Experten-Kolumne von Romed Spiekermann

Barrierefreie Grundrisse gestalten

Nachdem Sie in den letzten Monaten Informationen über die barrierefreie Sanierung der Außenbereiche, Haustüren, Treppenhäuser, Flure, Treppen und Lifte erhalten haben, sind wir nun in den eigenen vier Wänden angelangt und erfahren, wie man diese sinnvoll und altersgerecht gestalten kann.

Welchen Komfort eine Wohnung bietet und wie sie genutzt werden kann, wird in erster Linie von der Organisation des Grundrisses bestimmt. Ein idealer Wohnungsgrundriss muss einerseits funktional geprägt sein und andererseits eine hohe Aufenthaltsqualität besitzen. Beides wird durch die Größe der Räume beziehungsweise ihrer Lage zueinander beeinflusst. Auch die Versorgung der einzelnen Zimmer mit Frischluft und Tageslicht spielt eine Rolle. Mehr und mehr gewinnt heute die Anpassbarkeit des Grundrisses an die individuellen Bedürfnisse an Bedeutung.

Im Wohnungsbau lassen sich grundsätzlich zwei Grundrisslösungen unterscheiden: Solche, bei denen alle Räume allseitig von Wänden umschlossen sind und diese als separate Einheiten genutzt werden, und der sogenannte offene Grundriss, bei dem die Räume ohne Trennung ineinander übergehen.

Beide Grundrisslösungen bieten im Hinblick auf die barrierefreie Bauweise Vor- und Nachteile. Der Idealtypus einer barrierefreien Grundrissplanung ist eine Mischung aus beiden Grundriss-Typen, bei dem sowohl Rückzugsmöglichkeit existieren als auch kombinierte Wohnzonen, die Flexibilität in der Nutzung und Möblierung bieten und den Bedarf an Bewegungsflächen optimieren.

Wohnungen, in denen – bis auf die Funktionseinheiten Küche und Bad – die Räume je nach Bedarf genutzt werden können, sind zeitlos und an die Bedürfnisse des Bewohners anpassbar. Dies kann durch Räume in gleicher Größe oder frei einteilbare Wohnzonen erreicht werden.

Offene Lösungen und veränderbare Größen

Offen gehaltene Grundrisslösungen sind nicht nur modern, sondern bieten die Möglichkeit, die Wohnungen nach den eigenen Bedürfnissen einzuteilen. Statt durch massive Wände wird eine Trennung der Funktionen durch Raum teilende Möbel oder schnell errichtete Wände aus Trockenbau vorgenommen.

Durch die Auflösung der festen Raumstrukturen können sich die in einer barrierefreien Wohnung notwendige Bewegungsflächen überlagern und lassen sich so reduzieren. Zudem machen offene Grundrisslösungen Flure überflüssig und zu enge Durchgänge entstehen erst gar nicht, wenn keine Wände existieren.

Zukunftsorientiert sind barrierefreie Wohnanlagen, in denen sich die Wohnungsgrößen an jede Veränderung im Leben anpassen lassen. Jede Wohnung verfügt in diesem Fall über eine barrierefreie Kernzone aus Küche, Bad und Schlafraum. Zwischen den einzelnen Wohneinheiten wiederum liegen Räume, die sich je nach Bedarf dazuschalten oder von der Wohnung abtrennen lassen.

Energieberater Romed Spiekermann gehört der Hertener Initiative „planraumleben“ an und berät Eigentümer und Käufer in allen Bereichen der Sanierung.


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