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Durch das Mammographie-Screening ist die Früherkennungsrate von Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 69 deutlich gestiegen. 

Abendsprechstunde "Brustkrebs"

Bei Brustkrebs ist Früherkennung das A und O

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MARL. Die Zahl erschreckt: Jede achte Frau erkrankt an Brustkrebs. Die gute Nachricht bei der Abendsprechstunde des Medienhauses Bauer: Brustkrebs ist heutzutage fast immer heilbar.

Die wichtigste Voraussetzung für die Heilung ist eine frühe Erkennung des Krebses per Vorsorge- und Selbstuntersuchung. Das betonten die Fachmediziner des Brustzentrums am Klinikum Vest bei der Veranstaltung in der Marler Paracelsus-Klinik immer wieder.

Krebsvorsorge ab 20

Sie empfehlen eine allgemeine Krebsvorsorge ab dem 20. Lebensjahr. Das gesetzliche Früherkennungsprogramm setzt allerdings erst ab dem 30. Lebensjahr ein. Neben der gynäkologischen Untersuchung ist dann einmal im Jahr eine Tastuntersuchung der Brust durch den Gynäkologen vorgesehen. Und vom 50. bis zum 69. Lebensjahr werden die Frauen zusätzlich zu einem Screening eingeladen, bei dem die Brust alle zwei Jahre per Mammografie durchleuchtet wird. Zur jährlichen Krebsvorsorge gehen, sollten alle Frauen aber auch weiterhin in späteren Jahren.

Wie Claudia Held, ärztliche Leiterin der Gynäkologie und des Brustzentrums, erläuterte, kann der Frauenarzt bei der Tastuntersuchung Knoten mit einem Durchmesser von ein bis zwei Zentimetern erspüren. Durch regelmäßige Selbstuntersuchung könnten Frauen, die ihre Brust wirklich kennen, allerdings schon deutlich kleinere Veränderungen ertasten.

Ultraschall, Mammografie und MRT

In der Arztpraxis, so Held, werde eine Ultraschalluntersuchung der Brust nur dann durchgeführt, wenn etwas besonderes erkannt werden muss bzw. etwas ertastet wurde. Im Brustzentrum hingegen, sei der Ultraschall nach dem Abtasten der Regelfall. Hier könne man bei entsprechendem Befund auch gleich eine Gewebeprobe per Biopsie entnehmen. Bei den älteren Frauen (50 - 69) habe das Mammografiescreening zu einer deutlich früheren Erkennung von Brustkrebs geführt. Vor diesem Alter mache dies wegen des viel festeren und dichteren Drüsengewebes vor der Menopause allerdings nur in begründeten Einzelfällen Sinn. 

Per MRT könnten Veränderungen in der Brust zwar ohne Röntgenstrahlen sichtbar gemacht werden. Sinn mache das aber nur, wenn schon etwas gefunden wurde, das man gezielt genauer betrachten will, da das MRT alle Strukturen anzeigt – auch die harmlosen und unbedeutenden.

Selbstuntersuchung der Brust für mehr Sicherheit

Während die von den Krankenkassen bezahlten Vorsorgeuntersuchungen einmal im Jahr stattfinden, steht den Frauen die Selbstuntersuchung jederzeit zur Verfügung. Die große Chance der frühen Erkennung „Sie ist die Chance, Brusterkrankungen wirklich im Blick zu haben“, appellierte Andrea Kuhlmann, die sogenannte „Brustschwester“ (Breast-Care-Nurse lautet der Fachbegriff) des Marler Brustzentrums, diejenige also, die sich um alle Belange von Brustkrebspatientinnen kümmert und sie individuell begleitet. 

Bei der Abendsprechstunde stellte sie den Besucherinnen die wichtigsten Schritte zur Selbstuntersuchung der Brust vor und appellierte: „Es ist ganz wichtig, seine Brust zu kennen. Nur wer sie durch regelmäßige Selbstuntersuchung kennt, merkt auch, wenn sich etwas verändert“, sagt sie, „und hat die Chance, auch sehr kleine Tumore zu finden.“

So tasten Sie Ihre Brust richtig ab:

• Untersucht wird einmal pro Monat – jüngere Frauen direkt nach der Menstruation, ältere an einem festen Tag.

• Stellen Sie sich vor den Spiegel und schauen die Brust von allen Seiten an, bewegen Sie sich dabei, heben Sie die Arme mal an, beugen sich auch mal nach vorn und beobachten Sie, wie sich das Gewebe bewegt.

• Legen Sie sich zum Abtasten flach hin. 

• Abgetastet wird der ganze Bereich vom Schlüsselbein oben bis zur Umschlagfalte unten und vom Brustbein bis zur Mitte der Achselhöhle. 

• Die rechte Hand tastet die linke Brust und umgekehrt – und zwar mit drei Fingern.

• An jeder Stelle kreisen die drei Finger wie um ein Zehn-Cent-Stück jeweils dreimal mit leichtem, mittleren und starkem Druck, um so alle Schichten der Brust auch in der Tiefe zu erfassen.

 • Beginnen Sie mit der Tastuntersuchung in der Mitte der Achsel höhle und tasten Sie von dort aus auf- und abwärts, in dicht nebeneinander liegenden parallelen Bahnen (wie beim Rasenmähen).Lassen Sie dabei keine Stelle aus und auch keine Lücken zwischen den Bahnen. 

• Bei diesen Beobachtungen sollten Sie zum Arzt gehen: Brustwarzen, die sich plötzlich einziehen, Rötungen, aus der Warze tröpfelnde Flüssigkeit, einseitige Veränderungen, Grübchen bzw. Einziehungen, Vergrößerungen, Verhärtungen, sich verändernde Lymphknoten in der Achselhöhle.

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