? Natürlich sind hier keine Pauschalurteile zu treffen. Fakt ist jedoch, dass Banken aufgrund der Nullzinspolitik und dem erhöhten Druck der Konkurrenz von vielen Internetbanken erheblich darauf achten müssen, wie viel Geld sie in die Aus- und Fortbildungsmaßnahmen ihrer Mitarbeiter investieren.

Vor einigen Jahren finanzierten Banken Studiengänge oder gute Seminare, in denen sich der Banker und Berater vor Ort gut und solide weiterqualifizieren konnte. Wie sieht es heute aus? Meist finden nur noch Verkaufsseminare statt in denen gelehrt wird, wie der Vermögensberater das ein oder andere Produkt mehr an den Kunden bringen soll. Schließlich muss ein Banker, der Kunden betreut, vor allem eines können: verkaufen, verkaufen, verkaufen.

Welche Produkte bringen gute Erträge für die Bank?

Wie bereits ausführlich erwähnt, zählen vor allem die Erträge in Form von Provisionen für die Bank. Wo können diese Erträge generiert werden? Mit Kosten kann der Kunde bei Wertpapieren und alle Arten von Fondsverkäufen ebenso rechnen, wie bei Bausparverträgen, Leasinggeschäften oder alle Arten von Versicherungen. Die Banken verdienen gute Erträge, wenn Kreditprovisionen fließen oder das Girokonto und viele andere Dienstleistungen für den Kunden Geld kosten. Genau so können Sie schnell erkennen: Der Bankangestellte muss viele Verbundprodukte an den Mann bzw. an die Frau bringen, an denen sein Arbeitgeber gut verdient. Gerade im Verbundgeschäft wie Investment- Bauspar- Versicherungs- oder Leasinggeschäft verdient die Bank besonders gut. Dabei ist in Sachen Wertpapiere am meisten verdient, da Investmentfonds oft hohe Ausgabeaufschläge für den Kunden bedeuten, die letztendlich der Bank als Ertrag dienen.

Was zeichnet einen guten Vermögensberater für Sie als Kunden aus?

In meinen Augen kommt es bei einem soliden Vermögensberater vor allem auf eines an: Dass er Ihnen als Kunde nicht alle Produkte aufschwatzt, die Sie letztendlich nicht brauchen. In meinem ausführlich dargestellten Sachverhalt zum Markt der Zinsen und der Erträge für Filialbanken sieht man schnell: Der Verkaufsdruck für den einzelnen Berater kann enorm ansteigen, weil die Bank auf Erträge und Provisionen mehr als angewiesen ist. Aus dieser „Notlage“ heraus steigt der Verkaufsdruck schon für einzelne Servicekräfte, und einfache Berater in der Bank erheblich an. Bereits Auszubildende erhalten kleine Verkaufsziele, die sie erfüllen müssen. Kann ein Auszubildender verkaufen und gute Produkte an den Kunden bringen, ist seine Chance, dass er nach Abschluss der Lehre übernommen wird, deutlich größer, als wenn er keine Abschlüsse vorweisen kann.

Beim guten Vermögensberater ist der Druck noch größer: Er muss teilweise täglich berichten, welche Abschlüsse er am Wertpapiermarkt vorweisen kann und wie er seine wöchentlichen Ziele erfüllen will. Dabei geht viel an Menschlichkeit verloren – nicht selten steigen frustrierte, hochqualifizierte Banker aus dem Geschäft aus, weil sie sich mit dem hohen Verkaufsdruck nicht mehr identifizieren können.

Ein guter Vermögensberater fragt den Kunden nach seinen Wünschen

Natürlich ist es in der Welt ohne Zinsen eine Herausforderung, passende Anlageprodukte zu finden, die gute Zinsen abwerfen. Ohne Wertpapiere und Sachwertanlagen ist es kaum mehr möglich, dass ein Kunde mehr als die Inflationsrate verdient. Natürlich sind diese Produkte mit Chancen und Risiken verbunden. Aktiengeschäfte bedürfen nun einmal einer Beratung, gerade wenn die Kurse steigen und fallen. Außerdem sollte ein guter Vermögensberater mindestens zweimal im Jahr seine Depotstrategie mit dem Kunden besprechen und auch dann das Gespräch suchen, wenn die Kursentwicklung nicht optimal verlaufen ist. ? Machen Sie sich selbst darüber schlau.

Ein solider Berater berät den Kunden objektiv, ohne nur auf die Verkaufszahlen seiner Bank zu achten. Nur wenn Sie als Kunde das Gefühl haben, dass Sie nicht zum Abschluss eines Finanzproduktes gedrängt werden, sollten Sie zu Ihrem Vermögensberater stehen. Nicht selten machen junge Berater, die sehr schnell wieder den Platz ihrer Position zu Gunsten einer besseren oder anderen Arbeitsstelle frei machen, hierbei keinen guten Eindruck. Vor allem werden Wertpapiere verkauft. Auf der können Sie sich rund um Vermögensanlage gut informieren.

