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Selbstreflektion

Diese 7 Fragen sollte sich jeder täglich stellen

Unser aller Problem ist, dass wir alltägliche Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen. Hand aufs Herz, wer hat bei etwas so Trivialem wie dem Supermarkteinkauf sein Gehirn schon im vollen Alarmmodus? Meistens schauen wir nur auf den Einkaufszettel, greifen mechanisch ins Regal. Ähnlich im Büro, zuhause, beim Internetsurfen.

Und genau in diesen alltäglichen Dingen lauern Gefahren. Nicht nur dafür, überflüssiges Geld auszugeben, sondern auch bei sich selbst die Kontrolle zu verlieren, vielleicht Fehler zu begehen, die langfristig Konsequenzen nach sich ziehen. Doch du kannst effizient gegensteuern – indem du dir bei passender Gelegenheit folgende Fragen immer wieder stellst.

Der Grund dahinter 

Vielleicht hast du die Zwischenüberschriften schon neugierig überflogen und fragst dich jetzt nach ihrem Sinn: Dadurch, dass du dich selbst befragst, zwingst du dein Gehirn, sich bewusster mit der Materie zu befassen. Du erlaubst ihm nicht, einfach die naheliegendste Entscheidung zu fällen. Dadurch beleuchtest du auch triviale Probleme von allen Seiten, managst dich besser und auch dein Portemonnaie – als Bonbon gibt’s noch die Tatsache, dass du bewusster lebst, arbeitest, konsumierst. Es ist die Verlängerung deines Planes für jeden Tag. 

1. Was will ich damit bezwecken? 

Tatort Facebook, die Seite eines Nachrichtenportals. Eine Meldung zu irgendeinem x-beliebigen Thema, das polarisiert. Natürlich hast auch du eine Meinung dazu – und möchtest sie in Form eines Kommentars kundtun. Brems dich zuvor. Warum willst du diesen Kommentar absetzen? Nur für etwaige Likes, vielleicht aus Mitteilungsdrang? Dann lass es lieber bleiben. Denn egal wie ehrenhaft deine Meinung auch sein mag, sie wird, an dieser Stelle ausgesprochen, gar nichts tun, außer dem Medienportal mehr Klicks zu bescheren, deine Ansichten für alle öffentlich zu machen (Facebook-Kommentare auf den Accounts Dritter sind selbst dann öffentlich sichtbar, wenn dein Profil privat geschaltet ist). Und vor allem gibt sie der Datenkrake Facebook ein Futterbröckchen mehr, um dich genauer kennenzulernen. Für dich hat es keinerlei Vorteile. 

2. Ist das wirklich nötig? 

On- und Offlinehandel zusammengenommen gibt es allein in Deutschland über eine Milliarde Einzelprodukte, für die du Geld ausgeben kannst – allein bei Amazon sind es weit über 200 Millionen Stück. Und natürlich weißt du, dass alle davon um deine Aufmerksamkeit und dein Geld buhlen. 

An diesem Punkt wird es zum Selbstschutz, dich bei wirklich allen Dingen zu fragen „ist das wirklich nötig?“ Denn Sparen besteht zum allergrößten Teil aus kleinen, aber nicht minder effektiven Tricks – und diese Frage ist der Ausgangspunkt aller davon. Damit verhinderst du Spontankäufe, fällst nicht auf Lockangebote herein. Du kaufst viel bewusster und nicht aus dem Bauch heraus. Und das wird sich schnell positiv auf deinem Bank-Account niederschlagen.

3. Bringt mich das weiter? 

Du bist gerade auf Amazon und betrachtest einen Echo Dot. Und weil du natürlich auch schon mitbekommen hast, was diese Geräte alles können, bist du stark versucht, einen in den Einkaufswagen zu legen. Doch einmal mehr solltest du innehalten (auch nachdem du dich „ist das wirklich nötig?“ gefragt hast) und in dich gehen: Bringt dich dieses Gerät wirklich weiter?

Natürlich würde dir der Echo (oder jeder andere dieser Helfer) so manches ersparen. Doch ist das, was die Geräte abstellen, für dich wirklich ein Problem? Hält es dich tatsächlich so stark zurück, Lichtschalter manuell zu betätigen? Frisst es so viel Lebenszeit auf, einen Suchbegriff in Google einzugeben, statt der smarten Dose eine gesprochene Frage zu stellen? Oft genug wird sich dadurch zeigen, dass selbst das, was wirklich hochinnovativ wirkt, dich tatsächlich kaum messbar weiterbringt – und das gilt längst nicht nur für Echos und Konsorten, sondern einmal mehr alles, was du kaufen oder tun kannst.

Auch bei vielleicht notwendigen Dingen gilt, alles hat seine Zeit. Und genau jetzt muss der teure Kauf vielleicht nicht sein.

