Hartz IV: Wenn Kinder Armut erleben

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung lebt in Deutschland fast jedes fünfte Kind in einem Verhältnis, das sich als Armut bezeichnen lässt.

Meist handelt es sich nicht um kurze Zeiträume, über welche die Kinder diesen Zustand ertragen müssen. Vielmehr reicht die Spanne über mehr als fünf Jahre hinweg oder ist steigt wiederkehrend. Die Kinder erleben daher täglich, was es heißt, von Hartz IV zu leben, arm zu sein und sich mit Geldsorgen zu beschäftigen. Mehr dazu erfahren Sie auf dieser Seite.

Kontroverse Geldmittelverteilung

Doch wie kann es dazu kommen, dass Kinder Armut erfahren müssen, obwohl ihre Eltern durch Hartz IV Unterstützung durch den Staat erfahren? Dies ist schnell erklärt, wenn klar wird, wie drastisch die Eltern in Ihren finanziellen Mitteln eingeschränkt werden. Zunächst einmal soll hierzu der Hartz-IV-Kindersatz betrachtet werden. Dieser ist nach dem Alter der Kinder gestaffelt. Direkt nach der Geburt bis hin zum 5 ten Lebensjahr werden für das Kind 237 Euro bereitgestellt. Anschließend staffelt sich der Satz wie folgt:
• 6-13 Jahre: 291 Euro
• 14-18 Jahre: 311 Euro
• Unter 25 Jahre bei den Eltern lebend: 327 Euro
Sicherlich handelt es sich hierbei um kein Vermögen. Doch denken nun viele Eltern, dass sich dieser Satz mit dem Kindergeld zusammengefasst für ein recht gutes Lebens des Kindes eignen würde. Doch hierbei ist weit gefehlt, denn 2010 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass das Kindergeld vollständig auf den Hartz-4-Saz angerechnet wird. Somit handelt es sicher hier um keinen finanziellen Mehrnutzen.

Ein Ferienjob als Aufstockung des Taschengeldes?

Viele Jugendliche suchen sich in den Ferien einen Minijob, um sich das Taschengeld aufzustocken. Doch auch hier werden starke Eingriffe vorgenommen, um den Hartz-IV Satz anzupassen.

So gilt für einen Jugendlichen, dass er maximal 1200 Euro pro Kalenderjahr verdienen darf. Jeglicher Euro, der über diesem Betrag liegt, wird erneut auf den Harzt-IV Satz der Eltern angerechnet. Umgerechnet ist dies ein Werdienst von gerade einmal 100 Euro pro Monat.

Wird diese Praxis der Hartz-IV-Satz Minderung aufgrund eines geringen Zuverdienstes durch das Kind genauer betrachtet, fällt auf, dass kaum eine Motivation zum Arbeiten geschaffen wird. Die Kinder werden schnell entmutigt, denn sie haben von ihrer Arbeit kaum einen positiven Nutzen. Hier ist die Frage zu stellen, ob diese Praxis wirklich zielführend ist? Wird so nicht eine neue Generation von potenziellen Arbeitslosen geschaffen, die aufgrund von negativer Assoziation mit Arbeit und Verdienst, kaum mehr Lust zum Arbeiten hat? Schließlich wird ein Großteil der Arbeitnehmer hauptsächlich durch das Gehalt motiviert, weniger durch die reine Lust und den Spaß an der Arbeit.

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