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Business und privat: Breitbandausbau in Gelsenkirchen für mehr Highspeed

Durch die Coronakrise kam das zutage, was in Deutschland schon lange als Problem gilt: der fehlende Netzausbau in Deutschland. Immer wieder gibt es Lücken im Netz, und gerade für Selbstständige und Arbeitnehmer, die ihre Arbeit remote, also im Café, zuhause oder in der Bahn erledigen, wird das immer wieder zum Hindernis. Gerade für Videokonferenzen und die Arbeit mit Online-Dokumenten ist eine stabile Internetverbindung wichtig.

Seit 1997 ist es beschlossene Sache, dass der Breitbandausbau in der Stadt Gelsenkirchen vorangetrieben werden soll. Doch wie sieht es gut 23 Jahre nach diesem Beschluss aus? Wie hat sich die Internetabdeckung in Gelsenkirchen entwickelt, und welche Geschwindigkeit kann in Privathaushalten erreicht werden?

Übertragungsmöglichkeiten und ihre Verfügbarkeit in Gelsenkirchen

Zurzeit sind DSL und VDSL die meistgenutzten Übertragungstechniken für Privathaushalte. Während 2001 laut Statista gerade mal 1,8 Millionen Haushalte in Deutschland über einen DSL-Anschluss verfügten, waren es 2010 bereits gut 24 Millionen und 2019 über 25 Millionen Haushalte. Die in den dazugehörigen Verträgen angegebene Bandbreite bezieht sich auf die Differenz zwischen einer oberen und einer unteren Frequenz. Ein Nutzer mit einem DSL-Tarif mit einer höheren Bandbreite kann daher schnellere Downloads erwarten - wenn die versprochene Bandbreite am Standort verfügbar ist. DSL verfügt über eine Bandbreite von maximal 25 Mbit/s., wogegen VDSL schon 30 bis 50 Mbit/s überträgt. Per Vectoring - dem sogenannten VDSL2 - können zwischen 50 und 100 Mbit/s erreicht werden. Per Super-Vectoring-Technik sind aktuell sogar bis zu 250 Mbit/s via Telefonleitung möglich. Wenn mehr als 250 und bis zu 1000 Mbit/s gefragt sind, wird mit der Coax-Glasfaser-technologie gearbeitet. Diese verknüpft zwei Technologien miteinander und ermöglicht dadurch eine höhere Bandbreite.

Für mobile Daten gibt es ebenfalls verschiedene Übertragungsmöglichkeiten: UMTS ist dabei die dritte Generation und wird mit der Abkürzung 3G betitelt. Auf Ihrem Handy finden Sie dafür den Hinweis H+, in der Theorie sind damit maximal 42 Mbit/s möglich. Doch oftmals wird das ungeliebte E angezeigt, was bedeutet, dass mit einer geringeren Geschwindigkeit gesurft wird. Positiv besetzt ist dagegen das Kürzel 4G - die vierte Generation an mobiler Übertragungstechnologie: Long Term Technology - kurz: LTE. Das kann zwischen 100 und 500 Mbit/s erreichen - abhängig vom Standort und dem Tarif.

Doch wie ist nun in Gelsenkirchen und Umgebung der Stand? Laut Konstantin Matern von DSLregional.de ist schnelles DSL mit 50 Mbit/s für 97% der Haushalte verfügbar, in 93% gibt es Kabel-Internet, allerdings können nur etwa 41% der Haushalte auf Glasfaser-Kabel zurückgreifen. LTE und UMTS sind dafür flächendeckend zugänglich. Im Bereich mit der Vorwahl 0209 für Festnetztelefonie sind für 97% der Haushalte mindestens 50 Mbit/s an Bandbreite verfügbar, in 64% sind es sogar 200 Mbit/s. Kabel-Internet mit mehr als 1000 Mbit/s gibt es bisher nur für ca. 56% der Haushalte, 93% können aber eine Bandbreite von 200 Mbit/s nutzen.

Bei einem Anbieterwechsel sollten Sie daher überprüfen, ob an Ihrem Standort auch wirklich die versprochene Bandbreite erreicht werden kann. Dafür können Sie zum Beispiel die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur nutzen. Das Ergebnis kann eine gute Orientierung bieten, um den richtigen Tarif zu wählen. Auch ein Tarifvergleich kann helfen.

Entwicklung des Breitbandausbaus in Gelsenkirchen

Tatsächlich ist die Verfügbarkeit von mobilen Daten und DSL in Gelsenkirchen überdurchschnittlich. Bereits 1998 - ein Jahr nach dem Beschluss, den Breitbandausbau zu dynamisieren, wurden offizielle Stellen und Ämter mit fortgeschritteneren Technologien versorgt. Ein wesentlicher Bestandteil des Ausbaus ist das Unternehmen Gelsen-Net, dass sich beim Ausbau des Glasfasernetzes maßgeblich engagiert. Die Kommunikationsgesellschaft fungiert als IT-Dienstleister und versorgt mittlerweile über 70.000 Geschäfts- und Privatkunden mit ihren IT-Lösungen. Die Größe ihres Netzes beläuft sich mittlerweile auf 850 Kilometer verlegten Glasfaserkabels.

Frank Borowski, Oberbürgermeister und Mitglied des Aufsichtsrats von Gelsen-Net äußert sich in einer Pressemitteilung der Stadt Gelsenkirchen wie folgt: „Als Vernetzte Stadt haben wir schon seit November 2017 in Gelsenkirchen die größte stationäre Hotspot-Meile des Ruhrgebietes mit freiem WLAN für alle. Dieses Netz bauen wir immer weiter aus (...) Nachdem bereits 2018 viele Haltestellen in Gelsenkirchen und die Straßenbahnlinie 302 erfolgreich mit freiem WLAN ausgestattet wurden, freut es mich, dass jetzt so viele neue mobile Hotspots dazukommen, in denen unsere Bürgerinnen und Bürger einen freien Internetzugang nutzen und sich weiter vernetzen können.“ Und auch Gelsen-Net-Geschäftsführer Thomas Dettenberg ist stolz auf die bisherigen Ergebnisse: „Damit hat Gelsenkirchen schon eine absolute Vorreiterrolle im Ruhrgebiet, das gibt es in dieser Größenordnung weit und breit nicht“. Denn pro Nutzer stehen nun ohne jegliche Registrierung 500 Mbit pro Monat zur kostenlosen Verfügung. 5 Gigabyte gibt es sogar, wenn man sich mit einer E-Mailadresse anmeldet. Ein attraktives Angebot - vor allem für jene, die von Berufswegen auf eine gute Internetanbindung angewiesen sind.

Wie auch in Gelsenkirchen bringen sich auch in weiteren Teilen Nordrhein-Westfalens regionale Unternehmen in den Netzausbau direkt vor der Haustür ein, so dass zu hoffen ist, dass sich die Lücken im dortigen Netz bald schließen.

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