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Abbildung 1: Ohne Krankenversicherung setzen sich Menschen in Deutschland hohen finanziellen Risiken aus.

Keine Krankenversicherung? Diese Wege führen aus der Falle

Auch wenn es auf den ersten Blick zunächst nicht vorstellbar erscheint, gibt es auch in Deutschland nicht wenige Menschen ohne eine Krankenversicherung. Diese müssen im Zweifel hohe Kosten zahlen, falls sei medizinische Behandlung benötigen. Darüber hinaus fällt meistens die Vorsorge weg, weil diese nicht finanziert werden kann. Wer zur Gruppe der Unversicherten gehört und sich aus dieser Situation befreien muss steht jedoch oft vor der Hürde hoher Nachzahlungen. Doch was gilt in dieser Situation eigentlich gesetzlich und wie lässt sich die Problematik hoher Nachzahlungen umgehen?

Wie ist es möglich, keine Krankenversicherung zu haben?

Es gibt viele Möglichkeiten, aufgrund derer Menschen in Deutschlands trotz Versicherungspflicht keine Krankenversicherung haben. So gilt die Versicherungspflicht nämlich hauptsächlich für Angestellte, deren Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Zwar „müssen“ sich eigentlich auch Selbstständige und Freiberufler krankenversichern, aber dies wird nicht genau geprüft. Darüber hinaus kommen auch von Versicherungsseite mitunter Hürden auf:

-     Krankenkassen oder Privatversicherer verweigern die Aufnahme eines Versicherten unter Vorwänden (gängiger Grund: schwere Vorerkrankungen)
-     Krankenkassen fordern hohe Nachzahlungen für die versicherungsfreie Zeit

Gerade die Nachzahlungen können Interessenten oft das Genick brechen, denn die Regelungen dazu sind mitunter erschreckend:

-     Rückwirkend seit dem 01.02.2009 sind für die ersten 5 Monate ein Monatsbeitrag als Nachzahlung zu leisten
-     Ab dem sechsten Monat für jeden weiteren angefangenen Monat 1/6 des neuen Monatsbeitrags

Auf diesem Weg können sich sehr schnell hohe Beitragsschulden summieren, die den Wiedereintritt in eine Krankenkasse oder eine PKV finanziell erheblich erschweren. „Damit Versicherte die Beitragsschuld stemmen können, gibt es besondere Regelungen. Versuchen Sie schnellstens einen finanzierbaren Versicherungsschutz aufzubauen.“, rät Versicherungsexperte Moritz Werkmeister.

Welche Möglichkeiten existieren in Bezug auf die Krankenversicherung?

Wer sich in der Situation befindet, keine Krankenversicherung zu haben, aber wieder in die Absicherung einsteigen zu wollen, hat grundsätzlich zwei verschiedene Optionen:

1.  Rückkehr in die GKV oder PKV

Die Rückkehr funktioniert am einfachsten, wenn sich Versicherte an ihre ehemalige Krankenkasse wenden. Normalerweise muss diese einen ehemaligen Versicherten wieder aufnehmen. Doch hier ist Vorsicht geboten: Die Nachzahlungen für die versicherungsfreie Zeit werden nicht selten deutlich zu hoch angesetzt. Betroffene sollten den Zeitraum ohne Versicherung deshalb genau kalkulieren und nachrechnen, ob die Forderung der Krankenkasse den gesetzlichen Regularien entspricht.

Die Rückkehr in die PKV hängt vor allem von der Situation des Betroffenen ab. Wie bei jedem Interessenten prüft die jeweilige Versicherungsgesellschaft, welche Vorerkrankungen bestehen und kalkuliert daraus sowie aus Faktoren wie dem Alter und der Erwerbstätigkeit den künftigen Beitrag. Dieser kann gerade bei Vorerkrankungen recht hoch ausfallen, was sich wiederum auf die Höhe der Nachzahlungen auswirkt. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass die PKV Interessenten ablehnt, wenn das Versicherungsrisiko zu hoch ausfällt. In solchen Situationen bliebe noch der Basistarif, der sich von den Kosten her am Höchstsatz der GKV orientiert. Der große Vorteil: Bei einer Anfrage für den Basistarif besteht für die Versicherung nicht die Möglichkeit einer Ablehnung. Nachteilig wirkt sich hier allerdings der Aspekt aus, dass Versicherte nur die Leistungen der GKV erhalten.

2.  Die Europäische Krankenversicherung (EUKV) als Alternative

Eine weitere Alternative stellt die Europäische Krankenversicherung (EUKV) dar. Die Anbieter, sogenannte EWR-Dienstleister, lehnen Interessenten in den seltensten Fällen direkt ab. Es kann allerdings zu Leistungsausschlüssen kommen, wenn vor dem Versicherungsabschluss chronische Vorerkrankungen diagnostiziert wurden. Trotzdem erhalten Versicherte hier ein auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Leistungsportfolio zu verhältnismäßig günstigen Kosten.

Ferner werden folgende Vorteile geboten:

-     Keine Beitragsnachforderungen für die Zeit ohne Krankenversicherung
-     Der Versicherungsschutz gilt innerhalb der gesamten EU
-     Versicherte werden auch bei negativer Bonitätsauskunft aufgenommen

Natürlich ist es wichtig, vor der Entscheidung für eine Krankenversicherung auch auf die Nachteile zu blicken:

-     Genügt nicht der deutschen Versicherungspflicht
-     Kündigung bei ausbleibender Beitragszahlung
-     Leistungsausschlüsse bei chronischen Vorerkrankungen

Wer die Vor- und Nachteile genau abwägt, kann am Ende eine persönliche Entscheidung treffen, ob diese Alternative letztlich infrage kommt. Gerade bei hohen Nachforderungen in der herkömmlichen GKV oder PKV stellt die EUKV jedoch eine weitere spannende Option dar.

Fazit: Es gibt Wege zurück in die Krankenversicherung

Wer heute keine Krankenversicherung hat, setzt sich hohen finanziellen Risiken aus, falls eine medizinische Behandlung notwendig werden sollte. Leider bedeutet eine Rückkehr in die Krankenkasse oder PKV oft eine hohe finanzielle Belastung, weil für die versicherungslose Zeit Beiträge nachgefordert werden. Alternativ besteht jedoch die Möglichkeit, mit der EUKV auf eine günstige Alternative zu setzen. Wer also wieder eine Krankenversicherung nutzen möchte, kann verschiedene Wege einschlagen.

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