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Die Darmkrebsvorsorge kann Leben retten

Laut Studien sinkt die Sterblichkeitsrate vieler Krebserkrankungen immer weiter. Auch für Darmkrebs wird für Europa eine geringere Anzahl der Fälle in den nächsten Jahren prognostiziert. Der positive Verlauf liegt vor allem an den effektiven Untersuchungen zur Darmkrebsvorsorge. Doch welche Methoden gibt es und ab welchem Alter sollten diese durchgeführt werden?

Was ist Darmkrebs?

Unser Darm hat neben der Verdauung der Nahrung viele Funktionen, wie zum Beispiel die Unterstützung des Immunsystems oder der Schutz vor Krankheitserregern. Den größten Teil der Aufgaben übernimmt die Schleimhaut, die den Darm von innen auskleidet. Darmkrebs entsteht in den meisten Fällen durch die zunächst gutartigen Wucherungen dieser Schicht – sogenannte Polypen. Wachsen die Darmpolypen weiter, besteht die Möglichkeit, dass die Zellen irgendwann entarten und sich folglich bösartige Tumore bilden. Je größer die gutartigen Wucherungen werden, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken.

Untersuchungen zur Darmkrebsvorsorge – wer sollte hingehen?

Ab welchem Alter eine Darmkrebsvorsorge stattfinden sollte, ist unterschiedlich. Liegt eine erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit vor, zum Beispiel durch eine familiäre Vorbelastung oder eine verminderte Darmgesundheit aufgrund chronischer Darmerkrankungen, ist es auch schon in jüngeren Jahren (unter 50) sinnvoll, Untersuchungen zur Darmkrebsvorsorge durchführen zu lassen.

Besteht kein erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken, sind Vorsorgeuntersuchungen ab einem Alter von 50 Jahren ratsam – ungefähr ab diesen Zeitpunkt steigt die Wahrscheinlichkeit, bösartige Tumore zu entwickeln. Die Nachweismethoden können wie folgt aussehen:

  • Darmspiegelung (Koloskopie): Bei dem Verfahren führt der Arzt einen dünnen Schlauch durch den After in den Darm ein. Mit Hilfe einer montierten Kamera ist eine genaue Untersuchung der Darmbeschaffenheit möglich. Dabei entnimmt der Arzt zusätzlich kleine Proben der Darmwand für die anschließende Analyse. Diese Art der Darmkrebsvorsorge ist die effektivste. Polypen, also die gutartigen Vorstufen der Tumore im Darm, können sofort erkannt und entfernt werden. Auch wenn sich schon bösartige Wucherungen gebildet haben, liegen diese meist noch in einem frühen Stadium vor, in dem eine Heilung noch sehr wahrscheinlich ist. Die Kosten einer Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge übernehmen die Krankenkassen ab einem Alter von 55 Jahren. 
  • Stuhltest: Hierbei wird eine Stuhlprobe im Labor auf nicht sichtbare Blutspuren getestet. Es ist möglich, dass nachgewiesenes Blut von Polypen oder Tumoren stammt. Nicht jeder positive Stuhltest muss auf eine Wucherung hindeuten, jedoch sollte eine Abklärung des Testergebnisses durch eine Darmspiegelung überprüft werden. Die Krankenkassen tragen die Kosten dieser Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge ab einem Alter von 50 Jahren einmal pro Jahr. 
  • Abtasten des Mastdarms: Der Hausarzt führt die Darmkrebsvorsorge selbst durch und tastet mit dem Finger den Mastdarm ab. Eine Früherkennung von Wucherungen in diesem Bereich ist dadurch möglich. Allerdings können Tumore auch in höher gelegenen Bereichen des Darms entstehen, weswegen zusätzliche Untersuchungen zur Darmkrebsvorsorge, beispielsweise eine Darmspiegelung, zu empfehlen sind. Sollte Darmkrebs in der Familie vorkommen, ist es ratsam ein Gespräch mit dem Hausarzt zu suchen. Er ist in der Lage zu beurteilen, ob die Durchführung eines Nachweisverfahren zu erblichen Darmkrebs sinnvoll ist oder nicht und kann Tests in die Wege leiten.

Die eigene Darmkrebsvorsorge: So senken Sie das Risiko

Neben den von Ärzten angebotenen Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen, ist eine selbstständige Vorbeugung ratsam. Eine gesunde Ernährung, die viele Ballaststoffe (zu finden in Hülsenfrüchte, Vollkornprodukten oder Gemüse) enthält, ist für eine gute Darmgesundheit von Vorteil. Ebenso kann der Verzicht auf Alkohol und Nikotin und die Vermeidung von Übergewicht dazu beitragen, Darmkrebs zu vermeiden. Auch wenn solche Maßnahmen wichtig für die Gesundheit sind, sollten trotzdem gleichzeitig Untersuchungen zu Darmkrebsvorsorge stattfinden. Eine Früherkennung durch die Darmkrebsvorsorge senkte in den letzten Jahren das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken oder daran zu sterben.

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