Eine Forscherin schaut durch ein Mikroskop.
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Durchbruch in der Krebsforschung? Ein Durchfall-Medikament kann Tumorzellen töten (Symbolbild).

Forschung

Durchbruch in der Krebsforschung? Durchfall-Medikament kann Tumorzellen töten

Die Krebsforschung macht weitere Fortschritte. Jetzt liefert ein Durchfall-Medikament vielversprechende Studienergebnisse. Es kann Tumorzellen absterben lassen.

  • Hirntumore führen bei Krebspatienten oft zum Tod.
  • Nun feiern Forscher eine neue Erkenntnis.
  • Ein Durchfall-Medikament tötet Tumorzellen.

Kassel - Das Risiko, an Krebs zu sterben, ist in den vergangenen Jahren innerhalb der Europäischen Union weiter zurückgegangen - wenn man die Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt, schreiben Wissenschaftler im Fachmagazin „Annals of Oncology“.

Nun feiern Wissenschaftler einen vermeintlichen Durchbruch in der Krebstherapie. Der Grund: Ein Durchfall-Medikament liefert vielversprechende Studien-Ergebnisse*, wie auch fnp.de berichtet.

Die häufigsten Krebsarten sind:

  • Brustkrebs
  • Prostatakrebs
  • Darmkrebs
  • Lungenkrebs
  • Hautkrebs
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Bauchspeicheldürsenkrebs

Krebs: Hirntumore führen oft zum Tod von Patienten

Hirntumore in Form eines sogenannten Glioblastoms sind bisher nur sehr eingeschränkt therapierbar. Sie führen oft zum Tod des Krebspatienten. Diese Hirntumore reagieren aber auf Loperamid, wie Forscher in einer aktuellen Studie nun herausgefunden haben, berichtet heilpraxisnet.de. „In der Zellkultur wirkt das gängige Durchfall-Mittel Loperamid gegen Glioblastomzellen,“ heißt es auch in einer Mitteilung der Goethe-Universität Frankfurt. 

Eine Studie um das Forschungsteam von Dr. Sjoerd van Wijk vom Institut für Experimentelle Tumorforschung der Pädiatrie der Goethe-Universität Frankfurt liefert jetzt erste Ergebnisse.

Krebs-Forschung: Durchfall-Medikament führt zu Stressreaktionen in Tumorzellen

Demnach bewirkt Loperamid Stressreaktionen in bestimmten Tumorzellen im sogenannten Endoplasmatischen Retikulum (ER). Dabei handelt es sich um ein Zellorganell. Es ist für verschiedene Schritte der Proteinsynthese verantwortlich, heißt es weiter. Der ausgelöste Stress lässt die Krebszellen absterben.

Wissenschaftler bezeichnen den Prozess des Absterbens als Autophagie. Es handelt sich dabei um einen Automatismus, um Zellen zu „recyclen“. Durch den Mechanismus werden beschädigte und überflüssige Zellen von „noch guten“ Zellteilen getrennt. Der Körper recycelt die guten und lässt die schlechten sterben.

Krebs: Tumore werden durch reine Einnahme vom Loperamid nicht zerstört

Durch den Einsatz von Loperamid wird bei bestimmten Tumorzellen so viel beim „Recyceln“ abgebaut, dass die kompletten Zellen absterben. Bei dem Prozess bleibt nichts mehr übrig, womit die Zellen überlebensfähig wären. Das ist bei Hirntumoren in Form eines Glioblastoms der Fall.

Allerdings werden Krebstumore durch die reine Einnahme vom Loperamid nicht einfach so zerstört. „Diese Autophagie ist in normalen Zellen harmlos – auch für die Einnahme als Durchfall-Mittel, denn Loperamid wirkt im Darm nur an besonderen Bindestellen und wird nicht wirklich aufgenommen durch Darmzellen“, erklärt Dr. van Wijk.

Wissenschaftler feiern Erfolg in der Krebsforschung

Dennoch: Dass Loperamid gegen Hirntumore eingesetzt werden könnte, ist eine sehr wichtige Erkenntnis in der Krebsforschung. Zudem könnten Mediziner das Medikament möglicherweise auch gegen andere Krebserkrankungen und gegen Demenz einsetzen.

Loperamid kann folgende Nebenwirkungen haben:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Schläfrigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Mundtrockenheit
  • Erbrechen
  • Verdauungsstörungen
  • Hautausschläge

Erst vor kurzer Zeit hatten Forscher einen Zusammenhang zwischen Krebs und Corona entdeckt. (Jan Wendt) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetwerks.

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