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Datenkrücke DSL - Deutsche Verbraucher oft getäuscht

Viele Menschen sind der Ansicht, dass Deutschland ein digitales Entwicklungsland ist. Langsame Internetverbindungen, schlechte Mobilverbindungen und weiße Flecken im Handynetz - Verbraucher haben oft Probleme beim Zugang zum Internet. Die weit verbreitete Meinung der Bundesbürger trügt nicht.

Wie ein Bericht der Bundesnetzagentur beweist, sind die meisten Internetanschlüsse in Deutschland viel zu langsam. Das gilt sowohl für DSL-Anschlüsse wie auch für mobile Datenverbindungen. Auch wenn das wird, nennenswerte Korrekturen an der schlechten Entwicklung sind nicht zu erwarten.

Nur jeder Vierte ist zufrieden

Fast eine Million Geschwindigkeitsmessungen hat die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr erfasst. Die Daten stammen vom eigens für Reklamationen eingerichteten Erschreckend sind die Resultate, die aus der Analyse der erfassten Daten folgten. Demnach beklagen mehr als 70 Prozent aller Verbraucher eine zu geringe Geschwindigkeit ihres DSL-Anschlusses. Die vom Anbieter versprochenen Breitbandgeschwindigkeiten weichen mitunter erheblich von den tatsächlichen Geschwindigkeiten ab. Nicht viel besser ist es um den Mobilfunk in der Bundesrepublik gestellt. Knapp 400.000 Messungen wurden über das Portal der Netzagentur ermittelt. Das Ergebnis ähnelt sich: kaum ein Mobilfunkkunde kann die versprochene Internetgeschwindigkeit in der Realität auch abrufen. Oftmals sind die Geschwindigkeiten beim Upload und Download nicht einmal ausreichend, um überhaupt stabil zu surfen.

Wechsel kann helfen

Ein langsamer Internetanschluss erlaubt nicht sofort auch eine Reklamation beim Anbieter. Für die Netzagentur ist ein Anschluss erst dann spürbar zu langsam, wenn weniger als 90 Prozent der versprochenen Leistung erreicht werden. Zudem muss die Geschwindigkeit an mindestens zwei unterschiedlichen Messtagen spürbar zu langsam sein. Enttäuschte Kunden haben nur wenig Möglichkeiten. Sie können das Problem beim Anbieter reklamieren und eine Einhaltung der vertraglich versprochenen Geschwindigkeit verlangen. Schafft der Anbieter keine Abhilfe, bleibt nur das Prüfen der anderer DSL-Anbieter. Der Bericht der Bundesnetzagentur offenbart mitunter erhebliche Unterschiede bei den einzelnen Anbietern. Eine langsame Internetverbindung hängt demnach nicht allein von der Infrastruktur ab, sondern auch vom Service und der Leistung des Anbieters.

Fristlose Kündigung möglich

Verbessert sich die Leistung trotz einer Reklamation nicht, sehen sich viele Kunden im Recht, eine fristlose Kündigung auszusprechen. Die Hürden für eine sofortige Vertragsauflösung sind laut jedoch höher als von vielen Kunden vermutet. Ein Nachweis über die wiederholt schlechte Internetverbindung ist in jedem Fall zwingend notwendig. Mit einem Speedtest wird die Geschwindigkeit ermittelt, die gesammelten Daten mehrerer Messtage können als Kündigungsgrund ausreichen. Zudem sollte der Anbieter die Möglichkeit zur Behebung der Probleme haben. Bleibt eine wiederholte Aufforderung erfolglos, besteht das Recht einer fristlosen Kündigung.

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