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Haus bauen in NRW - Vorgaben und Statistiken

Haus bauen in NRW - Vorgaben und Statistiken

Die Anzahl der Einfamilienhäuser in Deutschland stieg zwischen 2001-2019 enorm an. In Nordrhein-Westfalen gibt es ebenfalls immer mehr Häuslebauer, die sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen wollen. Ein Haus zu bauen erfordert viel Geduld, Geld und vor allem viel Bürokratie.

Vor allem vor dem eigentlichen Baubeginn gilt es, Anträge zu stellen, sich mit Vorgaben vertraut zu machen und auf die Baugenehmigung zu warten – sowohl für den Eigenbau als auch bei Fertighäusern. Was alles zum Haus bauen dazugehört und welche Fallstricke auf dem Weg dahin lauern können, erfahren Bauinteressenten hier.

Hausbauen – So verändert der neue Lebensabschnitt einfach alles

Hausbauen – So verändert der neue Lebensabschnitt einfach alles

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland und hat nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell und landschaftlich viel zu bieten. Kaum verwunderlich, dass die Anzahl der Bewohner stetig steigt und sich immer mehr den Traum der eigenen vier Wände erfüllen möchten.

Damit der Hausbau nicht zur Bewährungsprobe für die Partnerschaft oder das Bankkonto wird, gilt es einiges zu beachten. Ähnlich einer Checkliste bei der ersten Wohnungsbesichtigung, als das heimische Nest verlassen wurde, kann eine Checkliste auch dabei helfen, den Hausbau möglichst clever, nervenschonend und ohne Zeitverzug zu realisieren.

Checkliste-Hausbau: An was muss gedacht werden?
Abhängig davon, wie die Voraussetzungen für den Ausbau sind, gibt es verschiedene Checklisten. Viele Bauherren müssen ihr Vorhaben finanzieren, allerdings sollte auch der Finanzierungspartner zu den eigenen Ansprüchen passen. Um typische Fehler bei der Immobilienfinanzierung zu vermeiden, gilt es:

·      den kompletten Finanzbedarf beim Hausbau zu ermitteln

·      die Höhe der monatlichen Rückzahlungsmöglichkeit genau zu kalkulieren

·      mögliche Förderprogramme zu prüfen

All diese Angaben dienen dazu, verschiedene Kreditangebote einzuholen und die Finanzierungspartner miteinander zu vergleichen. Unterschiede bei den Zinsen sind Gang und gebe und können deutliche Unterschiede bei der Höhe der Rückzahlung ausmachen. Smarte Bauherren haben ihre finanzielle Situation immer im Blick und überlassen nichts dem Zufall.

Die Finanzierungskosten reduzieren: Wie viel Haus brauche ich wirklich?
Bei dem Finanzierungsvergleich stellen Bauherren häufig fest, dass die geplanten Haus-Wünsche vielleicht mit den liquiden Mitteln nicht zu realisieren sind. Nun heißt es, optimale Lösungen zu finden, um den Traum vom Haus nicht zum Zerplatzen zu bringen. Eine Möglichkeit: die räumliche Verkleinerung.

Mal ehrlich, wie viel Raum wird wirklich für adäquate Lebensqualität benötigt? Schon zur Ausbildung- und Studentenzeit wusste jeder: Auch kleine Räume haben ihren besonderen Charme und verströmen Gemütlichkeit. Warum diese Idee nicht bei der Hausplanung berücksichtigen und die Wohnfläche einfach smarter gestalten? Die Reduzierung der Quadratmeter macht häufig eine enorme Reduzierung der Finanzierungssumme aus. Wer noch dazu ideale Förderprogramme und attraktive Zinsangebote miteinander kombiniert, hat am Ende das perfekte Paket: Der Traum vom Haus ist bezahlbar und es bleibt auch noch etwas den Urlaub übrig.

