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Stürze im Alter drohen, wenn der Gang nicht mehr so sicher ist und die Angst dazukommt. 

Abendsprechstunde "Unfälle im Alter"

Physiotherapie ist so wichtig wie die Operation

Bei Unfällen im Alter ist die Physiotherapie so wichtig wie die Operation selbst. Und auch der richtige Einsatz von Rollatoren und Gehhilfen spielt eine Rolle.  

Fünf Millionen Stürze werden pro Jahr in Deutschland registriert. Am häufigsten handelt es sich dabei aber nicht etwa um Motorradunfälle, sondern um das sogenannte Niedrigenergie-Trauma. Genauer: um Stürze aus dem normalen Gang heraus.

 Betroffen sind häufig Ältere, und Dr. Waldemar Alt, leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am St. Elisabeth-Hospital, weiß auch, warum das so ist: Ein verändertes Gangbild im Alter, Gleichgewichtsstörungen und Schwindel etwa aufgrund von Medikamenten oder Flüssigkeitsmangel, aber auch Sehstörungen und Muskelabbau seien ebenso altersbedingte Gründe für Stürze wie neurologische Probleme zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder bei Parkinson.

Ein Sturz endet häufig mit einem Bruch

 Doch auch falsches Schuhwerk, schlecht eingestellte Gehhilfen, schwache Beleuchtung in der Nacht, Stolperkanten bei Teppichen oder Bordsteinkanten, zu niedrige Betten oder schlechte Wetterverhältnisse können Ursachen sein. Das Problem: Ein Sturz gerade im Alter endet häufig mit einem Bruch, an erster Stelle mit einer hüftgelenksnahen Fraktur wie dem Schenkelhalsbruch. „Aber Bruch ist nicht gleich Bruch“, so Alt, „und Therapie ist nicht gleich Therapie.“ So könne ein 80-Jähriger keine Behandlungsform bekommen, bei der das Bein erst einmal drei Monate geschont werden müsse. „Da hätte er wohl keine Chance auf Heilung.“

64 Prozent kommen nach einem Bruch ins Altersheim

 Auch Brüche an Wirbelsäule und Becken kämen oft vor, ebenso Oberarm-Frakturen - und alle bringen besonders bei betagten Patienten Schwierigkeiten mit sich. So bereiteten vor allem eine verzögerte Bruchheilung, Begleiterkrankungen und Medikamenten-Mixe mit vielen unerwünschten Nebenwirkungen Probleme. Alt: „64 Prozent der Patienten mit Brüchen kommen innerhalb eines Jahres ins Altersheim.“ 

Vorsorgen können die Experten diesbezüglich im spezialisierten Zentrum für Alterstraumatologie, das aus den verschiedensten Fachdisziplinen von dere Geriatrie und Chirurgie über Ergo- und Ernährungstherapie bis zum Sozialdienst des Hauses reiche. Und: „Die Physiotherapie gehört selbstredend auch dazu. Sie ist so wichtig wie die OP selbst.“

Tipps für den Einsatz von Rollatoren und Gehstöcken

Mit dem Rollator ist es wie mit dem Auto: Nach oben ist bei der Ausstattung keine Grenze gesetzt. Viel entscheidender ist aber, eine Gehhilfe richtig zu nutzen - auch um Stürze im Alter zu vermeiden. Bei der vom Medienhaus Bauer präsentierten Abendsprechstunde „Unfälle im Alter“ im Hertener St. Elisabeth-Hospital gab Martin Granzin, Leiter der Physiotherapie, Tipps zum richtigen Umgang.

Was sollte man bei der Benutzung von Krücken beachten? 

!Wer statt einer normalen Krücke etwa eine Achselstütze verwendet, nimmt sein Gewicht über die Schulter ab und entlastet damit die Arme. Bei einer Krücke sollten vor allem Patienten mit Arthrose in den Händen auf die Luxusvariante mit einem ergonomischeren Griff achten.

Was gibt es bei Gehstöcken zu bedenken? 

Ja, vor allem bei Schlaganfall-Patienten: Sie sollten einen Vierpunkt-Stock benutzen, der eine breitere Stützfläche hat und so mehr Sicherheit und Stabilität gewährleistet. Nach einem Eingriff gibt es übrigens auch Gehwagen, mit denen Patienten sofort nach der OP ohne Belastung wieder aus dem Bett geholt werden können, etwa für den Gang zur Toilette. Und Patienten mit starker Angst können statt eines Rollators einen Gehbock benutzen, der nicht wegrollt. 

Apropos Rollator: Worauf ist da zu achten?

Der Rollator darf nicht zu tief eingestellt sein, sonst kann man leicht nach vorne kippen. Beim Aufstehen sollte eine Hand am Rollator und eine am Stuhl sein. Dann ist man auf der sicheren Seite. Beim Türöffnen wiederum sollte man sich seitlich stellen, damit man, sofern die Tür nach innen aufgeht, nicht mit nur einer Hand am Rollator rückwärts laufen muss. Gleichwohl sollte man sein Gerät so gut beherrschen, dass man rückwärts damit gehen und Gegenständen ausweichen kann. Es geht nicht darum, nur Strecke zu machen.

Gibt es Geräte, von denen Sie abraten? 

Geräte mit erhöhter Kippgefahr sind neben Gehstöcken mit nur drei Punkten Delta-Räder mit nur drei Reifen. Viele benutzen sie gerne im Haus, weil sie kleiner sind und sich so engere Kurven fahren lassen. Dabei kann das Gerät allerdings leicht über die Kante kippen. Da sollte man lieber die Wohnung umbauen und einen Stuhl weniger reinstellen.

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