Die Fußball-Weltmeisterschaft - Ein Milliardengeschäft

Immer wieder sorgen Berichte über Korruption bei der FIFA international für Aufsehen. Nicht weiter verwunderlich ist derweil die enge Verknüpfung zwischen Sport und Wirtschaft, wie wir sie im Land schon seit einigen Jahrzehnten wahrnehmen. Doch was steckt hinter dem Milliardengeschäft und wer verdient am großen Turnier, welches in wenigen Tagen in Russland angepfiffen wird?

Die Fans als Initiator

Bevor es möglich ist, einen Blick auf die einzelnen Geldströme zu werfen, muss deren Quelle genauer betrachtet werden - die Fans. Durch die große Begeisterung und die Liebe zum Fußball, die Milliarden Menschen auf der Welt verbindet, ergibt sich ein besonders wirtschaftliches Potenzial. Auch ein auf den ersten Blick eher passives Verhalten trägt zum wirtschaftlichen Willen der Verantwortlichen bei. So werden bei jeder Austragung bereits die begehrten Fernsehrechte für viele Millionen Euro in etwa 200 Länder verkauft. Denn je mehr Zuschauer vor dem Fernseher sitzen, desto wertvoller wird die dort geschaltete Werbung.

Gleichsam gibt es weitere Nischen, in denen Unternehmen große Umsätze erzielen. So erwarten die Buchmacher höhere Umsätze, da mehr Wetten auf den Ausgang der einzelnen Partien abgegeben werden, als dies ansonsten üblich ist. Unter gibt es die Möglichkeit, einen Überblick über die seriösen Buchmacher des Marktes zu gewinnen. Auch diese tragen einen Teil zum großen finanziellen Potenzial der WM bei.

Werbekampagnen in Millionenhöhe

Schon bei den vergangenen Turnieren waren es stets die Werbekampagnen, die Unternehmen dazu veranlassten, der FIFA große Summen zu überweisen. Bekannt sind zum Beispiel die Engagements von Coca-Cola und McDonalds, die in den vergangenen Jahrzehnten mit einer hohen Regelmäßigkeit gestartet wurden. In der neuen und veränderten Welt variieren auch die Herkunftsländer dieser so wichtigen Geldgeber. So werden in Russland Unternehmen aus Asien, der Golfregion und dem Gastgeberland große Rollen des Sponsorings an sich reißen.

Doch im Vorfeld des Turniers war es für die Verantwortlichen der FIFA schwer, ihre eigene Machtposition bei der Vergabe der Werbeplätze durchzusetzen. Bis Anfang Mai wurden erfolgreich verkauft. Die Zurückhaltung, die viele Firmen an den Tag legen, hat auch mit der umstrittenen Lage der FIFA zu tun. Ihr haftet nach wie vor der große an, der die Werbeplätze unter Umständen weniger attraktiv erscheinen lässt, als noch bei den letzten Austragungen der oder Südafrika.

Der Umsatz im Kleinen

Leider gibt es bis heute keine offiziellen Zahlen dazu, welche Umsätze die WM auch in diesem Jahr wieder ankurbeln wird. Zu berücksichtigen ist dabei auch der große individuelle Einfluss, der dem Turnier bescheinigt werden muss. So werden die Fans der einzelnen Teilnehmer in Russland die Tourismusbranche etwas beleben, die bereits in den vergangenen Jahren stark gelitten hat. In Deutschland wiederum freuen sich Kneipen und Biergärten auf die Spiele der DFB-Elf. Für sie steht so gut wie fest, dass ihre Gaststätten zu dieser Zeit wieder sehr gut besucht sein werden und damit auch ein Umsatzplus möglich ist. Selbst im kleinen Rahmen hat die WM demnach einen wirtschaftlichen Einfluss, der nicht von der Hand zu weisen ist.

Am Ende des Tages bleibt die Vorfreude auf das Turnier trotz der umstrittenen Situation bestehen. Die aktuellen Debatten rund um die utopischen finanziellen Dimensionen, die dieser Sport inzwischen angenommen hat, werden vom Moment des ersten Anstoßes an vergessen sein. Sollte es den Verantwortlichen jedoch auch in Zukunft nicht gelingen, die Probleme in den Griff zu bekommen, so könnte ein bitterer Nachgeschmack bleiben.

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