Tipp: Förderprogramme nutzen und beim Hausbau sparen
Die Bundesregierung fördert nicht nur den Bauboom, sondern unterstützt Bauherren besonders, die möglichst energieeffizient bauen. Dafür gibt es unzählige Forderungen für Bauprojekte, welche sich nach Region, Energieklassifizierung und andere Faktoren richten.

Die KfW-Förderung bietet beispielsweise zahlreiche Möglichkeiten, darunter:

·      Darlehen mit Zinsvergünstigung

·      einmalige Zuschüsse, welche nicht rückzahlungspflichtig sind

·      tilgungsfreie Anlaufjahre, um die Bauherren finanziell zu entlasten

Nordrhein-Westfalen fördert selbst genutzten Wohnraum
Einige Bundesländer bieten ergänzend zu den Förderprogrammen der Bundesregierung eigene Unterstützungsmöglichkeiten. Die NRW-Bank unterstützt beispielsweise Darlehen für den Neubau und den Kauf von selbst genutztem Wohnraum. Abhängig vom Bauvorhaben gibt es beispielsweise eine Darlehenshöhe mit attraktiven Zinsen bis 110.000 €. Entscheiden sich Bauherren dazu, ihren Wohnraum barrierefrei zu gestalten, gibt es noch einmal weitere Fördermittel, wenn eine schwerbehinderte Person im Haushalt lebt.

Welche Vorgaben gibt es beim Hausbau: die wichtigsten Gesetze und Vorschriften

Welche Vorgaben gibt es beim Hausbau: die wichtigsten Gesetze und Vorschriften

Damit der Antrag auf Fördermittel und das Einholen der Finanzierungsangebote nicht umsonst war, sollten sie Bauherren stets die wichtigsten Vorschriften und Gesetze der Bauregion vor Augen haben.

Grundstücksgrenze und das Haus – welche Abstandsregelungen gelten?
Wie weit das Haus von der Grundstücksgrenze entfernt sein muss, ist in der Landesbauordnung geregelt. Da es unzählige Ausnahmen und Sonderregelungen gibt, sollten Bauherren immer einen Blick in die geltende Landesbauverordnung werfen, um nicht Gefahr zu laufen, die Baugenehmigung nicht zu erhalten. Als Faustregel können sich Bauherren merken: Das Nachbargrundstück muss mindestens so weit entfernt sein, wie die Gesamthöhe des eigenen Hauses (gemessen von Boden bis Dach).

Wie hoch darf das Haus sein?
Viele Bauherren möchten besonders clever agieren und beim Grundstückskauf sparen. Auf dem kleinen Grundstück wird das Haus statt in die Breite lieber in die Höhe gebaut. In der Theorie gut, in der Praxis nicht immer realisierbar. Um die maximale Höhe des Hauses zu bestimmen, ist der Bebauungsplan der jeweiligen Gemeinde ausschlaggebend. Häufig liegt die maximale Einfamilienhaushöhe bei 12 m (gemessen von Boden bis Dachfirst). Um mögliche Sonderregelungen zu klären, empfiehlt sich der Gang zur Gemeindeverwaltung und der Blick in den Bebauungsplan.

Welche Außenfarbe darf das Haus haben?
Eigentlich sollte die Außenfarbe doch von jedem Bauherren frei wählbar sein, oder doch nicht? Theoretisch ja, doch die Gemeinde hat ein Wörtchen mitzureden. Sieht der Gemeinde-Bebauungsplan etwas anderes vor (beispielsweise eine einheitliche Außenfarbe für bestimmte Straßenzüge oder Wohngebiete) müssen sich Bauherren daran halten.

Welches Dach darf das Haus haben?
Reetdach, Pultdach, Flachdach – erlaubt ist, was gefällt. Häufig sind viele Bauherren enttäuscht, denn sie können ihren Dach-Träumen nicht überall freien Lauf lassen. Auch hier ist der Bebauungsplan ausschlaggebend dafür, welche Dach-Varianten überhaupt genehmigt werden. Ausrichtung, Neigungswinkel und sogar die Farbe können streng vorgegeben werden.

