Corona-Impfkampagne

Startschuss: Alle Fakten zur Corona-Impfung beim Hausarzt

Jetzt soll die Corona-Impfkampagne endlich Fahrt aufnehmen: Seit Dienstag (6. April) dürfen deutschlandweit tausende Arztpraxen impfen. Was Sie jetzt wissen müssen:

Es ist die wohl wichtigste Waffe gegen die Corona-Pandemie: Die Impfkampagne nimmt in Deutschland langsam, aber sicher Fahrt auf. Seit dieser Woche sind die Impfzentren nicht mehr die alleinige Anlaufstelle, um sich impfen zu lassen - auch viele Hausarztpraxen dürfen seit Dienstag (6. April) ihre Patienten selbst impfen. Doch es gibt auch hier noch einige Hürden. Nur eine geringe Anzahl von Patienten profitieren vorerst davon.

Denn für den Anfang sollen die Arztpraxen erst mal hauptsächlich pflegebedürftige Menschen impfen, die weniger mobil sind. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) jetzt gegenüber echo24.de* bestätigt. Dabei sind auch Hausbesuche möglich. Außerdem sind die Hausärzte laut KVBW, genauso wie die Impfzentren an die Impfpriorisierung gebunden.

Corona-Impfung beim Hausarzt: Wie funktioniert es und wie bekommt man einen Termin?

Allerdings gibt es für die Arztpraxen auch gewisse Spielräume bei der Verteilung der Covid-19-Impfstoffe. Denn ein Arzt kennt seine Patienten - und kann so viel besser abschätzen, wer dringend eine Impfung braucht und schnell geimpft werden sollte. Doch leider kommen vermutlich vorerst gar nicht so viele Patienten zum Zug bei der Impfung. Denn wegen des Impfstoffmangels erhalten Hausarztpraxen in Baden-Württemberg aktuell nur wöchentlich 18 Impfdosen.

Der Grund dafür ist einfach: Für ca. 50.000 Hausarztpraxen in Deutschland steht nur etwa eine Million Impfdosen zur Verfügung. Die müssen laut Sozialministerium fair auf die Bundesländer und Regionen aufgeteilt werden. Zuerst bekommen die Hausärzte zwei Wochen lang Impfdosen des mRNA-Vakzins von Biontech, ab Mitte April wird dann der Impfstoff von AstraZeneca, der seit Neuestem „Vaxzevria“ heißt*, an die Arztpraxen geliefert. Letzterer hatte erst kürzlich durch eine extreme Nebenwirkung* und die wechselnde Empfehlung der Ständigen Impfkommission* Schlagzeilen gemacht.

Corona-Impfung beim Hausarzt: Appell an die Patienten - so kommt man an einen Termin

Doch die versprochenen Impfstofflieferungen sind laut der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg generell viel zu gering. Wie auch bw24.de* berichtet, kritisiert KVBW-Sprecher Kai Sonntag, dass die Vakzine weiterhin bevorzugt an die Impfzentren geliefert werden. Die Praxen bekämen demnach nur, was übrig bliebe - obwohl sie kostengünstiger und schneller seien. Außerdem könnten Patienten durch die Impfung in der heimischen Arztpraxis auf die zentrale Terminvergabe verzichten. Wegen dieses Impf-Chaos‘ platzte kürzlich auch einem Heilbronner Arzt der Kragen*.

Ab sofort (06.04.2021) sind die bundesweiten Corona-Impfungen in Hausarztpraxen gestartet.

Und die niedergelassenen Ärzte haben eine dringende Bitte an alle Patienten: laut der KVBW appellieren die Hausärzte an alle, jetzt nicht anzurufen und einen Termin ausmachen zu wollen. Die Arztpraxen melden sich wegen des Impfstoffmangels vorerst selbst bei den Patienten, von denen sie denken, sie bräuchten die Impfung am dringendsten. Eine Kontaktaufnahme seitens der Patienten ist laut KVBW nicht empfohlen, damit die Telefonleitungen in den Arztpraxen nicht blockiert sind.

Corona-Impfung beim Hausarzt: Was kostet der Termin in der niedergelassenen Praxis?

Wird ein Patient von seinem Hausarzt kontaktiert und hat sich bereits beim örtlichen Impfzentrum für einen Impftermin registriert, so bittet die KVBW dringend, diesen Termin möglichst wahrzunehmen und den Platz beim Hausarzt an Personen freizugeben, die noch keinen Termin haben. Möchte man aber unbedingt lieber von seinem Hausarzt geimpft werden, so appelliert die Kassenärztliche Vereinigung, den Termin im Impfzentrum so schnell wie möglich abzusagen, um den Slot für andere Berechtigte freizugeben.

Was die Kosten angeht, so gibt es mutmaßlich überhaupt keine Unterschiede zwischen Arztpraxis und Impfzentrum. Für die Kosten der Corona-Impfungen will der Bund in jedem Fall aufkommen. Alle entstehenden Gebühren, wie etwa für Aufklärung und Beratung, sollen die Praxen direkt über die Kassenärztliche Vereinigung bei den Krankenkassen abrechnen. Der Versicherte muss somit nicht in die eigene Tasche greifen. Einkalkuliert hat der Staat für die Impfkosten etwa 1,5 Milliarden Euro. *echo24.de, *bw24.de und *heidelberg24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Keine Krankenversicherung? Diese Wege führen aus der Falle
Keine Krankenversicherung? Diese Wege führen aus der Falle
Keine Krankenversicherung? Diese Wege führen aus der Falle

Kommentare