Geschlechtskrankheiten: Gefährliche Parasiten und Pilze

Bei Geschlechtskrankheiten denken viele zunächst an direkt durch Sexualkontakt übertragene Erkrankungen wie Tripper oder Chlamydien. Doch auch außerhalb des Schlafzimmers lauern Gefahren. Einige Geschlechtskrankheiten können durch Parasiten und Pilze verursacht werden. Dabei muss nicht zwingend ein direkter zwischenmenschlicher Kontakt erfolgt sein, um sich zu infizieren.

Candida albicans (Urogenitale Mykosen)

Der Pilzerreger Candida albicans ist verantwortlich für urogenitale Mykosen. Nachweisbar sind die Spuren der Erreger über die Keimflora mithilfe eines gynäkologischen Abstrichs. Ist die säurehaltige Scheidenflüssigkeit intakt, wird Candida albicans abgetötet. Im anderen Fall kommt es zur Infektion. Ursache für eine Infektion kann aufgrund dessen auch eine extreme Hygiene im Intimbereich sein. Typische Anzeichen von Urogenitalen Mykosen sind gerötete, entzündete Schamlippen, oft ein weißer Ausfluss als auch extremer Juckreiz. Männer nehmen einen brennenden Schmerz wahr. Die lokale Behandlung erfolgt mithilfe von Salben, Cremes, Gels beziehungsweise Vaginaltabletten. Zudem empfehlen Gynäkologen im Anschluss an die Candida albicans Therapie die Anwendung von Milchsäurebakterien in Form von Vaginalzäpfchen. Kommt es zu häufigen Wiederholungen, kann eine innerliche Therapie über mehrere Monate notwendig sein.

Krätze (Acarodermatitis, Scabies)

Krätzmilben verursachen diese Hauterkrankung. Es handelt sich hierbei um kleine Parasiten, welche sich in den oberen Hornschichten eingraben, um winzige Gänge zu konstruieren. Häufig betroffen von Scabies sind Zwischenräume von Zehen und Finger, der Genitalbereich, vereinzelt zudem der Kopf oder Rücken. Betroffene nehmen eine gerötete, akut juckende Hautpartie wahr. Manchmal bilden sich kleine Knötchen. Eine Behandlung ist unbedingt notwendig. Im anderen Fall verläuft die Erkrankung chronisch. Zur Scabies Therapie kommen Anti-Milben Präparate wie Skabizide, Akarizide oder Antiskabiosa zum Einsatz. Diese sind als Cremes oder Salben auf betroffene Hautpartien aufzutragen. Trotz des gehäuften Auftretens von Krätze bei ungünstigen hygienischen Bedingungen, ist eine ungenügende Körperhygiene nicht in jedem Fall die Ursache von Scabies.

Pediculosis pubis (Scham- oder Filzläuse)

Winzige Parasiten nisten sich hauptsächlich in der Brust-, Bauch- und Achselbehaarung sowie der Schambeharrung von Männern und Frauen ein. Diese Läuse ernähren sich durch menschliches Blut und hinterlassen täglich bis zu drei Eier an ihren Brutplätzen. Typische Anzeichen der parasitären Bisse sind kleine blaue Flecken und ein heftiger Juckreiz in den jeweiligen Bereichen. Je früher eine ärztliche Diagnose, inklusive Behandlung mit Lotionen, Cremes, Sprays oder Lösungen erfolgt, desto schneller ist der Filzlausbefall entfernt. Zudem ist eine parallele Untersuchung von Partnern, aber auch in derselben Wohnung lebenden Familienmitgliedern notwendig. Auf diese Weise wird eine erneute Ansteckung verhindert.

Trichomoniasis

Der Parasit Trichomonas vaginalis verursacht eine der weltweit häufigsten Geschlechtskrankheiten. Schätzungen zur Folge erkranken jährlich 276,4 Millionen der Weltbevölkerung. Vorrangig handelt es sich um Entzündungen von Schleimhäuten der Harnwege beziehungsweise der Geschlechtsorgane. In den meisten Fällen sind keine Symptome wahrzunehmen, wodurch die Geschlechtserkrankung unbemerkt weiterübertragen werden kann. Die Inkubationszeit beträgt circa 4 bis 28 Tage. Im Anschluss daran treten vereinzelt Symptome wie Schmerzen oder Juckreiz auf. Vereinzelt ist Ausfluss zu bemerken. Nach fachärztlicher Diagnose ist oftmals eine antibiotische Therapie (Tabletten, orale Anwendung) indiziert. Der Geschlechtspartner sollte zudem mitbehandelt werden. Im Gegensatz zu einer Candida Infektion verursacht Trichomoniasis einen gelblich schaumigen als auch sehr unangenehm riechenden Ausfluss. Mithilfe einer Urinuntersuchung oder einem Scheidenabstrich kann diese sexuell übertragene Krankheit diagnostiziert werden.

Lambliasis (Giardiasis)

Giardiasis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, welche durch einen Einzeller ausgelöst wird. Als Zyste oder Trophozit besiedelt dieser den menschlichen Darm. Innerhalb von 14 bis 21 Tagen treten vereinzelt typische Symptome von Lambliasis auf. Bemerken Betroffene einen starken Gewichtsverlust in Kombination mit einem schaumig, wässrigen Durchfall über einen längeren Zeitraum hinweg, kann dies ein Anzeichen für den Befall mit Giardiasis sein.

Wird die Erkrankung nicht diagnostiziert und entsprechend behandelt, kann ein chronischer Verlauf folgen. Dieser schädigt den Dünndarm und verursacht Folgewirkungen wie beispielsweise Laktoseintoleranz. Lambliasis kann mithilfe von speziellen Wirkstoffen wie Metronidazol kuriert werden.

Wie erfolgt die Infektion mit Parasiten und Pilzen?

Pilzinfektionen im genitalen Bereich entstehen durch einen Hefepilz (Candida albicans). Im Gegensatz dazu werden Krätze, Trichomoniasis, Filz- und Schamläuse durch Parasiten verursacht.

Die Erreger dieser Geschlechtserkrankungen werden vorrangig durch infizierte Körperflüssigkeiten wie Blut, Scheidenflüssigkeit oder Sperma übertragen. Auch ein Kontakt mit befallenen Schleimhäuten von After, Scheide oder Penis erhöht das Ansteckungsrisiko.

Darüber hinaus ist das Ansteckungsrisiko in öffentlichen Schwimmeinrichtungen beziehungsweise durch gemeinsamen Gebrauch von Handtüchern nicht zu unterschätzen. Parasiten können sich zudem in Kleidungsstücken oder Bettlaken niederlassen.

Wie kann einer Ansteckung vorgebeugt werden?

Unabhängig von dem jeweiligen Auslöser besteht das höchste Ansteckungsrisiko von Geschlechtserkrankungen bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Folglich schützt die richtige Verwendung von Kondomen vor der Infektion mit Pilzen oder Parasiten. Neigen Frauen zu Pilzinfektionen, empfiehlt sich die regelmäßige Anwendung von Milchsäurebakterien zudem ist nicht anliegende Kleidung zu bevorzugen. In Gemeinschaftswohnungen ist darauf zu achten, dass jeder Person ein Handtuch allein zur Verfügung steht. Bade- und Duschhandtücher, sowie Unterwäsche sollten regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius gereinigt werden. Auf diese Weise erfolgt die zuverlässige Deaktivierung von krankheitserregenden Pilzen und Parasiten.

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