Ab dem 08.03.2021 werden Kita-Erzieherinnen, Tageseltern, ein Teil der Lehrer und der Polizisten sowie Personen in den Werkstätten für behinderte Menschen mit dem Präparat von AstraZeneca geimpft. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung könnte ein Problem mit sich bringen, so eine Virologe.
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Ab dem 08.03.2021 werden Kita-Erzieherinnen, Tageseltern, ein Teil der Lehrer und der Polizisten sowie Personen in den Werkstätten für behinderte Menschen mit dem Präparat von AstraZeneca geimpft. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung könnte ein Problem mit sich bringen, so eine Virologe.

Impfungen in Kombination mit steigenden Fallzahlen

Neue Virus-Mutationen durch Lockdown-Lockerungen: Virologe warnt vor dieser Kombination

Die Regierung will die Impfquote steigern und gleichzeitig den Lockdown entschärfen. Doch das könnte gefährlich werden, betont ein Virologe.

Die Regierung lockert. Nach aktuellem Beschluss könnten innerhalb der nächsten Wochen wieder Freizeitstätten, Museen, Außengastronomie und mehr Geschäfte öffnen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass der Inzidenzwert unterhalb von 50 beziehungsweise 100 bleibt. Auch die Impfreihenfolge war Thema der Bund-Länder-Konferenz am 3. März 2021. Um die Impfquote in Deutschland so schnell wie möglich zu erhöhen, muss die Organisation der Impfungen verbessert werden. So sollen etwa Pilotprojekte bundesweit ausgedehnt werden, die eine Corona-Impfung beim Hausarzt möglich machen*.

Zwischen Erst- und Zweitimpfung vergehen je nach Impfstoff einige Wochen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt im Fall von mRNA-Impfstoffen wie dem Biontech- oder Moderna-Präparat einen Abstand von drei bis sechs Wochen. Im Fall des Vektorimpfstoffs von Astrazeneca sollte der STIKO zufolge die zweite Impfstoffdosis neun bis zwölf Wochen nach der ersten Impfstoffdosis verabreicht werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es dem Robert Koch-Institut zufolge nicht sicher, ob man durch eine Verschiebung der zweiten Impfung auf einen späteren Zeitpunkt und eine damit verbundene höhere Anzahl von erstmalig Geimpften schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle verhindern kann.

Corona-Impfungen in Kombination mit steigenden Inzidenzen: „Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten“

Es gibt Mediziner, die sich für einen längeren Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung aussprechen – aufgrund oben genannter Vermutung. Doch Hans-Georg Kräusslich, Chefvirologe der Uniklinik Heidelberg, sieht dies kritisch. Vor allem in Verbindung mit steigenden Inzidenzwerten könne die Teilimmunität nach der Erstimpfung die Mutation des Coronavirus triggern: „Besorgniserregend wäre insbesondere, wenn wir in den nächsten Wochen in eine Situation kämen, dass zahlreiche Menschen nach der Erstimpfung einen inkompletten Schutz haben und gleichzeitig sehr viele Infektionen stattfinden. Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten, die möglicherweise dem Impfstoff entkommen könnten.“

Wenn sich viele Menschen infizieren würden, die teilimmun, aber noch nicht richtig immun sind, dann sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Virus dort festsetzen kann und resistente Varianten auftreten, höher, zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland den Virologen. Der Experte warnt deshalb vor neuen Lockerungen, weil diese das Risiko immens erhöhen, dass die Corona-Fallzahlen wieder steigen. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/fuenf-oeffnungsschritte-1872120

Umfrage zum Thema Corona-Schnelltest

Weiterlesen: Booster-Impfung gegen Virusmutation: So wollen Hersteller die Schutzwirkung gegenüber neuen Virusvarianten erhöhen.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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