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Winzig aber höchst gefährlich: Eine Hantavirus-Infektion kann für den Menschen lebensbedrohliche Folgen haben.

Niedlicher Krankheitsüberträger

Achtung: gefährlicher Virus breitet sich aus - vor allem Bayern und Baden-Württemberg sind betroffen

Kopfschmerzen, Verspannungen und Fieber: Anzeichen einer Krankheit, die sich seit Kurzem vor allem in Bayern und Baden-Württemberg ausbreitet. Wie gefährlich ist sie wirklich? 

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit verzeichnete bis Anfang August 2019 202 Infektionen mit dem Hantavirus - ein deutlicher Anstieg verglichen mit 2018, wo nur 12 Fälle im selben Zeitraum gemeldet wurden. Besonders gefährdet sind Menschen im Bayerischen Wald, vor allem im Landkreis Freyung-Grafenau, wie der Bayerische Rundfunk meldete. Ganze 64 Hantavirus-Infektionen gab es 2019 allein in dieser Region. Doch wie fängt man sich Hantaviren ein und wie gefährlich ist das?

Gefahr durch Waldwühlmäuse: So vermeiden Sie eine Hantavirus-Infektion

Hantaviren werden durch Rötelmäuse - auch Waldwühlmäuse genannt - übertragen, genauer gesagt über den Kot, den Urin und den Speichel der Mäusegattung. Der Mensch kann sich entweder über Hautkontakt, den Biss einer infizierten Maus oder - was weit häufiger der Fall ist - über das Einatmen von virushaltigem Staub anstecken. So kann der Virus etwa beim Fegen von Garage oder Keller in die Atemwege gelangen und so zur Infektion führen. Verantwortlich sind in diesem Fall Partikel des mit dem Hantavirus infizierten, trockenen Kots der Mäuse, die durch das Aufwirbeln eingeatmet werden.

Video: Infektionsgefahr aus der Garage oder dem Schuppen

Vermeiden kann man eine Infektion, indem man bei Reinigungsarbeiten

  • den Staub erst anfeuchtet, bevor man anfängt zu kehren oder/und
  • Handschuhe und Mundschutz trägt.

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Infektion mit Hantaviren: Symptome und Therapie

Eine Hantavirus-Infektion zählt zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Ärzte müssen es also dem zuständigen Gesundheitsamt melden, wenn sie eine Infektion mit Hantaviren vermuten oder feststellen. Der Verlauf der Krankheit ist dabei sehr unterschiedlich: Wo manche überhaupt nicht merken, dass sie infiziert sind, kann die Krankheit im schlimmsten Fall zu Nierenversagen führen, wie das Robert Koch-Institut meldet.

Die Symptome einer Hantavirus-Infektion im Überblick:

  • hohes Fieber
  • Myalgien (Muskelschmerzen)
  • Kopfschmerz
  • Beschwerden wie Durchfall und Magenschmerzen
  • akutes Nierenversagen

Wer diese Symptome hat, sollte schnellstens einen Arzt aufsuchen. Da es sich um eine Virus-Infektion handelt, ist die Gabe von Antibiotika sinnlos - diese helfen nur bei bakteriellen Infektionen. Bei einer Hantavirus-Infektion wird der Arzt in erster Linie die Symptome behandeln, etwa mit fiebersenkenden Medikamente. In schweren Fällen wie einer akuten Niereninsuffizienz müssen Patienten im Krankenhaus behandelt werden.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei den in Deutschland vorkommenden Hantavirus-Arten nicht möglich, wie der Bayerische Rundfunk berichtete.  

Lesen Sie auch: Hanta-Virus breitet sich in Deutschland aus - 2019 besonders viele Infektionen.

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
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Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
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Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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