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ETFs spiegeln Kurse von bekannten Indexen und entsprechen ihrer Wertentwicklung.

Exchange Traded Funds – Investitionen übersteigen erstmals fünf Billionen Dollar

Börsengehandelte Indexfonds, auf Englisch „Exchange Traded Fonds (ETF)“, liegen voll im Trend. Ihre Beschaffenheit empfindet die Werteentwicklung bekannter Börsenindizes wie Dax oder S&P 500 nach. Allein an der Frankfurter Börse Xetra waren im August 2018 mehr als 1.300 ETFs verfügbar. Im vergangenen Jahr betrug das weltweit angelegte Vermögen rund 5,4 Billionen US-Dollar und stieß damit in ungeahnte Hemisphären vor. Doch wie funktioniert das Geschäft mit den Fonds eigentlich?

Mit Exchange Traded Funds ist es jedem Privatanleger möglich, die Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen und Kapital für die Zukunft anzuhäufen. Ein Online-Depot genügt, um sich auf einfachem Wege und zu günstigen Konditionen am Börsengeschehen zu beteiligen. Dabei ist der Aufbau des Vermögens für eine langfristige Zeitspanne angedacht. Bereits heute steckt jeder siebte Euro, den die Deutschen in Fonds anlegen, in einem ETF.

Funktionsweise von ETFs 

Ein ETF entspricht dem Nachbau eines real existierenden Börsenindex. In einem klassischen Szenario nimmt eine Fondsgesellschaft das Geld der Anleger und kauft dafür all jene Wertpapiere, die im entsprechenden Index enthalten sind. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Aktien oder auch Anleihen. So kann z.B. der Deutsche Aktienindex (Dax) mithilfe von ETFs abgebildet werden. Die Fonds würden dementsprechend die 30 größten Unternehmen in der Bundesrepublik abbilden und genau diese 30 Aktien nachkaufen. Diese würden sich dann genauso im Wert entwickeln wie der Dax. 

Ein Aktienindex fasst häufig diejenigen Unternehmen zusammen, die an der Börse den höchsten Wert (Börsenwert) entsprechen. Für die Ermittlung werden die jeweiligen Börsenkurse mit der Anzahl an Aktien multipliziert. Die breite Masse an Investoren favorisieren in den meisten Fällen exakt diese Unternehmen. Aus diesem Grund wird einem Aktienindex nachgesagt, dass er den Markt abbildet.

ETFs folgen Mehrheitsprinzip 

Ein ETF verfolgt das Ziel, exakt die Rendite zu erzielen, die auch der jeweilige Index erzielt. Diese Vorgehensweise ist auch der Grund dafür, warum ein ETF gerade nicht versucht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Mithilfe der Exchange Traded Funds können Privatanleger einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben. Dabei gilt das Mehrheitsprinzip, da eher Kontinuität als Risikobereitschaft im Vordergrund steht. 

Welche Aktien letztlich im Index landen, wird mehrmals im Jahr genaustens überprüft. Ändert sich irgendetwas an der Zusammensetzung des Index, reagiert auch der ETF und bessert entsprechend nach. Die angepeilte Rendite hängt dabei von der monatlichen Sparrate und dem Broker ab. Für den Einstieg hilft ein ETF-Sparplan-Vergleich, der einen Überblick schafft.

Verwaltung und Investitionen steigen 

Das sich die Investition in ETFs immer größerer Beliebtheit erfreut, spiegelt sich hier sowohl das in ETF angelegte Vermögen weltweit als auch die Anzahl international verwalteter Fonds wider. Letztere Kategorie befindet sich seit Jahren in einer ungebrochenen Aufwärtsspirale. Waren es noch zum Beginn des Jahrtausends deutlich weniger als 1.000 ETFs, durchbrach die Anzahl im Jahr 2018 die Grenze von 6.000. 

Das angelegte Vermögen folgt einem ähnlichen Aufwärtstrend, auch wenn die investierte Summe von 2017 auf 2018 etwas sank. Dafür durchbrach das vergangene Jahr die Schallmauer von 5 Billionen US-Dollar. Insgesamt belief sich das von ETF verwaltete Vermögen auf der ganzen Welt auf 5,398 Billionen USD.

ETFs trumpfen mit Sicherheit 

Wenn es um Fonds geht, stellt sich auch immer die Frage nach der Sicherheit. Grundsätzlich wird Geld, das in Fondsanteile investiert wird, als Sondervermögen eingestuft und ist damit automatisch geschützt. Das gilt auch für ETFs. Daher besteht kein Grund zur Sorge, wenn der eigene ETF-Anbieter Konkurs anmelden muss. Die erworbenen Fondsanteile bleiben weiterhin im eigenen Besitz. Der Gesetzgeber schreibt diesbezüglich vor, dass Fondsgesellschaften das Geld ihrer Kunden, das in den Fondsanteilen steckt, getrennt vom restlichen Vermögen des Unternehmens aufbewahren müssen. Die Anteile werden meistens bei unabhängigen Depotbanken gelagert, um eine neutrale Instanz über das Geld wachen zu lassen. So arbeitet z.B. der ETF-Anbieter Xtrackers mit der State Street Bank in Luxemburg zusammen. 

Diese aufgeteilte Handhabung verhindert, dass das Anlegervermögen bei einer Pleite der Fondsgesellschaft mit in die Konkursmasse fällt und daraus Ansprüche von Gläubigern bedient werden. Die Depotbank ist anschließend verpflichtet, die Verwaltung des ETF zu übernehmen. Das geschieht entweder dauerhaft oder so lange, bis ein anderer ETF-Anbieter die Fondsanteile aufkauft.

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