Vom Fitnesstrainer zum Millionär

PARADIS ISLAND, BAHAMAS - Der alte amerikanische Traum, vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden, ist noch immer in den Herzen vieler Menschen verankert. Allerdings geschieht dieses Wunder in der Realität allzu selten und lässt sich in den meisten Fällen eher als eine Utopie ansehen. Ausnahmen existieren kaum, doch eine davon bildet der Spanier Ramón Colillas, der vor Kurzem noch ein ganz normaler Fitnesstrainer war und nun ein Vermögen von 5 Millionen US-Dollar sein Eigen nennt. Seine Geschichte lohnt sich, erzählt zu werden.

"Du musst machen, was du machen möchtest"

Ramón Colillas fühlte sich zum Ingenieur berufen, zumindest, was seine kognitiven Leistungen betraf. Schließlich funktionierte sein Kopf ganz hervorragend, doch in seiner Seele lauerte schon immer ein Kämpfer, der nichts lieber tat, als sich mit anderen Menschen zu messen. "Du musst das machen, was du möchtest", lautete der zunächst eher verwirrende Ratschlag seines Cousins. Es gab so viele Möglichkeiten, eine Unzahl von Wegen, die sich anboten, sie zu gehen. Da Ramón sich für Sport begeisterte, trug er sich für ein entsprechendes Studium an der Universitat de Vic in Barcelona ein und spielte nebenher Fußball. Trotz einiger Komplikationen mit seinem Knie gelang es ihm, aus den untersten Ligen aufzusteigen und für die katalonische Stadt Manresa anzutreten. Doch der Aufwind blieb ihm nicht erhalten, die Knieprobleme kamen zurück und er musste die Fußballkarriere ad acta legen. Ramón war niemand, der nach einer Niederlage am Boden liegenbleibt. Er entschied sich, und anderen Menschen zu mehr körperlicher Fitness zu verhelfen. Leider blieb diese Tätigkeit nichts weiter als "nur ein Job" für ihn, der dazu diente, den Lebensunterhalt zu bestreiten und nicht, sich selbst auszuleben. So ergeht es sicher den meisten arbeitenden Menschen dieses Erdballs und es gibt vielleicht keinen Grund, sich darüber zu beklagen – es sei denn, das Herz verlangt nach Größerem und kommt einfach nicht zur Ruhe.

Die Anfänge am Pokertisch waren eher bescheiden

Die Worte, die ein alter Mann einst zu ihm gesprochen hatte, als Ramón mit seinen Freunden durch die Bars tingelte, gingen ihm nicht mehr aus dem Kopf: "Du solltest Poker spielen." Doch Karriere stand dabei erstmal unter keinem guten Stern. Es dauerte eine ganze Zeit, bis er sich auf seinen Limits etablieren und erste Erfolge einheimsen konnte. An Millionen war hier natürlich noch lange nicht zu denken. Doch der motivierte Spanier biss sich durch, gewann live ein 100-Euro-Turnier, eröffnete zwischendurch ein Fitness-Studio und arbeitete plötzlich rund um die Uhr.

… und doch blieb der Traum im Herzen bestehen

Sein Betrieb lief äußerst erfolgreich, es blieb nur wenig freie Zeit übrig, die er dafür nutzte, immer wieder mal an seiner Poker-Strategie zu feilen und an Turnieren teilzunehmen. Seine Limits wuchsen an und es klimperten regelmäßig angenehme Gewinnsummen in seiner Geldbörse. Der Gedanke reifte weiter heran: Ramón wollte ein Profi-Spieler werden und sich so aus der täglichen Arbeitsroutine befreien. Die Erwartungen seiner Kunden und Freunde lasteten auf ihn, es fiel ihm schwer, sich der häuslichen Verantwortung zu ziehen. Und als er endlich die Entscheidung traf, vollends seinem Herzen zu folgen, ging schon kurz darauf alles schief: Das Pokern funktionierte nicht mehr, schrumpfte rasant und auch ein Absenken seiner Buy-ins schien rein gar nichts zu nützen.

Zurück im Geschäft – und mit voller Kraft voraus

Am Tiefpunkt angekommen, traf Ramón auf einen Mann, den er heute liebevoll seinen "Pokervater" nennt. Als Autodidakt fiel es ihm schwer, Hilfe anzunehmen, doch in diesem Fall war es anders: Der freundliche Gönner, dessen wirklichen Namen Ramón verschweigt, brachte ihn zurück in die Spur und half ihm, den Faden wieder aufzunehmen. 2018 gelang es dem junge Pokerspieler, das erste Event der Championship of Spain (CEP) für sich zu entscheiden, allerdings mit einem Deal, dem er im Nachhinein bereute. So gingen ihm wertvolle Punkte im Leaderboard verloren, die er dafür benötigte, auf die Bahamas zu reisen und dort im Rahmen der PokerStars Players Championship um Millionengewinne zu kämpfen. Die Bahamas waren aber sein großer Traum – und seine Freundin wünschte sich nichts sehnlicher als . Sein Ehrgeiz ließ den jungen Mann nicht ruhen, er spielte auf allen noch folgenden CEP-Stopps und holte sich dann doch den Platinum Pass auf die Bahamas. Der Rest ist Geschichte.

Der 5 Millionen-Dollar-Coup im legendären Atlantis Hotel

Im sagenhaften Atlantis Hotel auf Paradise Island trat Ramón gegen mehr als 1000 weitere Spieler an, viele von ihnen erfahrene Highroller, die bereits einige Millionengewinne eingestrichen hatten. Der Neuling auf dem Parkett setzte sich gegen einige von ihnen durch, er durchlebte eine rasante Entwicklung und offenbarte sein ganzes Talent. Zum Schluss setzte er sich tatsächlich gegen jeden Gegner durch und erhielt zur Belohnung die besagten 5 Millionen US-Dollar. Eine stramme Belohnung für jemanden, der von seinem Traum einfach nicht lassen konnte!

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