4. Muss das jetzt sein? 

Zeit und ihre Relativität haben ein unglaublich schweres Gewicht für alles, was du tun kannst, das gilt nicht nur im Sinne des morgendlichen Aufwachens. Und gerade im geschäftlichen Alltag werden dir unglaublich viele Dinge begegnen, die alle dem Anschein nach gleichwichtig sind – und in aller Regel „mega-wichtig“. Lässt du dein Gehirn mit der Entscheidung alleine, wird es die Aufgabe zunächst angehen, die ihm am angenehmsten erscheint. 

Fragst du dich hingegen „Muss das jetzt sein?“, durchdringst du den Schleier und fängst an, alles nach ihrer zeitlichen Wichtigkeit zu sortieren. Und das funktioniert nicht nur bei Business-Angelegenheiten, sondern tatsächlich auch beim Kaufen. Klar wäre es vielleicht nicht nur nett, sondern vielleicht sogar enorm hilfreich, sich einen neuen, leistungsstarken PC zuzulegen. Aber muss das genau jetzt sein, wo die Finanzen sowieso strapaziert sind und der alte Rechner es auch noch tut?

5. Wer profitiert davon?

„Ein gutes Geschäft ist es dann, wenn beide Partner glauben, den jeweils anderen übers Ohr gehauen zu haben“.

Schon diesen Satz solltest du immer im Hinterkopf behalten. Doch vor allem eine Lehre, die du daraus ziehen solltest. Die, nach der du dich immer fragst, wer wirklich von etwas profitiert – denn sehr oft scheint es nur so, als wenn du es wärst.

Nachrichten, sowie Videos und Bilder von Freunden. Sind das wirklich die Gründe für den Erfolg von Facebook?

Nehmen wir einmal mehr Facebook. Für die meisten Menschen sieht es so aus, dass sie glauben, dass sie davon profitieren – denn schließlich ist der Dienst für Privatleute ja völlig kostenlos und bietet ihnen unzählige Möglichkeiten und Funktionen. Beschäftigt man sich jedoch genauer damit, stellt man fest, dass tatsächlich Facebook der gewaltige Profiteur ist. Er bekommt über Profileingaben, über Klicks und Abonnements unheimlich präzise Daten über unheimlich viele Menschen. Daten, die er für Werbung verwenden kann – nichts anderes ist das Geschäftsmodell von Facebook. Indem du dich immer wieder und besonders bei Dingen, die „zu gut, um wahr zu sein“ sind, fragst, wer davon profitiert, behältst du mehr Kontrolle und stolperst nicht in typische Fallen hinein. 

6. Ist das wirklich perfekt? 

Absolute Perfektion gibt es nicht. Selbst wenn man einen perfekt wirkenden Brillanten unters Mikroskop legen würde, wären darunter wahrscheinlich noch Riefen und andere Arbeitsspuren zu sehen. Aber der Edelstein ist deshalb ein gutes Beispiel, weil der, der ihn bearbeitet, ihn so perfekt macht, wie es ihm persönlich möglich ist. Und jeder von uns hat bei allem was er tut, diese Grenze seiner persönlichen Fähigkeiten. 

Allerdings: Gerade die oberen zehn Leistungsprozent sind für die meisten viel schwerer abrufbar als der Rest. Frag dich deshalb, ob dein Ergebnis tatsächlich so perfekt ist, wie es dir möglich ist, oder ob es nur „gut genug“ ist. Denn nur wenn ersteres der Fall ist, kannst du mit dir selbst im Reinen sein, falls Kritik kommt. Bei allem anderen musst du dir selbst vorwerfen, nicht alles Potenzial ausgenutzt zu haben. Und das ist, besonders im Geschäftsbereich, durchaus ein großer Fehler. 

7. Ist es den Aufwand wert? 

Ein kleiner Kunde, ein sehr geringes Budget, aber ein ziemlich kniffliger Job, der viel Zeit in Anspruch nehmen würde – wenn du einfach blind nach dem Motto „jeder Kunde ist gleichwichtig“ zuschlägst. Doch ob bei diesem Kunden oder irgendeinem aufwändigen Produkt, das du kaufen könntest, lohnt sich vorher die Frage, ob das zu erwartende Ergebnis den Aufwand rechtfertigt. 

Ist der Auftrag des besagten Kunden nur der Anfang, der bei Erfolg gigantische Folgeaufträge nach sich zieht? Dann ist es sicherlich den Aufwand wert. Ist der gigantische, teure Fernseher, den du dir kaufen willst, es wirklich wert, dass du dafür auch das Wohnzimmer komplett umräumen, eine neue TV-Wand kaufen musst? Vielleicht eher nicht so. Doch beantworten kannst du die Frage immer nur selbst. 

Fazit 

Unser Gehirn neigt dazu, im Default-Modus immer den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Leider ist der aber nicht immer der Optimalweg. Dadurch, dass du dir jeden Tag die genannten Fragen stellst, steuerst du dein Leben, dein Business, wesentlich effizienter. Du kontrollierst besser und sparst wahrscheinlich nicht nur viel Geld, sondern auch Lebenszeit.

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