Beim Magenkrebs ist meistens die Magenschleimhaut betroffen.
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Beim Magenkrebs ist meistens die Magenschleimhaut betroffen.

Alkohol und Rauchen als Risikofaktoren

Magenkrebs: Bei diesen Anzeichen sollten Sie dringend zum Arzt

Magenkrebs ist eine vergleichsweise seltene Krebsart. Bei bestimmten Verdauungsbeschwerden sollten Sie aber einen Arzt aufsuchen.

Der Magen ist ein unverzichtbares Organ. Dort landen erst einmal alle Speisen und Getränke, die Sie zu sich nehmen. Anschließend wird die Nahrung mit Hilfe des Magensaftes zu einem Brei verarbeitet und in kleinen Schritten weiter zum Dünndarm transportiert. Eine Krebserkrankung des Magens (Magenkarzinom) wird oft erst spät erkannt, da die ersten Symptome nicht immer eindeutig sind. Trotzdem gibt es einige Anzeichen, bei denen Sie einen Arzt aufsuchen sollen. Wir informieren Sie über Symptome, Ursachen und Therapiemöglichkeiten. 

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Magenkrebs: Entstehung und Ursachen

Magenkrebs geht zu 95% vom Drüsengewebe der Magenschleimhaut aus. Dabei erkranken laut Robert Koch-Institut pro Jahr etwa 14.000 Menschen — im Vergleich zu anderen Krebsarten ist ein Magenkarzinom also relativ selten. Gleichzeitig sind Männer häufiger davon betroffen als Frauen. Was genau die Erkrankung auslöst, ist sehr unterschiedlich und nicht genau bekannt. Trotzdem gibt es einige Risikofaktoren, die Magenkrebs begünstigen können. Dazu zählen:

  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Häufiger Verzehr von Speisen, die stark gesalzen, gepökelt oder geräuchert sind
  • Wenig Obst und Gemüse
  • Chronische Entzündung der Magenschleimhaut durch Bakterium Helicobacter pylori
  • Blutarmut wegen Vitamin B12 Mangel
  • EBNV-Infektion (Pfeiffersches Drüsenfieber)
  • Magenoperation
  • Genetische Veranlagung (erhöhtes Risiko vor allem, wenn Erkrankung schon bei Eltern, Geschwistern oder Kindern vorliegt)

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Magenkrebs: Bei diesen Symptomen sollten Sie zum Arzt

Die Symptome, die mit Magenkrebs einhergehen, sind laut dem krebsinformationsdienst eher unspezifisch. Oft verursacht ein Magenkarzinom anfangs auch gar keine Beschwerden. Erste Hinweise können Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen sein. Im späteren Verlauf gibt es außerdem eine Reihe von Anzeichen, bei denen Sie die Ursache von einem Arzt abklären lassen sollten:

  • Schluckbeschwerden
  • Häufige Übelkeit und Erbrechen (evtl. von Blut)
  • Appetitlosigkeit
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Blutarmut (Anämie)
  • Ungewöhnlich dunkler Stuhl
  • Druck-/Völlegefühl und/oder Schmerzen im Oberbauch
  • Verminderte Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum

Besteht ein begründeter Verdacht auf Magenkrebs, kommt es zu einer sogenannten Magen-Spiegelung. Dabei führt der Arzt einen dünnen Schlauch mit einer Videokamera durch die Speiseröhre bis in den Magen. Auch Gewebeproben können so entnommen und untersucht werden.

Ständig gereizter Magen?

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Operation und Chemotherapie - Behandlung von Magenkrebs

Die Behandlung eines Magenkarzinoms ist davon abhängig, wo der Tumor liegt und wie weit er sich bereits ausgebreitet hat.
Wenn der Krebs sehr früh entdeckt wird und sich auf die oberflächliche Schleimhaut beschränkt, reicht es aus, ihn bei einer Magenspiegelung zu entfernen (endoskopische Resektion). Ist er bereits in tiefer liegendes Gewebe vorgedrungen, ist eine umfangreichere Operation notwendig. Dabei werden Teile des Magens oder das ganze Organ entfernt, eventuell auch der untere Teil der Speiseröhre, die Milz oder ein Teil der Bauchspeicheldrüse.

Ergänzend dazu kann eine Chemotherapie, auch in Kombination mit Bestrahlung, Bestandteil der Therapie sein.

Ist der Magenkrebs bereits zu weit fortgeschritten, und lässt sich der Tumor nicht mehr richtig entfernen, setzen die Ärzte auf eine sogenannte Palliativtherapie mit Medikamenten. Diese behandelt die Beschwerden, die durch die Erkrankung verursacht werden und soll dem Patienten Linderung verschaffen. Außerdem kann die Therapie das Überleben des Patienten verlängern und seine Lebensqualität verbessern.

Dabei werden laufend neue Medikamente und Behandlungsarten untersucht. Vielversprechend ist hier beispielsweise die Immuntherapie. (lw) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Quellen: krebsgesellschaft.de, patienten-information.de

Achtung: Diese vier Erreger können Krebs auslösen

Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, an Magenkrebs zu erkranken. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblocker äußerst erfolgreich.
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, an Magenkrebs zu erkranken. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblocker äußerst erfolgreich. © picture-alliance/ dpa/ dpaweb
Hepatitis B fördert dagegen Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen.
Hepatitis B fördert dagegen Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen. © pixabay
Gegen Hepatitis C unglücklicherweise (noch) nicht. Die aggressiven Erreger gelten sogar als die zweithäufigste Ursache für Leberkrebs. Etwa 8.500 Menschen sollen jährlich daran erkranken.
Gegen Hepatitis C unglücklicherweise (noch) nicht. Die aggressiven Erreger gelten sogar als die zweithäufigste Ursache für Leberkrebs. Etwa 8.500 Menschen sollen jährlich daran erkranken. © pixabay
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt zwei Arten davon, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll.
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt zwei Arten davon, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © pixabay/jrvalverde

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