Vermögensberater, die Sie als Kunden gut und schon ein paar Jahre kennen, tragen oftmals ein schlechtes Gewissen in sich, wenn Sie Ihnen Produkte aufschwatzen würden. Das ist alles andere als ein gutes Qualitätsmerkmal, oder? Letztendlich muss Vertrauen im Laufe der Jahre wachsen – gerade wenn es ums Geld geht. Insofern sollten Sie selbst als Kunde entscheiden, ob Sie Ihrem Bankberater langfristig Vertrauen schenken oder ob Sie innerliche Skepsis bewahren. Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie jedoch immer genau aufgeklärt sein und den Abschluss eines Vertrages noch in Ruhe überdenken dürfen.

Ist in der Direktbank alles besser und günstiger?

Natürlich kann ich hier nicht sofort eine Pauschalaussage treffen. Eine Filialbank mit einem guten Service, mit einem soliden Berater und mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten hat durchaus ihren Charme. Viele Kunden möchten mit Menschen rund ums Geld sprechen, sich in ein schönes Beratungszimmer mit dem Menschen ihres Vertrauens setzen und ihre Kontoauszüge am Auszugsdrucker erstellen lassen. Diesen Service kann eine Direktbank nicht bieten.

Allerdings gibt es immer mehr junge Kunden, die sich hervorragend im Netz auskennen und rund um die Uhr günstig Ihre Bankgeschäfte abwickeln möchten. Für diese Art von Kunden ist es durchaus lukrativ, wenn er ausschließlich über das Internet seine Bank auswählt und hier die Geschäfte rund ums Geld tätigt. Werden deshalb die Filialbanken, die noch dazu sehr teuer sind, langsam aussterben?

Natürlich wird es immer die gute, solide Sparkasse in der Kleinstadt oder die Raiffeisenbank im Dorf geben. Allerdings ist klar zu erkennen: Die Schließung vieler Bankfilialen ist seit vielen Jahren mehr als ein Trend. Sollte die Nullzinspolitik weiter andauern, wird sich die Ertragssituation für Banken kaum bessern. Um so mehr muss der Vermögensberater und jeder Mitarbeiter vor allem eines: Verkaufen, verkaufen, verkaufen! Wenn Sie als Kunde also das Gefühl erleben, dass auch Sie nur Produkte beim Finanzdienstleister abschließen sollen, ohne eine vernünftige Beratung im Vorfeld zu genießen, sollten sie durchaus überdenken, ob auch Sie nicht eine Direktbank testen möchten.

Direktbanken im Vergleich

Es gibt auch in Sachen Direktbank oder reine Internetbank mittlerweile ein mehr als großes Angebot. Hier muss der Verbraucher keinerlei Kosten fürs Girokonto oder für die Kreditkarte aufbringen, damit er diese Leistungen nutzen kann. Natürlich sollte er sich darüber im Klaren sein, dass eine Hotline der Bank im Notfalle zwar weiterhilft, er jedoch keinerlei Beratung liefern kann.

Allerdings bietet jede Bank im Internet viele Vorteile, die wichtigsten sind wie folgt kurz dargestellt:

  1. Bankgeschäfte rund um die Uhr am Desktop, Laptop oder auf dem Smartphone.
  2. Gute Vergleichsmöglichkeiten.
  3. Kein Termindruck zur Öffnungszeit einer Bank.
  4. Wenig Aufwand, die Bankfiliale zu besuchen, mit Aufwand für Parkplatz etc.
  5. Geringe Kosten und Gebühren für den Kunden.
  6. Auch in einer Welt ohne Zinsen gibt es noch geringe Zinsen auf Tages- und Festgeldkonten, wogegen Filialbanken oft keinen Cent mehr dafür bezahlen.
  7. Einfache Auswahlmöglichkeiten und gute Informationen im Internet.
  8. Keinerlei Verkaufsdruck – Sie schließen das ab, was Sie möchten und brauchen.

Sie sehen: Die Direktbank hat viele Vorteile. Wie wird sich hier die Zukunft entwickeln und wird die Filialbank bald einmal völlig aussterben?

Fazit

Letztendlich dürfen es Sie selbst entscheiden, welche Bank zu Ihnen und zu Ihren Vorlieben passt. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß – viele Verbraucher können einfach einmal eine Direktbank testen und die damit verbundenen Vor- und Nachteile ausprobieren, bevor sie all ihre Finanzgeschäfte über das Internet abwickeln. Letztendlich zählt in Sachen Geldanlage vor allem eines: Sie als Kunde sollten sich rundum wohlfühlen. Wenn Ihnen Ihr persönlicher Vermögensberater Vorteile bringt und er Ihr Vertrauen genießt – bleiben Sie bei Ihrer Filialbank. Fühlt es sich nicht gut an – testen Sie eine Direktbank. Was können Sie dabei schon verlieren?

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