Menschen Eindruck Paar
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Innerhalb von Zehntelsekunden gewinnt das menschliche Gehirn einen ersten Eindruck.

Psychologische Wirkung

Der erste Eindruck zählt: Worauf es ankommt

Ob im Job oder Dating-Bereich: Innerhalb von Zehntelsekunden gewinnt das menschliche Gehirn einen ersten Eindruck von anderen Personen. Auf dieser Basis entscheidet man in Sekundenbruchteilen, ob man jemanden sympathisch und vertrauenswürdig findet. Wissenschaftlern zufolge ändert sich der erste Eindruck im Nachhinein nur selten. Umso wichtiger, von Anfang an einen möglichst guten zu hinterlassen. Worauf kommt es beim ersten Eindruck an und wie entsteht er überhaupt?

Eine Frage der Optik

Aus evolutionsbiologischer Sicht sind Menschen visuelle Wesen. Auf kaum etwas verlassen sie sich mehr als auf den Sehsinn. In grauer Vorzeit mussten ihre Augen in Millisekunden Gefahren und Chancen erkennen. Visuelle Informationen aus der unmittelbaren Umgebung spielten für das Überleben eine allesentscheidende Rolle. Insgesamt liefert der Sehsinn bis zu 80 Prozent aller Sinneseindrücke und ist dadurch der wichtigste menschliche Sinneskanal. Tag für Tag verarbeitet das Gehirn Millionen von visuellen Reizen. Bei der Interpretation nutzt es vorgefertigte Kategorien, um möglichst schnell einen ersten Eindruck von Situationen zu gewinnen. Dadurch verschafft sich der Mensch Überlebensvorteile. Obwohl auch der Hörsinn den ersten Eindruck von anderen Personen beeinflusst, ist ein Großteil davon visuell. Wichtig bei der Ersteinschätzung auf der Basis äußerer Impressionen sind

- die Körpersprache

- die Kleidung

- das Gesamterscheinungsbild

Sympathische Gesichter

Todorov und Kollegen fanden 2010 heraus, dass Menschen bestimmte Gesichtszüge automatisch als vertrauenswürdig einstufen. Andere hingegen hält man spontan für unsympathisch: so zum Beispiel zu eng stehende Augen.

1. Körpersprache

Sobald man anderen Menschen gegenübertritt, sendet man bewusst und unbewusst Signale aus. Wie ihr Gehirn diese Signale interpretiert, hängt zu einem Großteil von der Körpersprache ab. Sympathisch wirkt man nur, wenn man offen und entspannt auftritt. Um genau das zu erreichen, spielt neben der Mimik und Gestik auch die Körperhaltung eine Rolle. Einen guten ersten Eindruck hinterlässt man mit

- kurzem Blickkontakt (zwei Sekunden)

- minimal geneigtem Kopf

- aufrechtem Gang

- zugewandter Körperhaltung

- leichtem Lächeln

- asymmetrischer Gegenüberstellung

- ruhiger und geöffneter Gestik

Was die Körpersprache betrifft, unterscheidet sich das Menschenreich im Grunde kaum vom Tierreich. Eine leichte Kopfneigung zum Beispiel vermittelt auch unter Tieren Demut und Vertrauen. Wer den Kopf zu hoch erhebt, wirkt schnell dominant. Neigt man das Haupt dagegen zu stark, kann das aggressiv wirken. Böcke und Hirsche beispielsweise „bieten einander die Stirn“, bevor sie sich bekämpfen. An Assoziationen zu solchen Duellsituationen liegt auch, dass man anderen lieber asymmetrisch als in kompletter Symmetrie gegenüber tritt.

2. Kleidung

Kleider machen Leute. Dass dem tatsächlich so ist, beweist das Arbeitsleben. In Gehaltsverhandlungen zum Beispiel führt Kleidung bestimmter Farbe eher zum Erfolg. Außerdem entscheidet die Garderobe, wie kompetent man auf andere Menschen wirkt. Männer in Anzügen hält man spontan für kompetenter. Für Frauen eignen sich wiederum businesstaugliche Kleider, die Professionalität vermitteln. Ob Arbeits- oder Freizeitleben: Um mit der eigenen Garderobe einen möglichst guten ersten Eindruck zu hinterlassen, achtet man idealerweise auf ein gepflegtes, harmonisches Bild. Wichtig ist, dass Kleider

- gut sitzen.

- zum Anlass passen.

- der Persönlichkeit Ausdruck verleihen.

- sauber sind.

- das eigene Wohlbefinden fördern.

3. Gesamterscheinungsbild

Man kann noch so schöne Kleidung tragen und sich noch so offen bewegen: Stimmt das Gesamterscheinungsbild nicht, weckt man damit Misstrauen. Um einen guten ersten Eindruck bei anderen zu hinterlassen und von Anfang an sympathisch zu wirken, sind Harmonie und Authentizität gefordert. Was nicht zu einem passt, ist fehl am Platz. Je authentischer man sich durch den Alltag bewegt, desto vertrauenswürdiger wirkt man. Im Idealfall vermittelt man anderen von Anfang an das Gefühl, für sie ein offenes Buch zu sein. Wer sich nicht hinter Aufgesetztem zu verbergen versucht, schafft so ab den ersten Sekunden eine Vertrauensbasis zu seinem Gegenüber.

Was den ersten Eindruck sonst noch beeinflusst

Obwohl der visuelle Ersteindruck der wichtigste ist, spielen auch die restlichen Sinneseindrücke in den ersten Sekunden einer Begegnung eine Rolle. Ein angenehmer Duft beispielsweise weckt unmittelbar positive Gefühle, denn der Geruchssinn ist der emotionalste Sinn des Menschen. Von alle Sinneskanälen ist er am engsten mit Erinnerungen verknüpft und hat einen direkten Draht zum assoziativen Zentrum. Nach Schweiß oder anderweitig unangenehm zu riechen, kann den ersten Eindruck aus diesem Grund mehr als bloß negativ beeinflussen. Deo und Parfum haben ihre Daseinsberechtigung. Als Grundsatz gilt: Je unaufdringlicher, desto besser. Denn auch zu viel des Guten kann abstoßend wirken. Lieber riecht man frisch gewaschen als nach penetranten Noten. Genauso relevant wie der Duft ist für den ersten Eindruck die Stimme. Nicht nur der individuelle Stimmklang wirkt sich auf die Sympathien aus. Auch die Betonung, Tonlage, Atmung und Pausenfrequenz beeinflusst, wie man von anderen wahrgenommen wird. Angezogen fühlt man sich von Personen, die ruhig und sicher sprechen. Je näher man sich außerdem am Grundton der eigenen Stimme bewegt, desto authentischer erscheint man.

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