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Nicht nur die Gastronomie leidet: Menschen weltweit fragen sich, wann die Covid-19-Welle endlich überstanden ist.

Nicht temperaturempfindlich

Ende der Covid-19-Pandemie endlich in Sicht? Virologe mit positiver Prognose

Die Hoffnung vieler ist groß, dass der neuartige Erreger Sars-CoV-2 durch warme Temperaturen an Aktivität verliert. Ein Virologe erklärt, ob Außentemperaturen das Coronavirus beeinflussen.

Update vom 07.04.2020: Wegen des rasanten Anstiegs von Coronavirus-Infektionen in Deutschland gab Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag, den 22.03.2020, bekannt, dass ab sofort strenge Ausgangsbeschränkungen in ganz Deutschland herrschen, um die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 zu verlangsamen. So sind Treffen von mehr als zwei Personen untersagt* und die Bürger sind angehalten, zu Hause zu bleiben. Ein wichtiger Schritt laut Virologen Alexander Kekulé, Direktor am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Halle. Im Deutschlandfunk sagte er, es sei fast ausgeschlossen, dass man angesichts solch extremer Maßnahmen kein "deutliches Sinken" der Zahlen hinbekomme.

Artikel vom 20.03.2020: Unterschiedliche Prognosen über den Verlauf der Covid-19-Pandemie 

Der Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 ist aktuell das vorherrschende Thema weltweit. Das Coronavirus breitet sich seit Ende 2019 immer weiter aus. Ausgebrochen war die durch Coronaviren ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 in der Provinz Hubei, einer Region im Landesinnern von Zentralchina. Die dort gelegene Millionenmetropole Wuhan zählt noch immer zu den Hochrisikogebieten, die gemieden werden sollen.

Zu Beginn als Epidemie eingestuft, erklärte die Weltgesundheitsorganisation Covid-19 im März 2020 zur Pandemie - eine Länder-umfassende Seuche. Mittlerweile streut das Virus global, fast jedes Land meldet Coronavirus-Infektionen. Weltweit zählt das Coronavirus Resource Center der Johns Hopkins Universität 1.360.039 Covid-19-Fälle, 75.945 Tote werden beklagt (Stand: 07.04.2020). Als völlig genesen werden derzeit 289.109 Menschen eingestuft.

Doch immer neue Fälle in Deutschland beunruhigen die Bürger. Bisher werden 103.375 Patienten bundesweit gezählt, 1.810 Menschen verstarben an den Folgen der Infektion. Die Prognosen über den weiteren Verlauf der Covid-19-Pandemie fallen unterschiedlich aus. Dass höhere Temperaturen die Ausbreitung des Virus* verlangsamen könnten, wurde aktuell durch eine US-amerikanische Veröffentlichung widerlegt. Forscher hatten berechnet, wie sich die Übertragung von Sars-CoV-2 bis zum Jahr 2025 entwickeln könnte.

Mehr zum ThemaCovid-19: Deutschland meldet niedrige Todesrate - bereits geheilte Menschen wohl immun.

Covid-19: Steigende Temperaturen bremsen die Ausbreitung kaum

Anhand der Modellrechnung aus den USA könne man ablesen, dass sich im Früh­jahr und Sommer die Pandemie nicht gemäß der Erwartungen verlangsamen wird, zitiert das Ärzteblatt Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie von der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Auch eine Studie aus China habe dem Ärzteblatt zufolge gezeigt, dass jahreszeitliche Klimaschwankungen die Übertragung des neuartigen Virus Sars-CoV-2 nicht wesentlich verlangsamen werden.

Vor allem die Luftfeuchtigkeit spielt bei der Verbreitung vieler Viren eine maßgebliche Rolle. So inaktiviert feuchte Luft etwa Grippeviren*: Diese haben im Sommer schwereres Spiel, da die Luftfeuchtigkeit in den warmen Monaten steigt. Grund dafür ist die Außentemperatur: Kalte Luft kann Feuchtigkeit weniger gut speichern als warme Luft. Coronaviren zeigen sich hier nach aktuellem Wissensstand unbeeindruckt: "Wir müssen wohl damit rechnen, dass wir trotz steigender Temperaturen direkt in eine Epidemiewelle hineinlaufen werden. Der saisonale Effekt war nicht so groß wie bei anderen Erkältungsviren", zitiert das Ärzteblatt Virologe Drosten noch am 9. März. Zwei Tage später hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die neuartige Krankheit zur Pandemie erklärt.

Lesen Sie auch: Bei Corona-Verdacht nicht zum Arzt: Wie Sie sich richtig verhalten.

Virologe gibt Prognose ab: immer mehr Coronavirus-Infektionen bis Sommer

Im Coronavirus-Podcast des Norddeutschen Rundfunks gibt Virologe Christian Drosten täglich eine aktuelle Einschätzung der Situation ab. In Hinblick auf die weitere Entwicklung geht er von einer durchlaufenden Infektionswelle aus, die in der Zeit von Juni bis August ihr Maximum erreichen wird. Im Sommer wird sich bereits ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Virus infiziert haben*, so die Einschätzung des Fachmanns im NDR-Podcast. Dadurch soll eine weitflächige Immunität entstehen. Ziel sei es allerdings, diese Infektionswelle von der älteren Bevölkerung fernzuhalten. Auch junge Menschen mit Vorerkrankungen zählen zur Risikogruppe*, für die eine Infektion lebensgefährliche Folgen haben kann.

Quellen: www.medrxiv.org; www.aerzteblatt.de; www.pharmazeutische-zeitung.de; www.coronavirus.jhu.edu; www.ndr.de

Weiterlesen: Coronavirus: Zählen Sie zur Risikogruppe? So alt sind COVID-19-Patienten im Schnitt.

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. 
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.  © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. 
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.  © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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