Sommer Feld
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Die Finanzberatung soll künftig nachhaltiger werden

Nachhaltige Investments werden für viele Anleger immer wichtiger. Eine Gesetzesänderung der EU kommt diesem Trend entgegen. Sie verpflichtet Finanzberater die Präferenzen für nachhaltige Anlagen bei Privatkunden abzufragen. Doch warum gibt es die verpflichtende Abfrage? Und was ändert sich dadurch bei der Beratung für die Kunden?

Nachhaltige Geldanlagen stehen bei vielen privaten Anlegern hoch im Kurs, wie der Marktbericht des Fachverbands Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) zeigt. So hat sich die Höhe der Investments von Privatinvestoren am nachhaltigen Fondsmarkt von 9,4 Milliarden in 2018 auf 18,3 Milliarden in 2019 innerhalb eines Jahres fast verdoppelt.

Doch das Investitionsvolumen dürfte in nächster Zeit wahrscheinlich noch weiter ansteigen. Denn die EU hat beschlossen, eine Anpassung ihrer Finanzmarktrichtlinie vorzunehmen – auch MiFID II genannt, eine Abkürzung des englischen Ausdrucks “Markets in Financial Instruments Directive”. Neu schreibt das Gesetz dann vor, das Finanzberater ihre Endkunden dazu befragen müssen, ob sie nachhaltige Geldanlagen bei ihren Investments bevorzugen möchten.

Neuen Anforderungen sollen nachhaltige Geldanlagen fördern

Denn auch wenn das Interesse bei den Kunden bereits oft groß ist, ist es bisher nicht verpflichtend, die Kunden auf nachhaltige Geldanlagen hinzuweisen. Es kann sich deshalb derzeit stark unterscheiden, ob und inwiefern Finanzberater von Banken, Sparkassen und Finanzdienstleistern wie tecis oder MLP nachhaltige Geldanlagen im Gespräch berücksichtigen.

Um sicherzustellen, dass die Investments grundsätzlich ihren Platz in der Finanzberatung bekommen, will die EU nun die sogenannte ESG-Präferenzabfrage gesetzlich festhalten. ESG kommt aus dem Englischen und ist die Abkürzung für Environment, Social und Governance. Auf Deutsch bedeutet das so viel wie Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Dies sind drei der Kriterien, über die sich nachhaltige Geldanlagen definieren lassen.

Der Zeitpunkt, ab dem die Neuregelung in Kraft treten wird, steht noch nicht eindeutig fest. Voraussichtlich soll es jedoch ab Ende 2021 so weit sein.

Wie Finanzberater die ESG-Präferenzen abfragen

Einige Kunden melden im Gespräch mit dem Berater sicherlich von sich aus bereits das Bedürfnis an, in nachhaltige Geldanlagen zu investieren. Doch wer das nicht tut, soll dennoch zumindest die Möglichkeit solcher Investments aufgezeigt bekommen. Im Grunde reicht es deshalb erst einmal aus, wenn der Finanzberater den Kunden fragt, ob er Interesse an nachhaltigen Geldanlagen hat.

Wenn der Kunde Interesse zeigt, dann bedeutet das jedoch nicht, dass der Berater danach ausschließlich Investments empfehlen darf, die Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Er sollte zu nachhaltigen Geldanlagen beraten können, oder – sollte er selbst dafür noch nicht ausreichend geschult sein – jemand anderen hinzuziehen, der sich mit der Thematik auskennt. Er kann jedoch weiterhin auch nicht nachhaltige Geldanlagen empfehlen, zum Beispiel wenn er andere Investments für einen Kunden für geeigneter hält. Allerdings muss er abweichende Empfehlungen unter Umständen schriftlich begründen.

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