Das Haus zur Festung machen: Welche Umfriedung ist erlaubt?

Das Haus zur Festung machen: Welche Umfriedung ist erlaubt?

Das Haus zum Nachbarn mit Hecke, Zaun und Co. abzugrenzen ist äußerst beliebt. Allerdings müssen Bauherren auch hier die Gemeindevorschriften genau studieren. Nicht überall ist beispielsweise eine hohe Hecke erlaubt und andere Regionen wollen keine hohen Zäune. Allerdings gilt eine Regel für alle: Die Hecke muss einen Mindestabstand von 50 cm zu Gehwegen oder Straßen aufweisen. Sonderregelungen sind durchaus möglich, wenn die Hecke beispielsweise eine bestimmte Höhe aufweist.

Muss ich umweltbewusst bauen – darf die Gemeinde diese Auflagen machen?
Generell empfiehlt es sich, umweltfreundlich und energieeffizient zu bauen. Das bringt nicht nur Zugriff auf verschiedene Fördertöpfe, sondern spart im eigenen Haushalt längerfristig sogar Energie. Einige Gemeinde zwingen ihre Bauherren sogar dazu, eine Fotovoltaikanlage zu installieren. Das ist rechtlich durchaus möglich, denn 2009 trat das „Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz“ des Bundes in Kraft. Dadurch ist es möglich, dass die Bauherren Vorrichtungen für die Deckung des Wärmebedarfes durch erneuerbare Energien installieren müssen. Fotovoltaikanlagen müssen es in den meisten Fällen allerdings nicht sein, wenn alternative Anlagen installiert werden.

Wie muss der Innenausbau gestaltet sein?
Die Baugenehmigung wird nur dann erteilt, wenn alles passt. Dazu gehört auch der Innenausbau. Zwar gibt es dazu wenig rechtliche Vorgaben und Beschränkungen, trotzdem gibt es mit der DIN 18015 eine Vorgabe. Dort festgesetzt sind beispielsweise: die Anzahl der Steckdosen, die in einem Raum installiert werden müssen.

Hinzu kommt die Vorgabe der Grünflächenzahl. Auf Basis eines Bebauungsplans wird genau vorgegeben, welcher Prozentsatz des eigenen Grundstücks bebaut werden darf. Wer darüber hinaus plant, läuft Gefahr, die Baugenehmigung nicht zu erhalten. Bei dem Grundstück von 1000 m² würde die Grundflächenzahl bei einem typischen Neubaugebiet bei 0,2 liegen. Demnach dürften 200 m² überbaut werden.

Tipp: auf die Baugenehmigung warten, sonst wird es teuer
Häufig sind Bauherren so voller Vorfreude und können es kaum erwarten, mit dem Bauen zu starten. Abhängig von der Gemeinde kann die Erteilung der Baugenehmigung mehrere Monate oder sogar Jahre auf sich warten lassen. Die Geduld zahlt sich allerdings aus und schon vor allem den Geldbeutel.

Wer ohne Baugenehmigung seinen Traum vom Haus verwirklicht, macht sich straffällig. Dafür gibt es einen Bußgeldkatalog, der von Bundesland zu Bundesland variiert. In Nordrhein-Westfalen müssen Bauherren beispielsweise eine Strafe von 400 €-7.500 € zahlen, wenn sie genehmigungsfrei bis 100 m² bauen; über 100 m² sind es sogar 1250 € bis 50.000 €.

Hinweis: Beginnen die Bauherren innerhalb von drei Jahren nach der Genehmigung nicht mit dem Bau, erlischt sie. Gleiches gilt auch, wenn es zu einer mehr als einjährigen Bauunterbrechung kommen. In diesen Fällen müssen die Bauherren eine erneute Genehmigung einholen.

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