+
Aufzüge sind für Rollstuhlfahrer unverzichtbar, um ein Gebäude vertikal erschließen zu können. Aber auch Personen mit Gepäck, schweren Einkaufstaschen oder einem Kinderwagen kommt ein Aufzug innerhalb einer Wohnanlage zugute.

Experten-Kolumne von Romed Spiekermann (Barrierefreies Wohnen)

Der Aufzug im eigenen Zuhause

Aufzüge sind für Rollstuhlfahrer unverzichtbar, um ein Gebäude vertikal erschließen zu können. Aber auch Personen mit Gepäck, schweren Einkaufstaschen oder einem Kinderwagen kommt ein Aufzug innerhalb einer Wohnanlage zugute.

Der Aufzug sollte möglichst zentral, das heißt leicht auffindbar und gut erreichbar angeordnet werden. Zur Nachrüstung kommt sowohl die Installation außerhalb des Gebäudes als auch innerhalb des Gebäudes infrage, beispielsweise im Treppenauge. Neben den Vorgaben aus der Norm zum barrierefreien Bauen existieren für Aufzüge zahlreiche weitere bautechnische Normen. Mit der Planung der Aufzugsanlage sollte daher immer ein Fachunternehmen beauftragt werden. 

Ein barrierefreier Aufzug zeichnet sich durch folgende Ausstattungsmerkmale aus: 

  • Bewegungsflächen von 150 mal 150 Zentimetern vor dem Aufzug auf jedem Geschoss

  • Bei Anordnung von abwärts führenden Treppen gegenüber dem Aufzug ist ein Mindestabstand von 300 Zentimetern zwischen Aufzug und Treppenabgang einzuhalten
     
  • Aufzugskabine mit einer lichten Farbkorbtiefe von mindestens 140 Zentimetern und einer Breite von 110 Zentimetern 

  • lichte Türbreite der Aufzugskabine von mindestens 90 Zentimetern 

  • Erreichbarkeit aller Bedienelemente und Knöpfe innerhalb und außerhalb des Aufzugs aus der Sitzposition heraus, als Idealmaß gilt 85 Zentimeter 

  • akustische Geschossansagen und Bedienknöpfe mit Beschriftung in Brailleschrift für Blinde und Sehbehinderte 

Einbau innerhalb weniger Tage möglich 

Möglich ist der Einbau eines solchen Aufzugs – auch Homelift genannt – innerhalb weniger Tage. Ebenfalls gut zu wissen für Nachrüster: Die Anlage benötigt nur „normalen“ Strom aus der Steckdose. Ein zusätzlicher Kraftstromanschluss im Haus ist somit nicht nötig. Eine Baugenehmigung wird fällig, wenn der Aufzug außen am Haus installiert wird. Grundsätzlich können mehrere Stationen im Wohngebäude angefahren werden. Zwei bis vier Haltestellen sind möglich. Genau genommen handelt es sich bei einem Homelift aber gar nicht um einen Aufzug, sondern um eine Maschine. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von nur 15 Zentimetern pro Sekunde ist er auch bedeutend langsamer als ein öffentlicher Aufzug.

Ihr Romed Spiekermann

Energieberater Romed Spiekermann aus Herten schreibt für Vestimmo eine Experten-Kolumne zum Thema Barrierefreies Wohnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Millionen-Coup mit falschem Geldtransporter: Bis zu zwölf Jahre Haft - Angeklagte aus Recklinghausen und Marl
Millionen-Coup mit falschem Geldtransporter: Bis zu zwölf Jahre Haft - Angeklagte aus Recklinghausen und Marl
Einkaufszentrum an der Herner Straße: Verkaufsfläche zweier Filialen wird verkleinert
Einkaufszentrum an der Herner Straße: Verkaufsfläche zweier Filialen wird verkleinert
Wetter in NRW: Nach Mini-Sommer kommt Tief "Gudrun" - So wird das Wochenende
Wetter in NRW: Nach Mini-Sommer kommt Tief "Gudrun" - So wird das Wochenende
Ralf Moeller verrät Gage für seine Rolle in "Gladiator": "... auch für viel weniger Geld gemacht"
Ralf Moeller verrät Gage für seine Rolle in "Gladiator": "... auch für viel weniger Geld gemacht"
Video
Marl: Große Evakuierung wegen Wohnungsbrand | cityInfo.TV
Marl: Große Evakuierung wegen Wohnungsbrand | cityInfo.TV

Kommentare