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Digitalisierung der Versicherungsbranche nimmt Fahrt auf

Die digitale Transformation kam bei den Versicherungsunternehmen lange Zeit nur schleppend voran. Doch die wachsenden Ansprüche der Kunden setzten die Assekuranzen unter Druck. Mit Erfolg: Wie eine aktuelle Umfrage ergab, stehen Cloud- und KI-Projekte unter den wichtigsten Investitionsvorhaben für die kommenden zwölf Monate ganz oben auf der Liste.

Großes Potenzial für Online-Versicherungen 

Bereits jeder zweite Deutsche hat online eine Versicherung abgeschlossen, ergab eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Und das Wachstumspotenzial in dieser Branche sei laut den Studienautoren riesig, zumal es der klassische Versicherungsvertrieb über Hausbesuche oder Filialberatungen in Zeiten der Corona-Pandemie schwer habe. So könnten Online-Abschlüsse von Versicherungen schon aus Gründen von Kontaktbeschränkungen demnächst in vielen Fällen der Standard sein. 

Finanzberater helfen bei komplizierten Produkten 

Allerdings müssen die Versicherer nach Ansicht der Kunden beim digitalen Abschlussprozess in Bezug auf die Nutzerfreundlichkeit noch nachbessern. Die noch vorhandene Skepsis ist vor allem auf die teils komplizierten Produkte und den hohen Zeitaufwand zurückzuführen. Wer sich vor einem Abschluss lieber beraten lassen möchte, kann das ebenfalls digital machen. So bieten Firmen wie der Finanzdienstleister tecis Videoberatung an, bei der die Versicherungsexperten nicht nur Neuabschlüsse bewerten, sondern auf Wunsch auch bestehende Versicherungen auf ihr Preis-Leistungs-Verhältnis überprüfen. 

Zwei Drittel der Versicherten können online auf ihre Produkte zugreifen 

Laut einer weiteren Umfrage haben die Versicherer die Ansprüche der Kunden mittlerweile erkannt und darauf reagiert. Denn rund zwei Drittel der deutschen Assekuranzen haben ihre eigene Digitalisierungsstrategie entweder bereits umgesetzt oder befinden sich gerade in diesem Prozess. Das ergab eine Befragung zur Digitalisierung der Versicherungsbranche unter 203 Mitarbeitern im Auftrag von ForgeRock, ein Plattformanbieter für digitales Identitätsmanagement. 

Durch die technologischen Innovationen können 67 Prozent der Kunden über einen Online-Zugang auf ihre Versicherungsprodukte zugreifen. Immerhin gut die Hälfte der Versicherten ist durch die bereits erfolgte Digitalisierung in der Lage, mittels Self-Service-Portal ihre Kundeninformationen zu verwalten. 

Nachholbedarf gibt es laut den befragten Versicherungsmitarbeitern bei der Nutzererfahrung, der Integration von Lieferanten und Angeboten Dritter sowie der Art und Weise, wie technische Neuerungen in die Systeme eingebunden werden. 

Versicherer wollen digital aufrüsten 

Laut der Umfrage haben die Versicherer aber auch realisiert, dass die digitale Transformation in ihren Unternehmen noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie es möglich wäre. Aus den Investitionsvorhaben lässt sich erkennen, dass diese Lücken nun schnell geschlossen werden sollen. 

In den kommenden zwölf Monaten soll das zur Verfügung stehende Geld vor allem in Cloud- und KI-Projekte (40 Prozent der Nennungen) gesteckt werden, gefolgt von IT-Sicherheit (28 Prozent) und Datenschutz (22 Prozent). Zudem wollen 22 Prozent die User Experience auf ihren digitalen Kanälen verbessern. Lediglich sechs Prozent der Befragten gaben an, in den nächsten zwölf Monaten nicht in die Digitalisierung investieren zu wollen.

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