CAL.20C breitet sich in den USA aus

„Der Teufel ist schon da“: Kalifornische Virusmutation beunruhigt Forscher – „Super-Infektion“ durch Mischung mit Afrika-Variante?

Das Coronavirus verändert sich, weltweit kommt es deshalb zu Infektionen mit neuen Virusvarianten. Auch in Kalifornien verbreitet sich eine neue Virusmutation.

Infektionen mit der brasilianischen, britischen und südafrikanischen Virusvariante* wurden bereits in Deutschland nachgewiesen. Ihren Namen tragen die Mutanten deshalb, weil die erste mit der Variante nachgewiesene Corona-Infektion in dem jeweiligen Land nachgewiesen wurde. Vor allem wegen Handel und Tourismus können sich die veränderten Viren weltweit verbreiten. Als gefährlich gilt dies vor allem deshalb, weil Virusvarianten wie die britische Mutante B.1.1.7 im Vergleich zum ursprünglichen Virustypen als ansteckender gelten und so die Inzidenz-Zahlen weltweit nach oben treiben. Im Fall der britischen Virusvariante geben bisher noch nicht veröffentlichte Studien dem Deutschlandfunk zufolge sogar Hinweise darauf, dass B.1.1.7 schwerere Covid-19-Verläufe verursacht und in der Folge möglicherweise mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist im Vergleich zur Infektion mit dem herkömmlichen Virus. Das britische Beratergremium NERVTAG hätte allerdings betont, dass die Datenlage noch nicht ausreiche, um endgültige Aussagen zu treffen.

Mehr über die Unterschiede zwischen britischer Virusmutation und der ursprünglichen Variante: Britische Corona-Mutation B.1.1.7: Neue Studie zeigt deutliche Unterschiede bei Covid-Symptomen.

Infektion mit kalifornischer Virusmutation bei rund 90 Prozent der Covid-Patienten in Kalifornien

In den USA gelangt aktuell die kalifornische Virusvariante CAL.20C oder auch B.1.429 zu trauriger Berühmtheit. Es gebe dem Deutschlandfunk zufolge noch wenige Informationen zur neuen Virusvariante, die der Los Angeles Times zufolge zum ersten Mal im Mai 2020 nachgewiesen wurde. Der L.A. Times zufolge hat sich B.1.429 zum dominanten Virus-Stamm in Kalifornien entwickelt und bereitet Medizinern vor allem wegen seiner schnellen Verbreitung Sorgen. Die Mutation „verbreitet sich nicht nur leichter als seine Vorgänger, sondern entzieht sich auch Antikörpern, die durch Covid-19-Impfstoffe oder frühere Infektionen erzeugt wurden, und ist mit schweren Erkrankungen und Todesfällen verbunden, so die Forscher“, heißt es vonseiten der Los Angeles Times.

In den USA ist inzwischen jeder Zehnte gegen das Corona-Virus geimpft: Es ist allerdings noch nicht sicher, ob die verfügbaren Impfstoffe ihre volle Schutzwirkung auch gegen Virusmutationen wie CAL.20C entfalten.

Forscher der University of California San Francisco (UCSF) hatten die kalifornische Virusmutation als „besorgniserregende Variante“ bezeichnet, die auf einer Stufe mit den Varianten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien stünde. Rund 90 Prozent der Covid-Erkrankungen, die bis Ende März 2021 in Kalifornien diagnostiziert worden sind, wären auf das mutierte Virus B.1.429 zurückzuführen, so Dr. Charles Chiu, Forscher im Bereich der Infektionskrankheiten und Arzt an der UCSF. „Der Teufel ist schon da“, wird Chiu von der Los Angeles Times zitiert. „Ich wünschte, es wäre anders. Aber die Wissenschaft ist die Wissenschaft.“

Das könnte Sie auch interessieren: Fast 13.000 Corona-Mutationen bekannt – Forscher kommen nach Analyse zu bedeutsamem Ergebnis.

Neue Virusvariante durch Zusammentreffen von B.1.351 und B.1.429?

Mit dieser Aussage will Chiu klarmachen, dass nicht nur von der britischen Virusmutation Gefahr ausgeht. Dem Deutschlandfunk zufolge bereitet Forschern die kalifornische Virus-Mutation vor allem in Kombination mit der „Südafrika-Virusvariante“ B.1.351 Sorge. So könnte zwischen diesen beiden Varianten ein Selektionsdruck entstehen, der neue Virusvarianten mit Eigenschaften hervorbringt, die die Wirkung verfügbarer Impfstoffe noch besser unterlaufen, heißt es weiter.

Inwieweit bisher zugelassene Corona-Impfstoffe die volle Schutzwirkung auch bei einer Infektion mit der kalifornischen Variante entfalten, ist noch nicht abschließend geklärt. Doch Hersteller von Impfstoffen arbeiten dem Deutschlandfunk zufolge bereits daran, die Impfstoffe so gut wie möglich an neue Mutationen anzupassen. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Weiterlesen: Wirkt Corona-Impfung gegen britische Virus-Mutation? Studie stimmt optimistisch – auch in puncto Afrika-Virus.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
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Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Rubriklistenbild: © Paul Bersebach

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