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Eine Stiftung in Deutschland gründen: Steuerersparnis und Mangel an Erben als Triebfedern

Eine Stiftung in Deutschland gründen: Steuerersparnis und Mangel an Erben als Triebfedern

Die Anzahl der Stiftungen in Deutschland hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten annähernd verdreifacht. Und jedes Jahr kommen weitere 700 dazu. Worauf beruht dieses Erfolgsmodell?

Das herausragende Merkmal einer Stiftung ist der gemeinnützige Zweck. Dieser muss am Tag der Gründung angegeben werden. Die infrage kommenden Zwecke werden in Paragraf 52 der Abgabenordnung (AO) angegeben. Der Rahmen ist breit gefächert und umfasst Punkte wie die Förderung von Wissenschaft und Forschung, den Tierschutz bis hin zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke. Zudem können Ziele gefördert werden, die der Entwicklungszusammenarbeit oder dem Denkmalschutz dienen. Diese Rahmenbedingungen lassen in der Regel ausreichend Spielraum, um eigene Interessen einfließen zu lassen.

Zur Gründung einer Stiftung bedarf es eines rechtlichen Rahmens. Deshalb ist es nützlich, sich auf Expertenportalen wie stiftung-gruenden.de genauestens über die Voraussetzungen zu informieren. Dabei können auch Fachanwälte und Vorgehensweisen vermittelt werden, damit sich aus der Stiftung eine für alle Beteiligten lohnenswerte und vor allem langfristige Einrichtung entwickelt.

Was wird unter einer Stiftung verstanden?

Die erste Stiftung geht wohl auf Platon zurück, der im Jahre 347 v. Chr. seine Akademie gründete. Im Mittelalter rückten dagegen eher das Seelenheil und das eigene Andenken in den Fokus. Gemeinsam bleibt allen Stiftungen der Zweck, welcher mit dem Vermögen des Stifters verfolgt werden muss.

Die Grundlagen für eine rechtskräftige Stiftung sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgeschrieben, und zwar explizit in den Paragrafen 80 bis 88. Rechtsfähige Stiftungen müssen folgende Prämissen beachten:

·        Sie sind abhängig vom Stiftungsvermögen.

·        Sie befinden sich im Status einer juristischen Person.

·        Es gibt keine Mitglieder.

·        Ausgenommen der sogenannten Verbrauchsstiftungen darf nur erwirtschaftetes Kapital eingesetzt werden, das Vermögen bleibt unangetastet.

·        Sie unterscheiden sich von anderen Einrichtungen durch die Gemeinnützigkeit.

Gründung zu Lebzeiten oder nach dem Tode

Hierbei sind die Schritte klar definiert. Jede natürliche und voll geschäftsfähige Person ist dazu berechtigt. Die erste Frage, die es zu klären gilt, zielt darauf ab, ob die Einrichtung zu Lebzeiten oder nach dem Tode des Stifters gegründet werden soll. Bei ersterer Lösung begleitet und steuert der Gründer die Geschäfte. Die zweite Variante ist an ein Testament geknüpft, welches in Anbetracht der oft beträchtlichen Summen explizit auszuformulieren ist. Bei der Erstellung des Testaments ist die Erbfolge zu beachten.

Experten raten aufgrund der Rechtssicherheit eindringlich dazu, einen Notar hinzuzuziehen, weil schon kleinste Formfehler den letzten Willen ungültig machen können. Beim notariellen Testament ist sichergestellt, dass die Dokumente ordnungsgemäß beim Nachlassgericht hinterlegt werden.

Umfang des Einlagekapitals

Wer zu Lebzeiten eine Stiftung gründen möchte, sollte tunlichst darauf achten, dass die Eigenversorgung gesichert ist. Das Kapital geht nämlich unwiderruflich in die Stiftung über und kann unter keinen Umständen mehr zurückgefordert werden. Mindestgrenzen für eine selbstständig arbeitende Stiftung sind gesetzlich nicht vorgesehen. Experten beziffern aber einen Betrag von 100.000 Euro als sinnvoll, damit die Verwaltungskosten gedeckt sind und die Zahlungen für den gewählten Zweck sichergestellt werden können.

Wenn eine Stiftung aufgelöst wird, fällt das Restvermögen dem Bundesland, in dem die Stiftung ihren Sitz hat, zu. Sinnvoll ist es deshalb, bei Gründung Begünstigte zu nennen.

Errichtung der Stiftung

Sind die Vorbedingungen geklärt, ist eine schriftliche Willenserklärung aufzusetzen. Diese beinhaltet folgende Punkte:

·        Name und Sitz

·        Stiftungszweck

·        Stiftungsvermögen

·        Zeitpunkt der Errichtung

Darüber hinaus bedarf es einer Satzung, in der alle Verfahrensweisen geklärt werden müssen. Die Vorgaben gibt der Paragraf 81 des BGB preis. Danach müssen alle relevanten Dokumente der maßgeblichen Stiftungsbehörde zur Prüfung vorgelegt werden.

Steuern

Um in Genuss der Steuervorteile zu kommen, muss die Gemeinnützigkeit beim zuständigen Finanzamt nachgewiesen sein. Dann kann die Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt werden. Dadurch entfällt die Kapitalertragssteuer. Zudem sind alle Einnahmen, die dem gemeinnützigen Zweck dienen, von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit.

Außerdem gilt, dass Stiftungen von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreien. Wer seine Erbschaft oder Schenkung einer Stiftung innerhalb von zwei Jahren vermacht, muss diese Abgaben nicht mehr zahlen. Ein Spendenabzug ist dann nicht mehr möglich!

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