Ist Gold als Investment sinnvoll?

Ob Aktien, oder Fonds - die Niedrigzinsphase, die schon seit einigen Jahren die Anleger und Sparer verzweifeln lässt, ist der Hauptgrund, warum immer wieder nach Alternativen gesucht wird, wenn man sein Geld gewinnbringend anlegen möchte. Schlussendlich sind Tagesgeldkonten oder Sparbücher heutzutage keine Option mehr. Doch wie ratsam ist ein Investment in Gold? Für diese Frage gibt es leider keine pauschale Antwort.

Vor allem richtet sich die Antwort der Frage nach dem Umstand, welche Absicht der Anleger mit dem Investment verfolgt. Wer eine hohe Rendite erzielen will, sollte nicht in das Edelmetall investieren - schlussendlich konnte Gold in den letzten Jahren deutlich geringere Wertsteigerungen als Aktien verbuchen. Der Grund? Der Goldpreis hängt von der Nachfrage ab - eine innere Wertentwicklung, wie das etwa bei Unternehmen der Fall ist, gibt es nicht. Wer jedoch sein Geld sicher verwahren möchte, kann sehr wohl in Gold investieren - Gold wird schlussendlich nicht umsonst . Ein Teil des Vermögens sollte daher in physisches Gold gesteckt und dann im eigenen Tresor oder in einem Bankschließfach aufbewahrt werden. Auch indirekte Investitionen sind möglich. So kann man in Gold-ETFs, Goldaktien oder auch in Goldzertifikate investieren. Dabei profitiert man von der Entwicklung des Goldwerts, muss aber kein physisches Gold kaufen.

Angebot und Nachfrage

Die Entwicklung des Goldpreises hängt immer von Angebot und Nachfrage ab. Doch physisches Gold ist vor allem deshalb so besonders, weil es ein natürlicher Rohstoff ist. Steigt die Nachfrage, so sind die Goldproduzenten gefragt, das Angebot durch kurzfristige Maßnahmen, so etwa mittels Recycling, zu erhöhen; reicht die gewonnene Goldmenge nicht aus, steigt in weiterer Folge der Preis.

Auch wenn der Goldwert als recht stabil gilt, so haben die letzten vier Jahrzehnte aber durchaus gezeigt, dass auch heftige Schwankungen möglich sind. Die Höchstpreise wurden jedoch immer im Rahmen bevorstehender oder bereits eingetretener Krisen erzielt - so etwa 1979, 1983 und 2010. Ende der 1970er Jahre war es die Angst der hohen Inflation, 2010 dann die Angst vor dem endgültigen Zusammenbruch des bestehenden Finanzsystems - damals kletterte der Goldpreis auf 1.800 US Dollar/Feinunze.

Gold ist eine Krisenwährung

In Krisenzeiten sind kurzfristige Preissteigerungen möglich. Das bedeutet aber nicht, dass das Edelmetall dauerhaft höhere Rendite als Wertpapiere verspricht. Gold liefert keine Dividenden und Zinsen; es geht also nur um die Preisentwicklung. Wer einen langfristigen Anlagehorizont verfolgt, der sollte daher ein Goldinvestment nur als Absicherung verstehen, jedoch keinesfalls als gewinnbringende Anlage; wer mit kurzfristigen Wertsteigerungen rechnet, der kann jedoch spekulieren und von etwaigen Kursschwankungen profitieren. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass langfristige Investments nicht unbedingt empfohlen werden können - zwischen 1975 und 2016, zwischen 1980 und 1990 und zwischen 1990 und 2000 konnte man mit Aktien weitaus bessere Rendite erzielen. Zwischen 2000 und 2016 hatte jedoch - aufgrund der Finanzkrise - Gold die Nase vorn.

Auf Brokergebühren achten

Wer sich für Goldaktien, Goldzertifikate oder entscheidet, der kann diese problemlos über einen Online Broker kaufen. Zu beachten sind hier lediglich die Gebühren, die von Seiten des Brokers verlangt werden - aus diesem Grund sollte man im Vorfeld einen Brokervergleich durchführen, da etwaige Gebühren sehr wohl die Gewinne reduzieren. Wichtig ist, dass man Informationen einholt, bevor man sein Geld investiert. Wer auf sein Bauchgefühl hört, muss mitunter hohe Verluste hinnehmen - zudem sollte man, wenn man mit Gold spekulieren möchte, nur jene Beträge investieren, die auch „verloren“ werden dürfen.

Bildequelle: https://pixabay.com/de/gold-reichtum-finanzen-kaution-163519/

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