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Glücksspiel in Österreich - Eine wachsende Branche unter Druck

Mehr als 2.000 Firmen sind inzwischen in der Casinobranche aktiv. Sie reißen sich um die Gunst einer immer größeren Spielerzahl, die vor allem digital auf das große Sortiment zugreifen möchte. Neue juristische Entwicklungen in Österreich könnten nun den Druck auf die Anbieter empfindlich erhöhen und eine alte Frage der Regulierung neu hochkochen lassen.

Um zu verstehen, worum sich die aktuelle Debatte dreht, ist zunächst ein Blick auf die aktuelle Regulierung notwendig. Möchte ein Online Casino sein Angebot in Österreich an den Markt bringen, so ist dafür eine Konzession des Staats erforderlich. Doch nach der aktuellen Sachlage ist es allein dem Anbieter Pay2Win vorbehalten, in dieser Weise zu agieren. Praktisch alle anderen Unternehmen des Marktes setzen auf das EU-Ausland für ihre Regulierung. Bisher handelte es sich hierbei um , welches in gleicher Weise von den Behörden geduldet wurde. Eine einzige EU-Lizenz reichte demnach aus, um das eigene Angebot in allen Mitgliedsstaaten legal an den Markt zu bringen.

Einwände des Staats

Inzwischen vollzieht sich in genau dieser Dimension ein wesentlicher Wandel. In Österreich ist der Staat nicht mehr damit einverstanden, auf diese Weise auf Steuereinnahmen zu verzichten. Denn in vielen Fällen wandern auch diese in Ländern wie Malta oder Zypern, die dafür bekannt sind, eine große Zahl an Lizenzen auszustellen. Der einzige Mehrwert, den der Staat an der aktuell so florierenden Entwicklung der Welt des Glücksspiels sehen kann, geht auf diese Weise verloren.

Zumindest hinter vorgehaltener Hand werden inzwischen auch weitere Schritte im Umgang mit der aktuell gängigen Regelung diskutiert. So könnten zum Beispiel Klagen einen Teil dazu beitragen, dass sich die Unternehmen für die Eröffnung eines Standorts in Österreich entscheiden. Nach der aktuellen Einschätzung der Experten wäre dies noch immer der einzig mögliche Weg, um die Steuereinnahmen hierzulande zu konzentrieren.

Striktes Vorgehen in der Schweiz

Bei der Einschränkung der Vollmacht der EU-Lizenzen ist die inzwischen ein ganzes Stück weiter. Dort wurde bereits vor Jahren darauf geachtet, einen Gesetzesentwurf auf den Weg zu bringen. Dieser sieht vor, dass in Zukunft nur noch Online Casinos legal agieren dürfen, die über einen Hauptsitz innerhalb der schweizerischen Grenze verfügen. So ist sichergestellt, dass sie die gesamte Steuerlast zu tragen haben.

Natürlich würde es unter diesen Umständen nicht mehr möglich sein, bei der Regulierung auf Staaten wie zurückzugreifen. Ansonsten hätten die betreffenden Unternehmen nicht mehr die Möglichkeit, sich an die schweizerischen Kunden zu richten. Auf der anderen Seite steigen aus der Sicht der Unternehmen die Kosten empfindlich an. Denn die steuerliche Belastung ist in der Schweiz natürlich höher, als in anderen Mitgliedstaaten, die aktuell für die Regulierung herangezogen werden. Diesen Nachteil könnten indirekt auch die Spieler zu spüren bekommen. Denn sie würden womöglich niedrigere Auszahlungsquoten zur Verfügung gestellt bekommen, als dies bislang der Fall war.

Auswirkungen auch in Deutschland?

Noch ist unklar, welche Folgen die Bemühungen in in Deutschland haben werden. Hier ist die Situation insofern eine andere, als dass der Staat größere Interessen in der Glücksspielbranche hegt. Durch die Beteiligung an der Lotto GmbH entstehen aus den Einsätzen der Spieler Jahr für Jahr Einnahmen in Milliardenhöhe, die der Allgemeinheit zugute kommen sollen. Wäre es möglich, das Wirken der privaten Anbieter so stark wie möglich einzuschränken, so wäre damit also auch die Chance verbunden, die steuerlichen Einnahmen des Staats in dieser Kategorie zu sichern. Unter diesem Gesichtspunkt achten alle Beteiligten schon jetzt mit großer Spannung darauf, wie sich die Situation vor Ort in den kommenden Jahren weiter entwickelt. Ein Potenzial für Verbesserungen ist aus der Sicht vieler Mitwirkender definitiv vorhanden und könnte demnach ausgeschöpft werden

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