Die 83-jährige Brigitta Kledke drückt einen Finger auf die Impfstelle nach ihrer zweiten Corona-Impfung im Impfzentrum in den Hamburger Messehallen.
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Die 83-jährige Brigitta Kledke drückt einen Finger auf die Impfstelle nach ihrer zweiten Corona-Impfung im Impfzentrum in den Hamburger Messehallen. Viele Menschen sind noch unentschlossen, ob sie sich impfen lassen möchten.

„Alles Quatsch“

Tod kurz nach Corona-Impfung: Woran verstarben die Menschen wirklich? Experten diskutierten Ursache

Weltweit gibt es immer wieder Berichte über Todesfälle direkt nach einer Corona-Impfung. Erfahren Sie hier, welche Zusammenhänge bekannt sind.

Anmerkung der Redaktion vom 18. Februar 2021: Wir haben den ursprünglichen Titel („Tod kurz nach Corona-Impfung: Daran verstarben die Menschen wirklich“) auf User-Hinweise hin geändert. Die Überschrift hatte suggeriert, dass Todesfälle nach einer Corona-Impfung ausschließlich auf Grunderkrankungen zurückzuführen waren. Allerdings legen sich die meisten im Text zitierten Experten und Institutionen nicht fest, sondern sprechen von einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass nicht die Impfung selbst zum Tod geführt hatte.

  • Soll ich mich gegen Corona impfen lassen oder nicht? Diese Frage treibt viele Menschen um. Berichte über mögliche Nebenwirkungen* und sogar Todesfälle nach einer Impfung schrecken viele Menschen ab.
  • Die Nebenwirkungen gehen aber meist damit einher, dass der Körper nach der Impfung Antikörper gegen Covid-19 produziert. Infolge kann es zu unerwünschten Reaktionen wie Kopfschmerzen und Fieber kommen. Diese Symptome verschwinden in der Regel innerhalb kurzer Zeit wieder.
  • Stand 29. Januar 2021 waren dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zufolge 1,7 Millionen Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft worden. 69 Todesfälle seien in dem Zusammenhang gemeldet worden, die vom Paul-Ehrlich-Institut untersucht worden sind.

Im niedersächsischen Landkreis Diepholz war die 90-jährige Bewohnerin eines Pflegeheims am 13. Januar etwa eine Stunde nach einer Corona-Impfung gestorben. In Israel verstarb ein Mann zwei Stunden nach einer Immunisierung gegen Covid-19. Derartige Meldungen machen aktuell die Runde und verunsichern. Vor allem in Hinblick auf die Frage, ob man sich nun gegen Corona impfen lassen soll oder nicht. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als deutsches Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel hat sich mit der Thematik befasst und kommt nach Analysen zu dem Schluss: Corona-Impfungen seien bisher nicht die Ursache für Todesfälle in Deutschland.

Die 69 Todesfälle, die eine Stunde bis 18 Tage nach der Impfung mit den Corona-Präparaten von Biontech/Pfizer oder Moderna gemeldet wurden, seien PEI-Präsident Klaus Cichutek zufolge nicht von der Impfung verursacht worden. Im RND-Interview sagte er: „Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sie von der Impfung verursacht wurden“ und ergänzt: „Es handelt sich häufig um Personen mit Grunderkrankungen. Es ist plausibel, dass diese Grunderkrankungen zum Versterben geführt haben.“ Die Verstorbenen seien zwischen 56 und 100 Jahre alt gewesen.

Auch Brigitte Keller-Stanislawski als Abteilungsleiterin des PEI-Fachbereichs „Si­cher­heit von Arz­nei­mit­teln und Me­di­zin­pro­duk­ten“ sagte im Tagesschau-Interview, dass es sich bei den verstorbenen Patienten um Menschen mit „gravierenden Grunderkrankungen“ gehandelt habe, die sich teilweise sogar bereits in Palliativbehandlung befunden hätten. Das PEI gehe daher davon aus, dass diese Menschen „an ihren Grunderkrankungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung“ verstorben seien, so ein Tagesschau-Bericht.

Im Video: Unangenehm aber harmlos? Die Nebenwirkungen der Corona-Impfung

Lesen Sie auch: Muskel- und Kopfschmerzen nach Corona-Impfung: Wie sicher ist die Immunisierung gegen Covid-19?

Fake-News über Tote durch Corona-Impfung seien „Quatsch“

Cichutek warnt davor, sich von Falschmeldungen über Todesfälle durch eine Corona-Impfung verunsichern zu lassen. „Insgesamt haben wir es mit Impfstoffen zu tun, die von Millionen sehr gut vertragen werden und die den nötigen Schutz geben werden, den wir erwarten“, zitiert ihn das RND. Es gebe keine Hinweise und keine Grundlage dafür, dass die Impfstoffe den menschlichen Körper in irgendeiner Form genetisch verändern würden und auch die Informationen darüber, dass die Impfung unfruchtbar machen würde, sind in seinen Augen Fake-News: „Das ist alles Quatsch“, wird er vom RND zitiert.

Dem PEI zufolge sind die drei bisher in der EU zugelassenen Corona-Impfungen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca als sehr sicher einzustufen. So seien im ersten Monat seit Beginn der Impfungen am 27. Dezember 2020 182 schwerwiegende unerwünschte Reaktionen auf die Impfung gemeldet worden, was bezogen auf die Gesamtzahl der Impfungen in dem Zeitraum 0,1 Meldungen pro 1.000 Impfdosen entsprechen würde. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Umfrage zum Thema Corona-Lockdown

Weiterlesen: Corona-Impfplan steht fest: Die meisten Bürger zählen zur Impfgruppe vier – Sie auch?

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
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Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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